Wädenswil

Kavallerieverein ersetzt 46 Jahre alte Reithalle

Die Planung für eine neue Reithalle auf dem Geren kommt voran. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, den privaten Gestaltungsplan des Kavallerievereins Wädenswil zu genehmigen.

Die Reithalle auf dem Geren wurde 1973 errichtet und ist veraltet. Der Kavallerieverein Wädenswil will eine neue Halle mit 1000 Quadratmeter mehr Nutzfläche erstellen.

Die Reithalle auf dem Geren wurde 1973 errichtet und ist veraltet. Der Kavallerieverein Wädenswil will eine neue Halle mit 1000 Quadratmeter mehr Nutzfläche erstellen. Bild: Archiv Michael Trost

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Hoch über dem Zürichsee unterhält der Kavallerieverein Wädenswil die Reitanlage Geren. Zwei Reitplätze und eine Reithalle stehen den Vereinsmitgliedern zur Verfügung. Die Spring- und Dressurreiter benutzen sie für die Trainings.

Zudem führt der Kavallerieverein jährlich mehrere Springkonkurrenzen durch. Demnächst beispielsweise finden die Schweizer Meisterschaften der Junioren statt. Vereinzelt wird die Anlage auch für andere Veranstaltungen wie wie Konzerte oder den Agility-Cup mit Hunden vom nächsten Wochenende.

Die 46 Jahre alte Reithalle ist aber in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Nutzer. Vom Boden, über die asbesthaltigen Wände bis zum Dach und den sanitären Einrichtungen und den Räumlichkeiten für die Festwirtschaft hin ist alles renovationsbedürftig. Und sie ist mit ihren Dimensionen von 20 mal 40 Metern inzwischen auch zu klein.

1000 Quadratmeter mehr

Der Kavallerieverein will deshalb die alte Halle durch einen Neubau mit den Ausmassen 30 mal 60 Metern ersetzen. Damit vergrössert sich die Grundfläche um rund 1000 Quadratmeter. Sie soll an gleicher Stelle gebaut werden, wie aus dem privaten Gestaltungsplan des Kavallerievereins Wädenswil hervorgeht. Es ist auch ein zweistöckiger Annexbau entlang der Längsseite der Reithalle vorgesehen.

Im Erdgeschoss sind Bewirtschaftungs- und Lagerräume sowie eine Pferdeboxe für Dopingkontrollen an Veranstaltungen geplant. Im Obergeschoss wird die Festwirtschaft untergebracht. Auch eine gedeckte Terrasse ist möglich. Weitere Lagerräume im Obergeschoss könnten auch als Theorieräume für Reitkurse genutzt werden.

Die Reitanlage liegt in der Erholungszone, wo eine Reithalle zulässig ist. Ein privater Gestaltungsplan ist für die Erneuerung der Reitanlage nötig, weil dies die Bauordnung der Stadt Wädenswil vorschreibt. Dieser ist letztes Jahr öffentlich aufgelegen und die Bevölkerung konnte Einwendungen einreichen. Der Stadtrat legt nun die Weisung zuhanden des Gemeinderates vor. Er beantragt dem Parlament, den privaten Gestaltungsplan festzusetzen.

Wie aus der Weisung hervorgeht, sind zwei Einwendungen gegen den privaten Gestaltungsplan eingegangen. Beide beantragten, den Gestaltungsplan des Kavallerievereins abzulehnen. Sie bemängeln hauptsächlich die Erschliessung und die Parkierungsmöglichkeiten, sind aber nicht berücksichtigt worden.

Gegenüber heute werde die Situation bezüglich Zufahrt und Parkierungsmöglichkeit verbessert, hält Reto Dorigo, Präsident des Kavallerievereins, fest. Aufgrund der vergrösserten Reithalle würden vor der Halle kaum mehr Parkplätze Platz haben. Deshalb reduziere sich der Zufahrtsverkehr. Sämtliche Pferdetransporter sowie alle Besucher würden auf dem grossen Parkplatz neben der Autobahn parkieren. Auch werde die Anzahl der Grossveranstaltungen auf vier pro Jahr beschränkt.

Finanzierung noch zu klären

Der private Gestaltungsplan ist erst der Anfang zu einer Modernisierung der Reithalle. Ein konkretes Projekt gibt es noch nicht. «Wenn der Gemeinderat den Gestaltungsplan festsetzt, starten wir die Grob-Projektierungsphase», sagt Reto Dorigo. Ziel sei ein noch nicht bis ins Detail ausgearbeitete Bauprojekt. Die neue Reithalle soll aber soweit geplant werden, dass der Kavallerieverein eine fundierte Grundlage habe, um die Frage der Finanzierung zu klären.

Über die Kosten hat der Kavallerieverein grobe Vorstellungen, wie der Vereinspräsident sagt. Er geht davon aus, dass der Neubau der Reithalle und des Anbaus rund 2 bis 2,5 Millionen Franken kosten werden. Diesen Betrag kann der Kavallerieverein nicht alleine stemmen. Liege das Grobkonzept vor, könne der Kavallerieverein das Gespräch mit Banken, Sponsoren und anderen Stellen aufnehmen, sagt Reto Dorigo. Falls nötig, könnte das Bauvorhaben auch etappiert werden. Falls alles nach Plan verläuft, wäre der Baubeginn in rund zwei Jahren.

Er betont, dass der Kavallerieverein eine Anlage baut, die er selber nutzt. Damit will er allfällige Befürchtungen ausräumen, die Anlage könnte öfter vermietet und damit stärker fremdgenutzt werden als bisher. «Wir müssen einen gemeinsamen Weg mit den Anwohnern finden, um sie vor mehr Lärm und Verkehr zu schützen», sagt Dorigo.

Erstellt: 18.07.2019, 18:21 Uhr

Neubau

Abgebrannte Scheune soll ersetzt werden

Am 25. Februar 2019 ist eine Holzscheune neben der Reithalle Geren vollständig niedergebrannt. Übrig geblieben sind lediglich ein paar Balken. Es entstand ein Sachschaden von über 100'000 Franken. Die Brandursache ist auch heute noch nicht vollständig geklärt, ist aber auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen, wie es auf Nachfrage bei der Kantonspolizei Zürich heisst. Ob das Feuer wegen menschlichen Fehlverhaltens ausgebrochen ist oder vorsätzlich gelegt wurde, steht nicht fest. Eine allfällige Täterschaft ist nicht bekannt.

Der Kavallerieverein Wädenswil will die Holzscheune ersetzen, wie Vereinspräsident Reto Dorigo sagt. Die Holzscheune habe für den Verein, aber auch für andere Nutzer, einen hohen emotionalen Stellenwert. Der Verein empfing und bewirtete dort beispielsweise Sponsoren bei Grossanlässen. Er lagerte darin aber auch Material. Zudem diente sie den Wädenswiler Samichläusen in der Adventszeit als Chlaushütte.

Der Schaden sei durch die Versicherung gedeckt, sagt der Vereinspräsident. Noch nicht klar ist, ob sie wieder so aufgebaut werden kann, dass sie wie die alte genutzt werden kann. Eine Auflage sei beispielsweise, dass sie fensterlos gebaut werden muss und nur noch als Geräteschuppen dienen kann. «Dafür benötigen wir sie aber nicht», stellt Reto Dorigo klar. Mit der Erneuerung der Reitanlage entstehe genügend Lagerraum. (dh)

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