Wädenswil

Kanton unterstützt Fusion mit Rekordsumme

Der Zürcher Regierungsrat will eine mögliche Fusion von Wädenswil, Schönenberg und Hütten mit 7,6 Mio. Franken finanziell unterstützen.

Durch die Fusion von Wädenswil, Schönenberg und Hütten entstünde eine Gemeinde mit 24300 Einwohnern.

Durch die Fusion von Wädenswil, Schönenberg und Hütten entstünde eine Gemeinde mit 24300 Einwohnern. Bild: zvg

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Der Kanton greift Gemeinden mit konkreten Fusionsabsichten finanziell unter die Arme. Käme es 2018 zu einem Zusammenschluss von Wädenswil, Schönenberg und Hütten, würde der Zürcher Regierungsrat gar eine Subventionssumme von 7,6 Mio Franken springen lassen. Dies hat er gestern bekannt gegeben. Das ist der höchste Unterstützungsbeitrag, den der Kanton Zürich jemals für eine angestrebte Eingemeindung zugesichert hat. «Es handelt sich um das grösste Fusionsprojekt im Kanton Zürich, das wir je hatten», sagt Arthur Helbling, Leiter des kantonalen Gemeindeamtes. Denn noch nie hätten sich im Kanton drei politische Gemeinden zusammenschliessen wollen.

Der in Aussicht gestellte Betrag soll zu wesentlichen Teilen dazu beitragen, die Verschuldung von Hütten auf ein vertretbares Mass zu senken, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem sollen Steuerfussunterschiede abgefedert und Einbussen beim Finanzausgleich ausgeglichen werden. Die Subvention gilt als gebundene Ausgabe und wird nur ausbezahlt, wenn die Eingemeindungen letzten Endes auch zustande kommen. Die entsprechenden Urnenabstimmungen werden zeitgleich in allen drei politischen Gemeinden im Mai 2017 durchgeführt.

Erfreut über Zusicherung

«Die Höhe der Unterstützung zeigt das grosse Interesse des Regierungsrates, dass die Fusion zustande kommt», sagt Hüttner Gemeindepräsidentin Verena Dressler (parteilos). Dies bestätigt der Kanton in seiner Mitteilung: Mit der Fusion würde eine geografisch zweckmässig abgegrenzte Gemeinde mit rund 24 300 Einwohnern entstehen. Diese wäre in der Lage, ihre Aufgaben selbständig zu erfüllen und ihre Bevölkerung mit zeitgemässen Dienstleistungen zu versorgen.

Die Summe von 7,6 Mio Franken deckt sich in etwa mit dem Unterstützungsgesuch, das die Exekutiven der drei fusionswilligen Gemeinden im Februar dieses Jahres beim Zürcher Regierungsrat eingereicht hatten. Trotzdem zeigt sich der Schönenberger Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) erfreut über die Zusicherung des Beitrags: «Es zeigt, dass der Regierungsrat unsere bisherigen Bemühungen anerkennt und unterstützt». Denn der Beitrag sei für den weiteren Prozess substantiell, so Matt. Auch Philipp Kutter (CVP), Stadtpräsident von Wädenswil, begrüsst die Höhe des Unterstützungsbeitrags: «Wenn Wädenswil um die beiden Gemeinden Schönenberg und Hütten erweitert wird, ist es wichtig, dass wir keine hohen Schulden übernehmen müssen». Ein Zusammenschluss dieser Grössenordnung verursache zudem am Anfang einen gewissen Sonderaufwand, sagt der Stadtpräsident. «Durch den Beitrag werden diese finanziellen Risiken reduziert».

Vergleich schwierig

Auch wenn es sich mit 7,6 Mio Franken um den höchsten vom Regierungsrat gesprochenen Beitrag in Sachen Gemeindefusionen handelt, so bleibt ein kantonaler Vergleich schwierig. Denn bis anhin gab es im Kanton nur Zusammenschlüsse zwischen jeweils zwei Gemeinden. So haben Bauma und Sternenberg einen Betrag von 3,5 Mio Franken erhalten. Die Vereinigung von Illnau-Effretikon und Kyburg unterstützte der Kanton mit 1,9 Mio Franken, die Fusion Wiesendangen und Bertschikon mit 1,4 Mio Franken. Im September sicherte der Regierungsrat der Fusion zwischen Horgen und Hirzel 3,3 Mio Franken zu. (zsz.ch)

Erstellt: 07.04.2016, 09:25 Uhr

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