Thalwil

Kanton plant Seeuferweg mitten durch Badeplatz

Von der Seeanlage Gerbi bis zum Gebäude der Segler-Vereinigung soll es einen durchgehenden Seeuferweg geben. Gemäss den Plänen des Kantons wird der Fussweg dafür quer durch den Badeplatz Ludretikon führen. Thalwils Gemeinderat begrüsst dies.

Im vorderen Bereich des Badeplatzes Ludretikon soll ein 2,5 Meter breiter Plattenweg entstehen. Weiter hinten soll der Weg über einen seeseitigen Holzsteg der Ufermauer entlang führen.

Im vorderen Bereich des Badeplatzes Ludretikon soll ein 2,5 Meter breiter Plattenweg entstehen. Weiter hinten soll der Weg über einen seeseitigen Holzsteg der Ufermauer entlang führen. Bild: Sabine Rock

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Wer von der Rüeschliker Dorfgrenze her dem Thalwiler Seeufer entlang spaziert, steht nach rund 350 Metern vor einer Wand aus Holzbrettern. Hinter dieser liegt der Badeplatz Ludretikon, von den Thalwilern Ludi genannt. Will man dem Seeufer weiter folgen, kommt man hier also nicht drum herum, den Spaziergang auf dem Trottoir der Seestrasse fortzusetzen.In Zukunft soll dies nicht mehr nötig sein. Denn das kantonale Amt für Verkehr plant einen durchgehenden Fussweg von der Seeanlage Gerbi, durch das Ludi bis zum Clubhaus der Segler-Vereinigung. Weiter vorne, nahe der Thalwiler Schiffstation wird der Weg zudem durch die kleine Seeanlage Kern «gezogen».

Innerhalb des Badeplatzes Ludretikon soll auf der Wiese vor dem Kiosk ein Plattenweg gebaut und im hinteren Bereich seeseits der Stützmauer ein Holzsteg errichtet werden. Südlich des Badeplatzes soll der Uferweg durch die bestehende Seeanlage Ludretikon und anschliessend zwischen den heutigen Boots- und Parkplätzen entlang führen.

Seeufer im Winter zugänglich

All dies geht aus der Vorstudie des Kantons hervor. Wann das rund 1,1 Millionen Franken teure Projekt öffentlich aufliegen wird, ist noch offen. Entsprechend steht auch noch nicht fest, wann das Projekt umgesetzt wird, wie Markus Gerber, Kommunikationsbeauftragter des Amts für Verkehr, auf Anfrage mitteilt.

Klar ist hingegen, dass die Gemeinde das Vorhaben begrüsst. «Dieses Projekt wertet unser Seeufer auf», ist Bauvorstand Richard Gautschi (parteilos) überzeugt. Die Thalwiler Baukommission unterstützte den Kanton beratend bei der Erarbeitung der nun vorliegenden Vorstudie. Auch finanziell ist Thalwil beteiligt: Die Gemeinde wird, wie vom Gesetz vorgeschrieben, einen Fünftel der Gesamtkosten übernehmen. Zudem wird sie den im Ludi vorgesehenen, neuen Holzsteg berappen, was zusammen eine Summe von rund 277 000 Franken ergibt.

Erfreut über das Kantonsprojekt äussert sich auch Gautschis Ratskollegin und Vorsteherin des Ressorts Gesundheit und Freizeit, Catherine Marrel (SP), in deren Zuständigkeitsbereich das Ludi liegt. Das Projekt entspreche der Absicht des Gemeinderats, «das Thalwiler Seeufer allgemein zugänglicher zu machen», sagt Marrel. Der Badeplatz Ludretikon wird mit dem Uferweg künftig auch ausserhalb der Badisaison begehbar sein. Marrel sieht darin einen Gewinn, denn «es ist doch eigentlich schade, dass das Seeufer im Ludi nur während knapp vier Monaten pro Jahr zugänglich ist.»

Doch: Während das Projekt die Uferweglänge in Thalwil erweitert, wird es die ohnehin schon kleine Grünfläche im Badeplatz Ludretikon weiter verkleinern. Denn der 2,5 Meter breite Weg kommt gezwungenermassen auf den schmalen Grünstreifen zwischen Kiosk und See zu liegen. Verliert die ehemalige Badi, welcher vor zwei Jahren aus Spargründen bereits der Bademeister, das Sprungbrett und das Floss entzogen wurden, dadurch nicht noch mehr an Attraktivität? «Nein, das glaube ich nicht», sagt Gemeinderätin Catherine Marrel. Sie sieht darin eher eine Chance für das Ludi. Denn wegen der künftig ganzjährigen Begehbarkeit der Anlage müsse das Badigebäude winterfest und vandalensicher gemacht werden. In diesem Zuge seien weitere Neuerungen denkbar. Konkreteres lasse sich momentan aber noch nicht sagen.

Stollen-Entscheid abwarten

Marrel und Gautschi betonen, dass die Seeuferplanung des Gemeinderats zurzeit ohnehin von vielen offenen Fragen geprägt sei. Dies, weil noch nicht klar ist, ob der Kanton im Boden unter Thalwil den Hochwasserstollen zwischen Sihl und Zürichsee bauen wird oder nicht. Falls der Stollen kommt, wird er in der Badi Bürger I in den See münden.

Der Gemeinderat überlegt sich deshalb schon seit längerem, im Zuge dieser Bauarbeiten die Strandbäder Bürger I und II zusammenzulegen. Denn Veränderungen des Seeufergebiets Bürger stünden sowieso an, erklärt Richard Gautschi. «Vorbereitet sind wir deshalb auch für den Fall, dass der Stollen nicht realisiert wird.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.09.2017, 18:06 Uhr

Seeuferweg Thalwil

Der geplante Uferweg (Rote Linie) verbindet die Seeanlagen Gerbi und Ludretikon miteinander. (für eine vergrösserte Ansicht auf das Bild klicken)

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