Ratsherren-Schiessen

Politiker aus dem ganzen Kanton messen sich im Wettschiessen

Schiesswettbewerb statt Wortgefechte: Rund 700 Politiker aus dem Kanton trafen sich am Montag in Wädenswil, Horgen und Schönenberg zum 22. Zürcher Ratsherren-Schiessen. Für einmal stand nicht der politische Wettkampf, sondern das gemütliche Zusammensein im Zentrum.

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Der Hall der Schussgeräusche bei der Schiessanlage Beichlen in Wädenswil ist nichts Aussergewöhnliches. Auch die zahlreichen Bänke, Tische und die Festwirtschaft im und vor der Schützenstube fallen wenig auf. Wer gestern morgen beim Schiessstand Beichlen vorbeispazierte, der wunderte sich vielleicht höchstens über die grosse Anzahl Autos und das eine oder andere bekannte Gesicht.

Knapp 700 amtierende und ehemalige Zürcher Regierungs-, Stadt- und Gemeinderäte schossen gestern in Wädenswil und aus Platzgründen in Horgen am traditionallen Ratsherren-Schiessen. Die Politiker treffen sich alle eins bis zwei Jahre am ersten Montag in den Sommerferien zu diesem Schiesswetkampf. Vierergruppen aus gemeinsamen politischen Behörden schliessen sich dabei zusammen und vergleichen ihre Schiesskünste untereinander. Für die Rangliste am Schluss zählen nur drei Resultate, die schlechteste Punktzahl gilt als Streichresultat.

Regierungsräte vorne dabei

Ausserhalb der Schiessanlage geniessen die Politiker die Sonne und essen zum Znüni den traditionallen Ratsherren-Schüblig. Auch im Schiessstand herrscht eine lockere Stimmung — ausser bei denjenigen Schützen, welche hochkonzentriert ihre Sturmgewehr gerade im Anschlag haben. Man grüsst sich, schüttelt die Hände und vergleicht die geschossenen Punkte. Viele der Politiker sehen sich nur an diesem Anlass.

Die grösste Aufmerksamkeit an diesem Morgen zogen die Regierungsräte auf sich. Der Einheimische Ernst Stocker schoss 70 von 80 möglichen Punkten. «Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ich bin sogar sieben Punkte besser als beim letzten Mal», freut sich Stocker. Mit ihm, Markus Kägi (72 Punkte), Silvia Steiner (60 Punkte) und Kathrin Arioli (47 Punkte) landete die Regierungsratgruppe auf dem beachtlichen 18. Platz.

Etwas weniger gut lief es der Gruppe um den Wädenswiler Stadtpräsidenten und OK-Präsidenten Philipp Kutter. Er hatte vorsorglich vergangene Woche geschossen, um nicht beschäftigt zu sein, sollte etwas Unvorhergesehen eintreffen— was nicht der Fall war. Kutter erreichte mit 70 Punkten zwar ein gutes Resultat, seine Stadtratskollegen allerdings weniger, sodass die Gruppe bloss auf Platz 118 von 147 landete.

Die beste Ratsgruppe aus dem Bezirk war eine aus dem Wädenswiler Gemeinderat auf Platz sechs. Beste Einzelschützen bezirksweit waren die Gemeinderäte Urs Klemm (Oberrieden), Heinz Melliger (Adliswil) und Jörg Marty (Schönenberg) mit je 73 Punkten. Ihnen fehlten vier Punkte auf Platz eins und somit zum Gewinn einer zürcherischen Ratsherren-Kanne.

Spatz und Cremeschnitte

Im Vordergrund des Anlasses standen jedoch nicht die sportlichen Resultate, sondern das gemütliche Zusammensein. «Es ist schön für einmal ohne irgendwelche Traktanden mit ihnen zusammenzusitzen», sagte Kutter beim Empfang der Ehrengäste in Schönenberg. Dorthin wurden die Schützen sowie weitere Ehrengäste nach dem Schiessen hingefahren, wo sie ein Apéro und das traditionalle Mittagessen erwartete. Serviert wurde in der Sporthalle der währschafte «Spatz», ein Eintopf mit Siedfleisch und Gemüse, und eine Cremeschnitte zum Dessert.

Organisiert wird der Anlass von einem Kuratorium, dessen Vorsitzender aktuell Ernst Stocker ist. Dass Wädenswil zum zweiten Mal nach 2001 Hauptaustragungsort des Ratsherren-Schiessens ist, sieht Stocker nicht in seiner Verantwortung: «Ich wusste natürlich, dass es hier von den Platzverhältnissen aufgeht und es auch einen aktiven Schützenverein gibt.» Aber nach der Anfrage des Kuratoriums müsse die Gemeinde immer noch selber den Beschluss zur Austragung erteilen.

Wo die nächste Ausgabe in zwei Jahren stattfindet, kann das Kuratorium noch nicht verraten, weil der Beschluss in angefragten Gemeinde noch fehlt. Für 2022 ist jedoch bereits klar, das der Traditionsanlass in der Kantonshauptstadt in der Schiessanlage Albisgüetli stattfinden wird. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.07.2018, 17:05 Uhr

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