Kilchberg

Kilchberg geht gegen Fremdparkierer vor

Während rund eines Jahres erarbeitete der Gemeinderat ein neues Parkierungskonzept. Dadurch soll regelmässiges Fremdparkieren vermindert werden. Nun wurden die Ergebnisse der Bevölkerung präsentiert.

Neu gilt in Kilchberg eine Parkzeitbeschränkung von vier Stunden in Wohngebieten und zwei Stunden in Zentrumszonen.

Neu gilt in Kilchberg eine Parkzeitbeschränkung von vier Stunden in Wohngebieten und zwei Stunden in Zentrumszonen. Bild: Sabine Rock

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Die Gemeinden im Bezirk Horgen und ihre Nähe zur Stadt Zürich verlocken viele Pendler dazu, ihr Fahrzeug auf einen öffentlichen Parkplatz zu stellen und anschliessend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Zürich zu gelangen.

In Kilchberg, der ersten linksufrigen Zürichseegemeinde ausserhalb der Stadt, ist das Phänomen besonders ausgeprägt. «Es ist eine starke Zunahme von Fremdparkierern zu beobachten, welche den Anwohnern und Gewerbetreibenden in Kilchberg den Parkraum wegnehmen», sagt Sicherheitsvorsteherin Barbara Baruffol (FDP). Weil die Mehrheit der insgesamt 542 öffent­lichen Parkplätze zudem nicht ­bewirtschaftet werde, können Pendler ihr Auto sogar stehen ­lassen, ohne irgendeine Abgabe zu leisten.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat eine Arbeitsgruppe des Gemeinderats seit April 2017 ein Konzept ausgearbeitet, welches flächendeckend für alle Parkfelder auf öffentlichem Grund gelten soll. Ein ähnliches Konzept existiert bereits seit 2016 in Adliswil. Auch in Thalwil soll noch in diesem Jahr über eine neue Parkierungs­verordnung abgestimmt werden. Die Resultate der Kilchberger Arbeitsgruppe wurden bereits vom Gemeinderat verabschiedet und am Dienstagabend an einer Informationsveranstaltung im Gemeindesaal rund 100 interessierten Anwohnern vorgestellt.

Anwohner bevorzugt

«Ziel ist es, ein einheitliches und einfach verständliches Parkierungskonzept einzuführen, welches die Anwohner bevorzugt, um so mehr Parkraum für diese zu schaffen», sagt die zuständige Gemeinderätin Baruffol bei der Präsentation. Damit Pendler ihre Autos nicht einen ganzen Tag in Kilchberg stehen lassen können, soll eine Parkzeitbeschränkung von vier Stunden in Wohngebieten und zwei Stunden in Zentrumszonen rund um den Bahnhof und das Gemeindehaus eingeführt werden.

Die Zeitspanne für die Beschränkung soll von Montag bis Samstag zwischen 8 und 18 Uhr gelten. Anwohner und ortsansässige Gewerbebetriebe mit Firmensitz in Kilchberg können die Zeitbeschränkung umgehen, indem sie gegen eine Gebühr von 540 Franken eine Jahresparkkarte kaufen, die sie berechtigt, Tag und Nacht unbeschränkt auf öffentlichen Parkplätzen zu parkieren. Ausgenommen bleiben nur die beiden Zentrumszonen, in denen für jeden eine zweistündige Parkzeitbeschränkung gilt.

Im Gegenzug soll jedoch die Nachtparkgebühr aufgehoben werden. «Die Parkierungsprobleme in Kilchberg beschränken sich auf den Tag. Die verlorenen Einnahmen durch die Nachtparkgebühr könnten durch die neuen Bewirtschaftungsmassnahmen kompensiert werden», erklärt Baruffol.

Tageskarten für jeden

Für 12 Franken pro Tag gibt es für jeden Pendler oder jede auswärtige Firma in Kilchberg weiterhin die Möglichkeit, unbeschränkt zu parkieren. Solche Tagesparkkarten – im 10er-Block für 100 Franken – lösten unter den Anwesenden die meisten kritischen Fragen gegenüber dem Konzept aus. Ob damit Parkierer von ausserhalb Kilchbergs abgeschreckt werden können, lautete eine Rückmeldung aus dem Publikum. «Im Vergleich zu Gemeinden, die bereits solche Tagesparkkarten eingeführt haben, sind 12 Franken viel», rechtfertigte Baruffol den Preis.

So oder so sei sie froh um Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Der Entwurf des Parkierungskonzepts zusammen mit der Parkierungsverordnung und der Kostenzusammenstellung liegen ab heute bis am 31. Mai öffentlich auf und können auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden. Änderungswünsche oder Bemerkungen müssen schriftlich eingereicht werden. Nach deren Bereinigung ist es das Ziel des Gemeinderats, im nächsten Dezember an der Gemeindeversammlung das Konzept zu verabschieden. Die Umsetzung durch die Rechtskraft soll anschliessend im 2019 abgeschlossen werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.04.2018, 17:05 Uhr

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