Rüschlikon

Kampfwahl um das Rüeschliker Gemeindepräsidium

Die Sozialvorsteherin Nadja Fossati fordert den langjährigen Gemeindepräsidenten Bernhard Elsener heraus: Sie kandidiert 2018 für das Rüeschliker Gemeindepräsidium. Um die bürgerliche Dominanz zu durchbrechen, versuchen SP und Grüne erneut ihr Glück mit Peter Cadisch.

Nadja Fossati fordert Bernhard Elsener heraus.

Nadja Fossati fordert Bernhard Elsener heraus. Bild: zvg

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Sie wagt, was sich zwei Legislaturperioden lang niemand getraute; am Sitz des Gemeindepräsidenten zu rütteln. Die Sozial- und Gesundheitsvorsteherin Nadja Fossati (parteilos) macht bei den Wahlen im Frühling 2018 Bernhard Elsener (CVP) Konkurrenz um das Gemeindepräsidium. Die ausgebildete Übersetzerin und Kommunikationsexpertin ist seit 2008 im Gemeinderat.«Ich kandidiere einerseits, weil ich den Job sehr spannend finde, andererseits finde ich, die Rüeschliker sollten bei den Wahlen wieder einmal eine Alternative haben», sagt Fossati.

Bei allen langjährigen Exekutivpolitikern, damit meine sie auch sich selbst, bestehe die Gefahr, dass man ein wenig «behäbig» werde. Gefragt danach, was sie anders machen würde als der bisherige Gemeindepräsident, sagt Fossati, sie würde «viel transparenter informieren», zum Beispiel jeden Beschluss des Gemeinderats öffentlich machen, und die Verwaltung effizienter führen.

Als ihren Leistungsausweis nennt sie unter anderem die Etablierung der Altersarbeit. Sie leitet das Projekt Neubau des Alters- und Pflegeheims Abegg Huus, trieb den Bau von Alterswohnungen in Rüschlikon voran, ist verantwortlich für die Jugendarbeit und für die soziale Integration der Asylbewerbenden. Als Gemeindepräsidentin will sie sich einsetzen für eine effiziente Zusammenarbeit der einzelnen Ressorts. Ein ausgeglichener Finanzhaushalt sei für sie von zentraler Bedeutung, Investitionen sollen sorgfältig geplant und kontrolliert werden, sagt sie. «Meine Vision ist, dass Rüschlikon für die Bewohner aller sozialen Schichten eine attraktive Gemeinde ist.»

Dirigent eines Orchesters

«Eine demokratische Wahl ist immer gut, und ich habe ja schon einmal einen Wahlkampf gewonnen», sagt Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP) zu dieser Konkurrenzsituation. Er spielt damit auf seinen Wahlkampf ums Präsidium vor 12 Jahren gegen Hanspeter Draeyer an. Der ETH-Forscher und Professor im Fachbereich Bauingenieurwissenschaften war erst Werk- und Finanzvorstand, bevor er das Gemeindepräsidium übernahm. Im November dieses Jahres wird er pensioniert. «Ich werde also mehr Zeit für das faszinierende Amt als Gemeindepräsident haben», freut er sich.

Elsener leitet die Arbeitsgruppe Bahnhof Süd, arbeitete mit an der Realisierung von Alters­wohnungen und sorgt sich um ein reges Vereins- und Kulturleben. Auf der Agenda für die kommen­den Jahre stehen unter anderem der Bau des Glasfasernetzes in Rüschlikon, eine neue Gemeinde­ordnung und der Einbezug der elektronischen Medien im Kontakt mit der Bevölkerung.

«Vor zwölf Jahren dachte ich, die Arbeit als Gemeindepräsident würde ähnlich der eines Bergführers sein», gibt Elsener amüsiert zu. Die Erfahrung lehrte ihn aber, dass das Bild eines Orchesters zutreffender ist: «In einer Gemeinde haben wir viele Solisten und Musikanten. Als Gemeindepräsident muss man dafür sorgen, dass ein schönes Konzert resultiert», sagt Elsener. «Die zweite Goldmedaille für Rüschlikon als attraktivste Gemeinde der Schweiz zeigt, dass uns dies recht gut gelingt.»

Die SP portiert Peter Cadisch

Neben Elsener und Fossati stellen sich alle drei FDP-Vertreter im Gemeinderat zur Wiederwahl: Liegenschaftenvorstand Simon Egli, Bauvorsteherin Romaine Marti und Finanzvorstand Fabian Müller. Urs Keim (parteilos) ist nach seiner ersten Legislaturperiode motiviert, die anstehenden Projekte weiterzuführen. Auch Doris Weber (parteilos), die als Schulpräsidentin im Gemeinderat einsitzt, wird sich zur Wiederwahl stellen.

Mit drei FDP-Mitgliedern und einem CVP-Mitglied ist der Gemeinderat Rüschlikon bürgerlich dominiert, was SP und Grünen missfällt. Sie portieren deshalb Peter Cadisch, der bei den Wahlen 2014 zwar das absolute Mehr erreichte, jedoch als überzählig ausschied. Der Musiker lebt seit 20 Jahren in Rüschlikon und setzte sich in der Rechnungsprüfungskommission für die Gemeinde ein. «Ich wünsche mir mehr Transparenz seitens des Gemeinderats, und dass Rüschlikon attraktiv für alle Bevölkerungsschichten ist», sagt Cadisch. Weitere Kandidaten sind zurzeit nicht bekannt.

Erstellt: 01.09.2017, 15:36 Uhr

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