Hütten

Katholiken auf dem Berg feiern Hüttner Gotteshaus

Die katholische Kirche in Hütten wird 50 Jahre alt. Die Pfarrei feiert das Jubiläum an Pfingsten. Damit wird auch bekundet, dass trotz Umbruch und Fusionen die Kirche im Dorf bleibt.

Die 50 Jahre alte katholische Kirche in Hütten ist einem Werk von Le Corbusier in Frankreich nachempfunden.

Die 50 Jahre alte katholische Kirche in Hütten ist einem Werk von Le Corbusier in Frankreich nachempfunden. Bild: André Springer

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Michael Kerssenfischer ist seit 17 Jahren Pfarreibeauftragter und Diakon in der Kirchgemeinde Hirzel-Schönenberg-Hütten. Zum 50-Jahr-Jubiläum der katholischen Kirche in Hütten sagt er: «Wir feiern den runden Geburtstag unseres Gotteshauses bewusst an Pfingsten, dem Fest, das als Geburtstag der Kirche gilt». Ohne Glauben gebe es keine Kirche. Darum werde dieser im Pfingstgottesdienst ins Zentrum gestellt und bekräftigt.

Kerssenfischer lobt den guten Geist und die Zusammenarbeit der Pfarreien auf dem Berg. Auch die Ökumene klappe bestens. «Daher werden wir das Fest zusammen mit den reformierten Schwestern und Brüdern feiern.»

Kapelle ging an Reformierte

Die katholische St. Jakobus-Kirche, die am 27. Juli 1969 eingeweiht wurde, hat eine bewegte Geschichte. Sie war nämlich nicht das erste Gotteshaus im Dorf: Hütten erhielt bereits im Jahr 1287 dank einer Stiftung eine Sankt Jakobs-Kapelle. Diese war eine Filiale der Mutterkirche St. Martin in Richterswil, die dem populären Heiligen Jakobus dem Älteren, dem Patron der Feldfrüchte, geweiht war. Der Richterswiler Pfarrer las wöchentlich Messe in der Kapelle von Hütten.

Da in Zürich ab dem Jahr 1523 die Reformation im Gange war, mussten die Bewohner von Hütten zum reformierten Glauben übertreten. Die Kapelle in Hütten wurde fortan für reformierte Gottesdienste verwendet. Erst das Toleranzedikt von 1807 erlaubte wieder Feiern von katholischen Gottesdiensten.

Messe in der Garage

Die kirchlichen Aussenwachten Hirzel, Schönenberg und Hütten gehörten bis 1924 zur Pfarrei St. Marien Wädenswil. Danach kam es erneut zu einer Wende: Als sich die Katholiken von Schönenberg zu einer eigenen Pfarrei formierten, wünschten sich die Hüttner Katholiken ebenfalls die Eigenständigkeit mit einem Gotteshaus. Da dies nicht sofort zu realisieren war, feierten sie ab 1961 jeden Sonn- und Feiertag die Spätmesse in einer alten Garage in einer Hüttner Sägerei. Dank Spenden ab den Sechzigerjahren und der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der katholischen Kirche im Kanton Zürich im Jahr 1968, die ebenfalls Gelder einbrachte, rückte der Bau der Kirche in Reichweite.

Von den eingereichten Projekten für die neue Kirche machte das Konzept von Architekt Kurt Federer, Rapperswil, das Rennen. Die Kirche St. Jakobus mit Platz für 300 Gläubige ist ein moderner Rundbau mit zwei Türmen, der sich mit seinen wuchtigen Formen der Hügellandschaft von Hütten anpasst. Ihre Formensprache nimmt Bezug auf die Kirche Notre-Dame-du-Haut im französischen Ronchamp von Le Corbusier. Für den Hüttner Bau wurden 800000 Franken voranschlagt. Die Kosten konnten eingehalten werden, da Ortspfarrer Heeb das Grundstück für das Bauvorhaben bereits gekauft hatte. Nach seinem plötzlichen Tod übernahm Pfarrer Paul Weber seine Nachfolge. Die Freude war gross, als neben dem Neubau auch die Weihe und der Aufzug von drei gespendeten Glocken gefeiert werden konnte. Doch die Decke der neuen Kirche erwies sich schon bald als undicht: Bereits in den Jahren 1980/81 nmusste das Gebäude umfassend saniert werden. Die Renovation kostete annähernd soviel, wie der Bau zwölf Jahre zuvor.

Neuerungen im Jahr 2020

Die katholischen Berggemeinden mit rund 1400 Gläubigen stehen vor einem einschneidenden Wechsel. Zwar bleiben Hirzel, Schönenberg und Hütten eigenständige Pfarreien. Hingegen gibt es auf der Ebene der Kirchgemeinde, also dem staatskirchenrechtlichen Status der römisch-katholischen Kirche, einen Wechsel: Am 1. Januar 2020 wird Hirzel der Horgner Kirchgemeinde St. Josef zugeschlagen. Schönenberg und Hütten werden ab diesem Datum zur Wädenswiler Kirchgemeinde St. Marien gehören. Die Kirchgemeinden folgen also den Fusionen der politischen Gemeinden, die bereits vollzogen sind.

Sonntag, 9. Juni 2019, 10 Uhr, kath. Kirche Hütten. Es singt der Kirchenchor unter der Leitung von Barbara Grimm; Fredi Baumgartner, Trompete.

Erstellt: 04.06.2019, 15:49 Uhr

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