Wädenswil

Kaltwasserschwimmer mögens auch eisig

Erstmals seit Jahren hat es während des 43. Wädenswiler Kaltwasserschwimmens geschneit. Die wagemutigen Teilnehmer nahmen daran keinen Anstoss – im Gegenteil.

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Auf der Terrasse im Strandbad Rietliau finden sich am Sonntagmorgen rund 30 noch dick vermummte Schwimmerinnen und Schwimmer zu gymnastischen Übungen ein. Mit schnellen Arm- und Beinbewegungen bereiten sie sich auf das alljährliche Kaltwasserschwimmen vor, in einer im Vergleich zu den letzten Jahren ungewohnten Umgebung. Das Strandbad ist schneebedeckt. «Zum ersten Mal seit Jahren», heisst es aus den Reihen des Organisators, der Sektion Wädenswil der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG).

Noch während des Einturnens setzt neuer Schneefall ein. «Jetzt wird’s perfekt», sagt einer. Für Aussenstehende ist es einigermassen verwunderlich: Niemand widerspricht ihm. Vielmehr scheinen Schnee und Kälte die Rettungs- und Hobbyschwimmer vor dem Sprung ins frostige Wasser nicht gross zu beeindrucken, sondern zu motivieren.

Erstmals seit Jahren hat es während des 43. Wädenswiler Kaltwasserschwimmens geschneit. Die wagemutigen Teilnehmer nahmen daran keinen Anstoss – im Gegenteil. Video: CA-Media.

Nur nicht zögerlich

Gruppenweise geht es barfuss zum Start. Einige benetzen sich mit einem Eimer Wasser, besonders Wagemutige machen einen Kopfsprung in den See. Die einen absolvieren die 100 Meter im Hafenbecken im zügigen Crawl, andere halten den Kopf über dem sieben Grad kalten Wasser und schwimmen im Bruststil. Der Fantasie der Badekappen sind keine Grenzen gesetzt. Einige machen mit ihrer Kopfbedeckung dem Samichlaus alle Ehren oder tragen der Fasnacht zuliebe eine Narrenkappe. Begleitet werden die Schwimmer von Booten des Seerettungsdienstes Wädenswil.

Die ersten Schwimmerinnen, die aus dem Wasser kommen, sind Miriam Mathis und Lina Trachsel von der SLRG der Sektion Hinwil. Dem keineswegs eingefrorenen Lachen zufolge scheint ihnen der Schwumm Spass bereitet zu haben, selbst wenn der Start doch seine Tücken hatte: «Das Wichtigste ist, ohne zu zögern ins Wasser zu springen», sagt Miriam Mathis.

Auch im Alter aktiv bleiben

Wieder auf sicherem Boden, in trockene Tücher und warme Kleider gehüllt, ist auch Sandra Gargiulo aus Oberrieden. «Ich habe mir gewünscht, dass es schneit», sagt sie nach ihrer dritten Teilnahme an der Mutprobe. «Schöner hätte die Stimmung nicht sein können.» Einmal unterwegs, konzentriere man sich aufs Atmen. «Schwimmen an und für sich geht wie von alleine.» Was sie jetzt fühle, seien pure Glücksgefühle.

Auch Uli Mitschke aus Wollerau erklimmt nach getaner Tat munter den Steg. Er ist der mit Abstand älteste Schwimmer im Teilnehmerfeld. Der 78-Jährige hüllt sich in einen Bademantel und sagt: «Ich bin schon vor 43 Jahren an der Premiere dabei gewesen.» Früher habe es regelmässig Schnee gehabt. «Nun endlich wieder einmal.» Wie kommt es, dass er sich immer wieder aufs Neue der Herausforderung stellt, dem kalten Wasser zu trotzen? «Ich bin Mitglied der SLRG Wädenswil. Da gilt es, aktiv zu bleiben», sagt er. Nun gehe es in die warme Stube, fügt er an. Gemeint ist die ans Kaltwasserschwimmen anschliessende Adventsfeier im weihnachtlich geschmückten Saal des Yacht Clubs Au. Besonders begehrt sind dort die heissen Getränke. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.12.2017, 15:28 Uhr

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