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Kanton und Gemeinden müssen für Lärmgeplagte in die Gänge kommen

Es ist laut auf den Strassen im Bezirk Horgen – und somit auch in den Häusern. Bis zu 10'000 Fahrzeuge donnern täglich über eine vielbefahrene Gemeindestrasse. Bis März 2018 müssen der Kanton wie auch die Gemeinden alle überbelasteten Strassen lärmsaniert haben. So will es der Bund. Die Zeit drängt.

Horgen setzt als erste Gemeinde im Bezirk auf Flüsterbeläge als Lärmschutz auf Strassen mit hohem Verkehrsaufkommen, wie hier in der Stockerstrasse.
Horgen setzt als erste Gemeinde im Bezirk auf Flüsterbeläge als Lärmschutz auf Strassen mit hohem Verkehrsaufkommen, wie hier in der Stockerstrasse.
zvg

Die Belastung lässt aufhorchen: 40 Prozent der Bevölkerung im Bezirk Horgen ist von massivem Strassenlärm betroffen, dies laut einer Statistik des kantinalen Tiefbauamtes. Die Rede ist von Gemeinde- oder Kantonsstrassen, auf denen die Lärmemissionen die erlaubten Grenzwerte übersteigen. Gemäss Lärmschutzverordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 müssen im Kanton Zürich alle belasteten Abschnitte auf Hauptstrassen bis zum 31. März des kommenden Jahres lärmsaniert werden.

Für die Sanierung der Nationalstrassen lief die Frist bereits 2015 ab. Als Lärmschutzmassnahmen kommen Schallschutzfenster, Schutzwände oder auch lärmarme Strassenbeläge zum Einsatz. Will der Kanton die gesetzten Fristen für die Lärmsanierung der Kantonsstrassen im Bezirk Horgen einhalten, muss er sich sputen. Denn in den Gemeinden Oberrieden, Horgen, Wädenswil und Richterswil beispielsweise sind Projektarbeiten noch im Gange. Thomas Maag, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion sagt: «Bis Ende März müssen die Lärmsanierungsprojekte zwar fertig erstellt und festgesetzt sein – die Ausführung kann aber nach diesem Datum stattfinden».

Und so kommt es, dass auf den Staatsstrassen der genannten vier Bezirksgemeinden die Bagger wohl erst später auffahren werden. Zudem ergänzt Maag: «Bei einem Projektverlauf ohne Einsprachen dürften auch die Schallschutzfenster-Massnahmen etwa Ende 2019 abgeschlossen sein.

Pilotprojekte abgeschlossen

Die Realisierung der letzten baulichen Massnahmen des Kantons wie Lärmschutzwände oder Teststrecken für den Einsatz von lärmarmen Belägen dürfte allenfalls noch ein bis zwei Jahre länger dauern. «Sechs Lärmschutzwandprojekte in Horgen, Langnau, Richterswil und Wädenswil sind in Erarbeitung oder in Ausführung», sagt Thomas Maag.

Bereits alle regulären Lärmschutzmassnahmen realisiert hat der Kanton in den Gemeinden Adliswil, Kilchberg, Rüschlikon und Thalwil. Die Gemeinden im nördlichen Teil des Bezirks hätten als Pilotprojekte gedient, sagt Maag. Darum hätten die Sanierungen früher abgeschlossen werden können. «Die südlichen Gebiete ab Oberrieden konnten erst 2016 gestartet werden». Je nach Massnahmentyp rechnet der Kanton mit deren Umsetzung zwischen 2019 und 2021.

Ebenfalls bereits erstellt oder festgesetzt sind die Lärmsanierungsprojekte in den Gemeinden Hirzel, Hütten, Langnau und Schönenberg. Gemäss Baudirektion sollen die Ausführungen der Massnahmen «bereits am Laufen sein, oder starten ab 2018».

Zeitlich auf Kurs

Die Gemeinden im Bezirk wiederum, die für die Lärmsanierung der Gemeindestrassen selber verantwortlich sind, scheinen vom Zeitplan her auf Kurs zu sein. Eine Vorreiterrolle in diesem Bereich nimmt die Horgen ein: Sie geht neue Wege und baut auf vier lämbelasteten Streckenabschnitten sogenannte Flüsterbeläge ein.

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