Wädenswil

Kantonsrat steht geschlossen hinter den Zürcher Agroscope-Standorten

Diskussionslos hat der Zürcher Kantonsrat den Regierungsrat beauftragt, sich für den Erhalt der Zürcher Agroscope-Standorte einzusetzen. Philipp Kutter (CVP) will aber mehr: Den Standort Wädenswil stärken.

Ob der Agroscope-Standort in Wädenswil tatsächlich dereinst geschlossen wird, entscheidet der Bund im Sommer.

Ob der Agroscope-Standort in Wädenswil tatsächlich dereinst geschlossen wird, entscheidet der Bund im Sommer. Bild: Archiv ZSZ

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Es war schnell abgehandelt, das Traktandum Nummer 2 an der Kantonsratssitzung. Zur Debatte stand das dringliche Postultat «Rettungsplan für die landwirtschaftliche Forschung im Kanton Zürich», das Philipp Kutter (CVP, Wädenswil) als Erstunterzeicher eingereicht hatte. Denn debattieren wollte niemand.Nachdem der Regierungsrat Ende April signalisiert hatte, dass er das Postulat entgegen nehmen wolle, hat der Kantonsrat die Exekutive nun noch offiziell beauftragt, dies zu tun.

Geschlossen stand das Parlament dafür ein, die Zürcher Standorte der Agroscope – Wädenswil und Reckenholz – zu erhalten. Das ist eine Kampfansage gegen die Idee von Bundesrat Schneider-Ammann, die schweizweit sieben Agroscope-Standorte im freiburgischen Posieux zu zentralisieren.

Für Kutter ist die geschlossene Haltung des Rats erfreulich: «Alle Kantonsräte finden unser Anliegen berechtigt.» Weil keiner das Wort gegen den Vorstoss erhoben hat, gab es weder eine Diskussion noch eine Abstimmung.

Kein rein bäuerliches Anliegen

Froh ist Kutter auch, dass Bundesrat Johann Schneider-Ammann übers Wochenende in der causa Agroscope Kommunikationsfehler eingeräumt hat: «Mit seiner überhasteten Kommunikation hatte er viele verunsichert, allen voran die Bauern. Es ist gut, dass er das eingestanden hat.»

Es ist Kutter aber wichtig, dass das Erhalten der verschiedenen Agroscope-Standorte kein rein bäuerliches Anliegen ist. «Auch die Konsumenten wären von einer Zentralisierung der landwirtschaftlichen Forschung direkt betroffen.» Die Agroscope schaffe es, beides im Blick zu haben: Pflanzenschutzmittel zu entwickeln, die Lebensmittel nicht belasten, so dass auch die Konsumenten zufrieden sind. Es ist für Kutter, und seinen Mitunterzeichner Martin Hübscher (SVP, Wiesendangen), Vorstandsmitglied des Zürcher Bauernverbands, auch in diesem Zusammenhang wichtig, dass die landwirtschaftliche Forschung weiterhin dezentral betrieben wird. So unterschiedlich seien die Böden, die klimatischen Bedingungen und die Bedürfnisse der Konsumenten in den verschiedenen Regionen. Laut Hübscher sind die Zielkonflikte der Landwirtschaft zahlreich: «Die Konsumenten wollen etwa qualitativ hochstehende regionale Produkte und keine Rückstände in Gewässern. Solchen Konflikten ist nur mit angewandter Forschung beizukommen.»

Vision Agro-Food-Zentrum

Als Stadtpräsident von Wädenswil schwebt Kutter aber nicht nur ein Erhalt des Standorts Wädenswil vor, sondern sogar dessen Stärkung. Er verweist auf das Nutztierzentrum in Lindau, das der kantonale Strickhof mit der Uni Zürich und der ETH betreibt. «Diese Bündelung von Wissen nennen alle einen Leuchtturm», sagt Kutter. «In Wädenswil könnte ein entsprechender Leuchtturm für Agro-Food entstehen.» In Lindau habe viel investiert werden müssen. «In Wädenswil wären mit der ZHAW und der Agroscope die Bildungs- und Forschunginstituion schon vorhanden», sagt Kutter. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.05.2018, 17:07 Uhr

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