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Kilchberg präsentiert tiefrote Jahresrechnung

Die Rechnung des Steuerparadieses Kilchberg schliesst mit einem Minus von rund 16 Millionen Franken. Dennoch ist der Gemeinderat «hoch erfreut».

Kilchberg rechnete für 2018 mit einem Minus von gut 26 Millionen und machte letztendlich einen Verlust von lediglich 15.7 Millionen.
Kilchberg rechnete für 2018 mit einem Minus von gut 26 Millionen und machte letztendlich einen Verlust von lediglich 15.7 Millionen.
Keystone

Es klingt paradox. Kilchberg hat mit 72 Prozent den tiefsten Steuerfuss im Kanton. Ausreisser in den Jahresrechnungen kennen in der Regel nur eine Richtung: nach oben. Doch die Jahresrechnung 2018 ist weit entfernt von schwarzen Zahlen. Sie schliesst mit einem Minus von 15,7 Millionen Franken. Dennoch ist der Gemeinderat «hoch erfreut» über «den guten Rechnungsabschluss», wie er in seiner Medienmitteilung schreibt.

Denn das Ergebnis fällt trotz Minus viel besser aus als budgetiert: Abgenickt hatte die Gemeindeversammlung mit dem Budget 2018 ein Minus von 26 Millionen Franken. Das Ergebnis fällt mit anderen Worten 10,3 Millionen Franken besser aus als erwartet.

Ein kalkulierter Taucher

Argumentiert hatte Kilchbergs Finanzvorstand Dieter Lehner (FDP) Ende 2017 damit, dass Kilchberg zum letzten Mal von der Möglichkeit ausserordentlicher Abschreibungen profitieren sollte. Seit 2019 müssen alle Gemeinden mit dem neuen Rechnungslegungsmodell HRM2 abrechnen. Dieses sieht keine ausserordentlichen Abschreibungen mehr vor. Um möglichst alle seit 1986 getätigten Investitionen auf null abzuschreiben, hat Kilchberg vergangenes Jahr rekordhohe 29,7 Millionen Franken ausserordentlich abgeschrieben.

Dass das Ergebnis trotzdem besser ausgefallen ist, hat in erster Linie mit reichlicher sprudelnden Steuereinnahmen zu tun. Um 15,7 Millionen Franken höher sind die Steuern früherer Jahre, jene des laufenden Jahres und die Grundstückgewinnsteuern ausgefallen. 5,2 Millionen davon gehen allerdings direkt an den Ressourcenausgleich. Dieser beläuft sich fürs vergangene Jahr auf rund 40 Millionen Franken. Zum Vergleich: Der Gesamtaufwand der Gemeinde hat sich 2018 auf 142 Millionen Franken belaufen.

Für den Finanzvorstand ist das Minus von knapp 16 Millionen Franken ein kalkulierter Taucher. «Die Ziele der Finanzplanung sind erfüllt», sagt Lehner. Die im Dezember 2017 beschlossene Senkung des Steuerfusses ist für ihn nachhaltig. «Mittelfristig präsentieren sich Kilchbergs Zahlen ausgeglichen», sagt er. Zeichen, die bereits in diese Richtung weisen sind, der steigende Selbstfinanzierungsgrad der Gemeinde (um 9 auf 143 Prozent) und das wachsende Nettovermögen (um 3,9 auf 62,8 Mio. Franken).

Die Jahresrechnung 2018 wird der Gemeindeversammlung am Dienstag, 25. Juni, vorgelegt.

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