Öffentlicher Verkehr

Jetzt werden die Bahnhöfe zur rauchfreien Zone

An den SBB-Bahnhöfen am linken und rechten Seeufer wird in diesen Tagen ein Rauchverbot erlassen. Das Rauchen wird stark eingeschränkt, aber nicht ganz verunmöglicht.

Rauchen verboten: Gestern ist der Bahnhof Küsnacht als einer der ersten am See zum rauchfreien Bahnhof eingerichtet worden.

Rauchen verboten: Gestern ist der Bahnhof Küsnacht als einer der ersten am See zum rauchfreien Bahnhof eingerichtet worden. Bild: Michael Trost

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Vor dem Besteigen der S-Bahn ein letztes Mal tief an der Zigarette ziehen und dann die glühende Kippe auf das Gleis werfen – damit ist jetzt Schluss. In der ganzen Schweiz werden die Bahnhöfe rauchfrei. Das Rauchverbot gilt auch für E-Zigaretten.

Seit Juni rüsten die SBB ihre Bahnhöfe schrittweise um. In diesen Tagen erreicht das Rauchverbot auch die SBB-Bahnhöfe in den Bezirken Horgen und Meilen. Bis Ende nächster Woche sind die 22 Bahnhöfe eine weitgehend rauchfreie Zone.

Geraucht werden darf nur noch in den Raucherbereichen. Raucherstelen mit einem Aschenbecher signalisieren diesen auf dem Perron. Raucher dürfen im Umkreis von zwei Metern um diese Aschenbecher paffen. Der Raucherbereich wird am Boden allerdings nicht markiert, «als Zeichen von Respekt, Toleranz und Miteinander», wie die SBB festhalten. Der Verband öffentlicher Verkehr bezeichnet diese Raucherzonen als einen typisch schweizerischen Kompromiss.

Ein bis zwei Raucherzonen

Je nach Grösse des Bahnhofs richten die SBB ein bis zwei Raucherbereiche ein. Bei kleineren Bahnhöfen und Haltestellen entsteht ein Raucherbereich an den Zugängen, die an das Perron grenzen. Das Rauchverbot in den Bahnhöfen wird mit Piktogrammen gekennzeichnet. Die bisherigen Aschenbecher auf den Perrons haben ausgedient und werden abmontiert.

«Jeder Schweizer Bahnhof ist einzigartig.»Daniele Pallecchi, SBB-Mediensprecher

Wie die SBB das Rauchverbot in den Bahnhöfen in den Bezirken Horgen und Meilen konkret umsetzen, konnte SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi nicht im Detail sagen. Unklar ist beispielsweise, ob das Rauchverbot auch die Unterführungen und Bushaltestellen vor den Bahnhöfen betrifft. Das komme auf jeden einzelnen Bahnhof und den Parzellenverlauf an, teilt der Mediensprecher auf Anfrage mit. «Jeder Schweizer Bahnhof ist einzigartig», erklärt er.

Raucher belehren

Die SBB zählen darauf, dass die Raucherinnen und Raucher die neue Regelung befolgen. Falls nicht, droht ihnen keine Busse. Bahnangestellten machen sie auf das Rauchverbot und die Bereiche, wo sie auf den Perrons noch qualmen dürfen, aufmerksam. Mit den grossflächigen Nichtraucherbereichen kommt der Verband öffentlicher Verkehr einem grossen Kundenbedürfnis entgegen.

Bei einer Marktforschung haben drei Viertel der Befragten gewünscht, die alte Raucherregelung zu ändern. Die neue Regelung erhöht laut dem Verband die Aufenthaltsqualität und die Sicherheit der Kundinnen und Kunden.

Bei den SBB seien seit der Einführung der rauchfreien Bahnhöfe sowohl negative wie positive Reaktionen eingegangen, teilt Daniele Pallecchi mit. Die Branche ziehe aber kein Zwischenfazit, bevor die Umstellung nicht abgeschlossen ist. Dies soll voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres der Fall sein.

Littering bekämpfen

Mit dem Rauchverbot an den Bahnhöfen erhoffen sich die SBB auch, das Littering-Problem eindämmen zu können. Zwei Drittel aller Zigarettenstummel landen bisher auf den Perrons und Gleisen. Das sind rund 500 Kilo pro Tag und 2000 Tonnen pro Jahr in der ganzen Schweiz.

Das Reinigungspersonal muss die Zigarettenstummel in Handarbeit mühsam aus dem Schotter klauben. Das kostet die SBB bisher rund drei Millionen Franken pro Jahr. Die Kosten für die Umrüstung der Bahnhöfe beziffert sie auf sieben Millionen Franken.

Erstellt: 14.08.2019, 18:06 Uhr

Rauchverbot

Zeitplan für die Umstellung

Die SBB richten seit Juni auf den Bahnhöfen Raucherzonen ein. Bis Ende Oktober sollen 1000 Bahnhöfe mit Raucherbereichen ausgerüstet werden. Bis Mitte 2020 ist die Umgestaltung aller Schweizer Bahnhöfe abgeschlossen. In den Bezirken Meilen und Horgen verfolgen die SBB folgenden Zeitplan:

  • Mittwoch, 14. August: Erlenbach, Küsnacht Goldbach, Küsnacht, Zollikon

  • Donnerstag, 15. August: Herrliberg-Feldmeilen, Meilen, Uetikon, Winkel

  • Freitag, 16. August: Feldbach, Männedorf, Stäfa, Uerikon

  • Dienstag, 20. August: Au, Richterswil, Wädenswil

  • Donnerstag, 22. August: Horgen, Horgen Oberdorf, Oberrieden, Oberrieden Dorf

  • Freitag, 23. August: Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil

Weitere wichtige Bahnhöfe für die Pendler vom linken und rechten Ufer:
  • Raucherzonen bereits eingerichtet: Zürich HB, Zürich Stadelhofen, Zürich Tiefenbrunnen

  • Sonntag, 18. August: Pfäffikon, Rapperswil

  • Freitag, 23. August: Zürich Wollishofen

  • Montag, 26. August: Zürich Enge, Zürich Wiedikon

Die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU) wird die Bahnhöfe ebenfalls rauchfrei gestalten. Die Ausgestaltung und der Zeitpunkt sind noch offen. Die SZU tauscht sich noch mit anderen Bahnunternehmen und insbesondere den SBB aus. Die Bahnhöfe der Südostbahn im Bezirk Horgen sind bereits rauchfrei. Ebenfalls rauchfrei sind die Haltestellen der Forchbahn, die sich in einem Tunnel befinden. Alle anderen werden rauchfrei, wenn sie behindertengerecht umgebaut werden. (dh)

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