Horgen

Kinder gestalten das Horgen von morgen

Auf Einladung des Kinderbüros Horgen formulierten 36 Primarschulkinder an der ersten Kindersession ihre Ideen für ein kindgerechtes Dorf. Die fünf besten Vorschläge sollen Ende Mai dem Gemeinderat vorgelegt werden.

4.- bis 6.-Klässler diskutieren, wie sie Horgen gestalten wollen. Die Schüler stellen ihre Projekte vor, wie in diesem Beispiel einen «Skills-Park».

4.- bis 6.-Klässler diskutieren, wie sie Horgen gestalten wollen. Die Schüler stellen ihre Projekte vor, wie in diesem Beispiel einen «Skills-Park». Bild: Michael Trost

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Eine Talentshow, einen Skaterpark zum Rollschuhfahren, eine steile Rutschbahn in der Badi Seerose, einen Schülerbus für Ausflüge, ein Büchertauschan­gebot und vieles mehr: All dies wünschten sich die Kinder an der ersten Kindersession in der Alten Schule in Horgen. Mit Begeisterung trugen sie eine lange Liste von Ideen zusammen. Auch die Diskussion über die Vorschläge unter der Leitung von Andrea Scholian vom Kinderbüro Horgen gestaltete sich lebhaft.

Dominic Kessler und Felix Uhlmann, beide 11-jährig und Schüler im Rotweg, votieren für eine Trampolinanlage. Alicia Hernandez, 9-jährig, vom Bergli, fragt sich, ob eine solche Anlage nicht zu teuer sei und wie sie doch realisiert werden könne. Luan din Dzambazoski, 11-jährig, ist überzeugt, dass man für einen guten Vorschlag einen Sponsor finden würde. Thalia van Doorn, ebenfalls elf Jahre alt und Schülerin im Tannenbach, hofft, dass Ideen für viele Interessen realisiert werden können.

Fast alle Kinder wünschen sich ein Hallenbad. Ein Kind vermutet, dass in der Abstimmung jemand vom Gemeinderat Nein gesagt habe.

Austausch mit Politikerin

Die Hände flogen nach oben, als die Kinder Gemeinderätin Gerda Koller (CVP) Fragen stellen durften. Nach Beruf, Hobbys und ihrer Arbeit im Rat wurde die Politikerin befragt. Die Vorsteherin der Werke erklärte den Jüngsten ihr Ressort auf kindgerechte Art. Als ein Kind sie als «Boss»in der Gemeinde ansprach, schmun­zelte sie und erklärte das Kollegialitätsprinzip. Sie sei nicht der «Boss»: Der Gemeindepräsident habe zwar alle Fäden in der Hand, aber man arbeite gemeinsam, um das Beste für das Dorf zu erreichen.

Die Kinder wollten weiter von Gerda Koller wissen, ob ihre Vorschläge für ein kinderfreundlicheres Horgen eine Chance hätten und wie sie diese erhöhen könnten. Die Gemeinderätin motivierte zu Eigeninitiative und Hartnäckigkeit und lobte die Kinder für ihre «uusinnig» guten Ideen.

Auch Andrea Scholian zeigte sich begeistert über Ideen und Einsatz der jungen Horgnerinnen und Horgner. «Mit der Kindersession haben Kinder eine Plattform, um ihre Anliegen in der Gemeinde einzubringen», sagte sie. Dabei sei wichtig, die Bedürfnisse nicht bloss aufzunehmen. Im Gespräch soll herausgefunden werden, wie die Ideen der Kinder auch umgesetzt werden können. Das sei anspruchsvoll. Für die Kinder sei ein Erfolg von grosser Bedeutung: Es motiviere, dass ihre Bemühungen etwas bewirken würden.

Politisches Interesse wecken

Ohne die Unterstützung von Erwachsenen gehe dies aber nicht. Laut Andrea Scholian ist die Vermittlung zwischen Kindern und Erwachsenen ein zentrales Anliegen des Kinderbüros. Dabei betont sie, dass das Thema «Politische Bildung in der Gemeinde Horgen» ganzheitlich angegangen werde. Deshalb sei für Kinder der vierten bis sechsten Klasse nun erstmals eine ganztägige Kindersession eingeführt worden. Angemeldet haben sich 36 Kinder aus den verschiedenen Primarschulhäusern.

Laut Roland Pfenninger, Leiter der Horgner Abteilung Kind, Jugend und Familie, ist die Kindersession ein weiterer Baustein, um die Jüngsten auf kindgerechte Art für die Politik zu begeistern. In der Oberstufe sei bereits im vergangenen Jahr mit der Jugendsession und dem daraus resultierenden Jugendparlament vorgespurt worden. Diese Vernetzung habe bereits erste Erfolge erzielt. Andrea Scholian vom Kinderbüro ergänzt: «Sieben Kinder aus den unterschiedlichen Schulhäusern, die bereits in Schülerparlamenten aktiv mitmachen, haben bei der Organisation der Kindersession geholfen.» Geplant ist nun, die besten fünf Projektideen dem Gemeinderat zusammen mit Umsetzungsvorschlägen Ende Mai zu übergeben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.03.2018, 17:35 Uhr

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