Kilchberg/Lausanne

Altersheim-Mord: Täterin beschäftigt die Gerichte

Das höchste Gericht hat längst bestätigt, dass eine 35-Jährige mitschuldig ist am Tod einer Bewohnerin des Alterszentrums in Kilchberg. Sie gelangte dennoch zum dritten Mal an das Bundesgericht.

Der Mord an einer Bewohnerin des Alterszentrums Hochweid in Kilchberg wird die Gerichte nicht mehr beschäftigen. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

Der Mord an einer Bewohnerin des Alterszentrums Hochweid in Kilchberg wird die Gerichte nicht mehr beschäftigen. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Bild: Archiv ZSZ

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Das Schweizer Rechtssystem erlaubt manchmal Erstaunliches. So ist eine 35-Jährige schon zum dritten Mal ans Bundesgericht gelangt. Obwohl sie längst verurteilt wurde. Ihre Beschwerde gegen das Urteil des Zürcher Obergerichts lehnte das Bundesgericht am 28. September 2017 ab.

Verurteilt wurde die Frau, weil sie mit einer Freundin im Alterszentrum Hochweid in Kilchberg eine 88-Jährige getötet hat. Die Beiden waren auf der Suche nach Wertsachen eingestiegen. Die Bewohnerin einer Alterswohnung musste sterben, weil sie während dem Raubzug aufgewacht war. Die Täterinnen drückten ihr ein in Salmiakgeist getränktes Tuch auf Mund und Nase, die Frau erstickte.

Eine der Beiden hat das Urteil, eine Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren, längst akzeptiert. Die zweite Täterin, die im Hochweid als Nachtschwester gearbeitet hatte, wurde am Obergericht zu 15 Jahren verurteilt. Sie hatte die Tat in der Haft gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Das Obergericht hat die ursprüngliche Strafe von 13 auf 15 Jahre erhöht. Den Widerruf erachteten die Richter als unglaubwürdig. Insbesondere, dass eine Beschuldigte einen Raubmord gesteht, weil sie hofft deswegen aus dem Gefängnis entlassen zu werden.

Hartnäckiger Kampf

Die 35-Jährige beharrt weiterhin auf ihrer Unschuld. Zynisch gesagt hat sie genug Zeit, um gegen ihre Verurteilung vorzugehen. Diese nutzt sie offensichtlich auch. Schon 2017 musste sich das Bundesgericht mit einem Revisionsgesuch beschäftigen – es wurde abgelehnt. Ein Jahr später gelangte die 35-Jährige schon wieder an das Zürcher Obergericht, erneut mit einem Gesuch um Revision des Urteils. Das Zürcher Gericht lehnte ab, also zog sie das Gesuch an das Bundesgericht weiter. Dieses hat jetzt beschlossen, nicht auf ihre Beschwerde einzutreten.

Was hat die 35-Jährige überhaupt vorgebracht? Sie meint, dass die Beweiswürdigung der Gerichte zur Tat falsch sei. Bloss, das ist kein Grund für ein Revisionsgesuch, wie das Obergericht festgestellt hatte. Sie habe keine neuen Beweise oder Tatsachen eingebracht. Vor Bundesgericht anfechtbar sind Entscheide etwa wegen Verletzungen des Völkerrechts oder des Bundesrechts. Die Beschwerdeführerin habe aber nichts derartiges beanstandet, hält das Bundesgericht fest. Sie wiederhole nur, was sie schon vor Obergericht eingebracht hatte. So sei sie unschuldig verurteilt worden und ihre Beweisanträge seien abgewiesen worden.

Mit ihrer Kritik verkenne sie, dass das Urteil nicht Teil dieses Verfahrens sei, so das Bundesgericht. Gelohnt hat sich der Gang ans Bundesgericht nicht. Immerhin, das Gericht verzichtet darauf, ihr Kosten aufzuerlegen. (zsz.ch)

Erstellt: 06.02.2019, 17:55 Uhr

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