Wädenswil

Jeden Abend in ein anderes Land

Am Pâqu'son-Festival im Theater Ticino sollen die Besucher über Ostern in die Ferne reisen können, ohne sich fortzubewegen. Dafür sollen Musiker aus verschiedenen Teilen Europas sorgen.

Das Quintett Boulouris tritt mit neuer Musik zum dritten Mal am Pâqu’son Festival auf.

Das Quintett Boulouris tritt mit neuer Musik zum dritten Mal am Pâqu’son Festival auf. Bild: pd

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An Feiertagen herrschte bis 2005 ein kantonales Verbot für Musik und Tanz. Als dieses damals zumindest für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen aufgehoben wurde, gründete Ulrich Schuwey das Pâqu'son Festival. «Man soll an Ostern nicht mehr weg gehen müssen, sondern die Musik der fernen Länder sollen hier an den Zürichsee kommen», sagt Schuwey, Leiter des Pâqu'son-Festivals.

Von Gründonnerstag, bis Ostersonntag spielt pro Abend je eine Band aus einem anderen Teil der Welt. Die Klangreise führt von der Innerschweiz über die Romandie und Frankreich bis nach Rumänien. Schuwey lädt jedes Jahr wieder neue Bands ein, die auf ihre Art aussergewöhnliche Musik machen. «Mein Ziel ist es, die Zuhörer aus ihrer musikalischen Komfortzone herausholen», sagt er.

Inspiration für das Pâqu'son-Festival holt sich Schuwey aus aller Welt. Vor allem in Frankreich und Kanada besucht er viele grössere und kleinere Musikfestivals. Hört er etwas Interessantes und Neuartiges, kommt er mit den Künstlern ins Gespräch. «Daraus ergibt sich dann manchmal die Möglichkeit, eine Band an Ostern ins Ticino zu holen», sagt der Musikliebhaber. «Ich versuche vor allem mit originellen Bands zusammenzuarbeiten.» So komme der Ländermix schnell zusammen.

Frankophone Liedermeister

Den Auftakt des Festivals bildet die Strasburger Band Lolomis, deren Klänge die Zuhörer, laut Schuwey, in eine Fantasiewelt entführen soll. Der musikalische Kulturmix ist unter anderem von Balkan-Grooves, skandinavischem Joik - ein mit dem Jodler verwandten Gesang - und afrikanischen Rhythmen inspiriert. Die verschiedenen Stücke variieren in Sprache, Rhythmus und Melodie. Ihre Musik verändert sich ständig, so dass man sie nicht einem bestimmten Genre zuordnen kann.

«Wir vergessen oft, dass es auch hier und nicht nur im Ausland schöne traditionelle Musik gibt.»Ulrich Schuwey, Leiter des Pâqu’son-Festivals

Das Quintett Boulouris 5 aus der Romandie bringt mit ihrem Repertoire «Vue sur la mer» richtiggehend die Strandferien zu den Zuschauern. Die Berufsmusiker haben sich vor 20 Jahren zusammengeschlossen. Sie wenden sich von der klassischen Musik ab und dem Experimentieren zu. Mit ihren neuen Stücken sie sind zum dritten Mal beim Pâqu'son zu Gast. «Ihr Musikmix passt sehr gut zu unserem Konzept», sagt Schuwey.

Von Rumänien ins Muothatal

Maria de la Ditesti singt klassische Roma-Musik, begleitet von Cello, Akkordeon, Hackbrett und Piano. Die Rumänin, die normalerweise an Hochzeiten oder anderen kirchlichen Anlässen auftritt, hat am Pâqu'son Festival ihr erstes Konzert in der Schweiz. «Ihr Repertoire besticht durch rumänische Nostalgie und durch die Emotionalität der Roma-Musik», meint Schuwey.

Den Abschluss am Sonntag macht die Ländler-Band Ambäck aus dem Muotathal. «Ländler wurden in der heutigen Zeit etwas malträtiert», sagt Ulrich Schuwey. «Wir vergessen oft, dass es auch hier und nicht nur im Ausland schöne traditionelle Musik gibt.» Das soll Ambäck beweisen und Vorurteile abbauen. Mit ihren eigenen Kompositionen verleiht die Band der traditionellen Musik etwas Leichtes, und lässt das Urchige hinter sich.

Donnerstag, 18. bis Sonntag, 21. April, jeweils 20.30 Uhr. Theater Ticino. Donnerstag: Lolomis, Freitag: Boulouris, Samstag: Maria de la Ditesti, Sonntag: Ambäck. Tickets sind erhältlich im Internet unter www.theater-ticino-paquson.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.04.2019, 17:43 Uhr

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