Adliswil

Kanton lehnt Beschwerde von Adliswiler Eltern ab

Die Schule Adliswil kommuniziere zu intransparent. Darum gingen zwölf Eltern Anfang Jahr mit einer Aufsichtsbeschwerde gegen die Schule vor. Nun steht fest: Die kantonale Bildungsdirektion gibt ihnen in mehreren Punkten Recht, tritt aber trotzdem nicht auf die Beschwerde ein.

Die Adliswiler Schule Zopf stand im Zentrum der Aufsichtsbeschwerde, die die Eltern mehrerer Zopf-Schulkinder eingereicht hatten.

Die Adliswiler Schule Zopf stand im Zentrum der Aufsichtsbeschwerde, die die Eltern mehrerer Zopf-Schulkinder eingereicht hatten. Bild: Michael Trost

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Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat sich in den letzten Monaten mit einem rund 100 Seiten dicken Dossier befasst. Es waren dies ein Beschwerdebrief und dutzende dazugehörige Dokumente, die die Probleme an der Adliswiler Schule Zopf und Verfehlungen der Schulpflege belegen sollten.

Eingereicht wurde das Dossier letzten Januar von zwölf Adliswiler Eltern, deren Kinder an der Primarschule Zopf unterrichtet werden. Wie diese Zeitung berichtete, sprachen die Eltern in ihrer Aufsichtsbeschwerde von «unhaltbaren Zuständen». Sie kritisierten das altersdurchmischte Lernen, den integrativen Unterricht, die häufigen Lehrerwechsel. Statt ihre Verantwortung wahrzunehmen, verharmlose und ignoriere die Schulpflege die Probleme. Die Kommunikation sei völlig intransparent, lautete der Hauptkritikpunkt.

Eltern wollten Zeichen setzen

Nun steht fest: Die Bildungsdirektion hat die Beschwerde der Eltern abgelehnt. Dies geht aus einer gestern versandten, gemeinsamen Mitteilung der Schule Adliswil und der Beschwerdeführer hervor. In seiner Beurteilung habe der Kanton zwar «Schwächen in verschiedenen Bereichen» rund um die Schule bestätigt. «Jedoch handelt es sich dabei nicht um wesentliche Qualitätsmängel oder Rechtsverletzungen», heisst es im Schreiben. Für ein Eintreten wären schwerwiegende Rechtsverletzungen nötig gewesen, wie die Bildungsdirektion auf Anfrage mitteilt. Sie sei grundsätzlich zurückhaltend und achte den Autonomiebereich der unterstellten Behörden.

Die Beschwerdeführer zeigen sich mit dem Ausgang des Verfahrens dennoch zufrieden, wie deren Sprecher Patrick Brandenberger sagt. «In den meisten Punkten hat uns die Bildungsdirektion in ihrer Antwort Recht gegeben, das ist natürlich eine Genugtuung.» Ihnen sei es vor allem darum gegangen, ein Zeichen zu setzen. «Das ist uns gelungen.»

Die Kritik an der Schulpflege hatte dem im April abgewählten Schulpräsidenten Raphael Egli (CVP) das Amt gekostet. Sein Nachfolger ist Neo-Stadtrat Markus Bürgi (FDP). Dieser sowie die neue Schulleiterin des Zopf hätten frischen Wind in die verfahrene Situation gebracht, sagt Brandenberger. Die Kommunikation vonseiten der Schule habe sich klar verbessert.

Elternabend abgehalten

Ihre Anliegen konnten die Eltern inzwischen auch an einem Elternabend äussern. Basierend auf jenen Rückmeldungen und den Kritikpunkten aus der Beschwerde hat die Schule nun «Handlungsfelder definiert», wie in der Mitteilung geschrieben steht. Was das konkret bedeutet, lässt Schulpräsident Bürgi allerdings offen. «Die Massnahmen werden zurzeit noch erarbeitet.» Mehr wolle er momentan nicht sagen. Nach den Herbstferien würden die Resultate an einem Elternabend vorgestellt.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.08.2018, 19:47 Uhr

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