Horgen

Jahresrechnung schliesst mit einem Millionenverlust

9,3 Millionen Franken Verlust machte Horgen im letzten Jahr – hauptsächlich aufgrund von ausserordentlichen Abschreibungen. Budgetiert war sogar ein Minus von 12,3 Millionen Franken.

Zwar ein Verlust, aber nicht so hoch wie erwartet: Das zeigt die Jahresrechnung 2018 der Gemeinde Horgen.

Zwar ein Verlust, aber nicht so hoch wie erwartet: Das zeigt die Jahresrechnung 2018 der Gemeinde Horgen. Bild: Archiv Patrick Gutenberg

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Das Gute vorweg: der Rechnungsabschluss 2018 in Horgen liegt über den Erwartungen der Exekutive. Mit einem Verlust von 9,3 Millionen Franken schliesst sie nämlich um rund drei Millionen Franken besser ab als budgetiert. «Das letzte Jahr war aus finanzieller Sicht gut», sagt Finanzvorsteherin Daniela Mosbacher (FDP).

Hervorzuheben seien dabei vor allem Mehreinnahmen bei den Steuern früherer Jahre, sowie bei den Grundstückgewinnsteuern und Quellensteuern. Auf das Rechnungsergebnis drückten jedoch die bereits im letzten Jahr angekündigten Abschreibungen. Neben den ordentliche Abschreibungen im Gemeindegut von 7,3 Millionen Franken wurden aufgrund des Wechsels zum Rechnungslegungsmodell HRM2 per 1. Januar 2019 letztmals mögliche ausserordentliche Abschreibungen in der Höhe von 13,7 Millionen Franken vorgenommen.

Steuerfuss beibehalten

Horgen musste im letzten Jahr aber auch erstmals seit langer Zeit Mindereinnahmen bei den ordentlichen Steuern der juristischen Personen verbuchen. «Der Abschluss 2018 zeigt erneut, dass Horgens Finanzen durch einen wesentlichen Anteilen juristischen Personen geprägt und deshalb stark von den wirtschaftlichen Gegebenheiten abhängig sind», sagt Daniela Mosbacher.

In konkreten Zahlen hat sich der finanzielle Anteil der juristischer Personen bei den letztjährigen Steuereinnahmen von 87.7 Millionen Franken von 48 Prozent auf 39 Prozent reduziert. Insgesamt hat Horgen im letzten Jahr mit Steuereinnahmen von 95 Millionen Franken gerechnet. Effektiv eingenommen hat die Gemeinde 87,7 Millionen Franken.

Trotz den Mindereinnahmen an Steuern will Daniela Mosbacher am Steuerfuss von 84 Prozent nicht rütteln. «In der heutigen Zeit, wo sich die wirtschaftlichen Prognosen immer wieder als volatil und unberechenbar erweisen, ist ein stabiler, attraktiver Steuerfuss als Standortfaktor wichtig», heisst es denn auch in der Medienmitteilung des Gemeinderats zur Jahresrechnung 2018. Auch zeige der Abschluss, dass aufgrund weniger ordentlichen Steuereinnahmen im Jahr 2018 weniger in den Finanzausgleich bezahlt werden muss.

Rückstellung aufgelöst

Gemäss provisorischer Berechnung dürfte der mutmassliche Finanzausgleich auf Basis der provisorischen Steuerkraft 2018 ungefähr 24 Millionen Franken betragen. Rund 30 Millionen Franken waren budgetiert. Entsprechend habe der Gemeinderat 6 Millionen Franken Rückstellung aufgelöst. Zusammengefasst ist Daniela Mosbacher zufrieden. «Die strikte Ausgabenkontrolle und die im Jahr 2018 letztmals getätigten ausserordentlichen Abschreibungen im Steuerhaushalt von 10 Millionen Franken garantieren für die nächsten Jahre einen gesunden Horgner Finanzhaushalt», sagt sie.

Ein aktuelles Eigenkapital von rund 131,2 Millionen Franken, ein Pro-Kopf-Nettovermögen von rund 2600 Franken und ein durchschnittlicher Selbstfinanzierungsgrad von 143,9 Prozent seien eine solide Grundlage.

Erstellt: 08.04.2019, 18:33 Uhr

Richterswil

Statt ein Minus resultiert ein Plus in der Rechnung

Haushälterisch sei die Gemeinde Richterswil mit ihren Finanzen umgegangen, kommentiert Finanzvorstand Willy Nüesch (FDP) die Rechnung 2018. Statt mit einem budgetierten Aufwandüberschuss von 472'200 Franken schliesst diese mit einem Ertragsüberschuss in Höhe von 5,2 Millionen Franken ab. «Wider Erwarten konnten wir die Rechnung positiv abschliessen», sagt Nüesch. Wie er mitteilt, ist dieses Ergebnis auf Sondereffekte, nicht vollständig benötigte Aufwandpositionen und auf die Haushaltsdiziplin des Gemeinderates und der Verwaltung zurückzuführen. «Damit konnten wir unsere Schulden reduzieren», sagt Nüesch und fügt hinzu: «Der Gemeinderat ist für die anstehenden Investitionen gewappnet.»

Ein erfreuliches Plus habe die Gemeinde bei den Steuereinnahmen verbuchen können. Zurückzuführen sei dieses, laut Nüesch, auf den Sondereffekt der rekordhohen 8,9 Millionen Franken Grundstückgewinnsteuer. Bei den Steuereinnahmen seien die Fachinstitute (SECO, KOF, Gemeindeamt) von einer Stagnation ausgegangen. Zum grossen Teil seien unerwartet hohe Erträge aus den Steuern dem positiven Rechnungsabschluss zuzuschreiben.

Zurückhaltend budgetiert

Nach der Rückweisung des Voranschlags 2016 im November 2015 wurde die Investitionstätigkeit - und damit die gesamte Finanzplanung - durch den Gemeinderat komplett überarbeitet. Der Voranschlag 2018 nahm daher nicht nur Rücksicht auf eine Stagnation bei den Steuereinnahmen, sondern berücksichtigte diverse Sofortmassnahmen, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. Den Voranschlag 2018 habe der Gemeinderat daher sehr zurückhaltend budgetiert und nur dort investiert, wo es nötig war, erklärt Nüesch.

Dorothea Uckelmann

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