Zürichsee

Kanton Zürich will im See neue Inseln schaffen

Die Ufenau oder Lützelau sind beliebte Inseln im See. Schon bald könnten sie kleine Geschwister erhalten. Der Kanton Zürich will aus Aushubmaterial neue Inseln aufschütten. In Richterswil findet man die Idee gut, in Stäfa ist man skeptisch.

Eine der ganz kleinen Zürichsee-Inseln befindet sich bereits vor Richterswil. Die Insel Schönenwerd erhält vielleicht bald schon Nachbarinseln.

Eine der ganz kleinen Zürichsee-Inseln befindet sich bereits vor Richterswil. Die Insel Schönenwerd erhält vielleicht bald schon Nachbarinseln. Bild: Patrick Gutenberg

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Wenn die Bevölkerung wächst, kann man verdichtet bauen. Das Problem: Den See kann man nicht aufstocken oder vergrössern – sprich, Naherholungs­gebiete können kaum wachsen.Der Kanton Zürich will diesem Problem jetzt mit einer kreativen Lösung im Zürichsee entgegentreten.

Kantonsplaner Wilhelm Natrup enthüllte gegenüber der Sendung «Schweiz aktuell» von SRF die Pläne: «Wir wollen etwas Neues erschaffen, Inseln, wie sie zum Beispiel im Urner Reuss­delta aufgeschüttet worden sind.» Das heisst, es könnten Badeinseln mit gepflegter Flora und Fauna werden. Der Kanton ist bei der Planung bereits weit fort­geschritten und hat mit den zwei möglichen Standortgemeinden Gespräche geführt.

Angst vor Mehrverkehr

In Stäfa begegnet man der Idee kritisch, wie Tiefbauvorsteherin Claudia Hollenstein (GLP) gegenüber SRF sagt. Die Gemeinde müsste einen Kostenanteil von 300 000 Franken tragen. Und auch das Problem mit dem erwarteten Mehrverkehr müsste die Gemeinde selber lösen. «Das hat die Vorteile nicht aufgewogen.» In Stäfa war die Insel im Gebiet Risi zwischen Ürikon und Feldbach angedacht. Dort gibt es bereits heute Badeplätze – die Parkplätze sind stets sehr begehrt.

Auf der anderen Seeseite in Richterswil sieht man die Idee des Kantons lieber. Dort könnten die Inseln im Gebiet Mülibach aufgeschüttet werden. «Eine Insel wäre nur im Winter sichtbar, die zweite könnte im Sommer etwa ein Floss ersetzen», erzählt Gemeindepräsident Hans Jörg Huber (FDP) in der TV-Sendung. Die Gemeinde sei interessiert daran, noch attraktiver zu werden.

Ganz neu ist die Idee von zusätzlichen Inseln im See nicht. 2011 gab die Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ) den Anstoss für die Vision, die damals auch in das Leitbild Zürichsee 2050 des Kantons eingeflossen ist. Geschiebe aus Bächen hätte als Material für die Inseln dienen können. Das ist nun anders.

Aushubmaterial aus Thalwil

Das Aushubmaterial, das für die Inseln benötigt wird, könnte der Kanton nämlich quasi im Vorbeigehen erhalten. Dann wenn er den geplanten Hochwasserentlastungsstollen bei Thalwil realisiert. Dieser ist Teil von mehreren Massnahmen, die dem Hochwasserschutz an Sihl, Zürichsee und Limmat dienen sollen.

Der Kanton rechnet mit mindestens zehn Jahren, bis das Projekt der neuen Inseln im Zürichsee umgesetzt werden könnte.

In dieser Zeit müssen die Gemeinden überzeugt und Kritiker besänftigt werden. Und diese gibt es bereits. Pro Natura stellt sich auf den Standpunkt, dass der Lebens­raum Wasser schon durch Pflanzen und Tiere besetzt ist. «Diese werden verdrängt, wenn sich der Mensch im See breitmacht», sagt Geschäftsleiter Andreas Hasler.

Pro Natura dürfte sich derweil an einem Inselprojekt freuen, das deutlich konkreter ist als die ­Zürichsee-Inseln vor Stäfa oder Richterswil. Im Obersee werden bei Rapperswil-Jona ab September Brutplätze für seltene Vögel geschaffen. Dafür werden zwei Inseln in der Stampfbucht umgebaut und aufgeschüttet. Die komplexen Aushub- und Gestaltungsarbeiten dauern rund zwei Wochen und kosten 120 000 Franken. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.08.2017, 08:56 Uhr

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