Wädenswil

Wer ist wichtig genug für die Fasnachtszeitung?

Die Wädenswiler Fasnachtszeitung nimmt Politiker und Einwohner auf die Schippe. Ab heute ist der «Anlüger vom Zürichsee» erhältlich.

Eine Zeitung zum Lachen: Die Fasnachtszeitung der NFG sorgt wie jedes Jahr für Amüsement.

Eine Zeitung zum Lachen: Die Fasnachtszeitung der NFG sorgt wie jedes Jahr für Amüsement.

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Es gibt zwei Hauptgründe, den «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee», der heute Montag im beachtlichen 44. Jahrgang erscheint, zu kaufen. Erstens natürlich, um sich zu amüsieren und über Missgeschicke anderer zu schmunzeln. Zweitens – und dieser Grund ist fast noch entscheidender –, um nachzusehen, ob man wichtig genug ist, um in der Fasnachtszeitung erwähnt zu werden.

Es ist also ehrenhaft, wenn einen die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) auf dem Radar hat. So gesehen freuen wir uns auch, dass die «Zürichsee-Zeitung» mit einem Bericht quasi geadelt wird. Andererseits ist es halt doch wieder nicht so schmeichelhaft, was über einen ausgeplaudert wird. Aber schliesslich befinden wir uns in der fünften Jahreszeit und lachen nicht nur über andere, sondern schmunzeln auch über uns selbst.

Mitglieder der NFG und viele Fasnachtsfreunde legen ebendiese Charakterstärke genannt Selbstironie im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» an den Tag. So ist nachzulesen, dass der NFG-Vorstand eine Vorliebe für Schokolade hat und ein Schoggimuseum besuchte. Dabei verstreute ein schoggihungriges und ungeduldiges Mitglied durch ein Missgeschick offenbar kiloweise Schoggiwürfeli auf dem Boden.

Die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres liefern den Autoren des «Anlügers» Stoff fast im Überfluss. Allen voran die Eingemeindung der Berggemeinden, die, wie wir alle wissen, mit ziemlich viel Getöse und Verspätung Anfang dieses Jahres über die Bühne ging. Nun müssen die «schönen Hüttner» und «benachbarten Bergler» lesen, dass ihnen drei harte und traurige Jahre bevorstehen. Es steht schwarz auf weiss: Die Wädenswiler Regierung wird sogar die Abgabe des «Zehnten» wieder einführen.

Dickes Fell nötig

Überhaupt sollten sich die Politiker und Behörden ein dickes Fell wachsen lassen, bevor sie einen Blick in den «Anlüger» werfen. Beliebtestes Opfer ist naturgemäss der Stadtpräsident. Da Philipp Kutter letztes Jahr in den Nationalrat nachrutschte, bietet er noch mehr Projektionsfläche. Der «Anlüger» zeigt nun einen Schnappschuss, was der als nicht kamerascheu bekannte CVP-Nationalrat macht, wenn die Linsen nicht auf ihn gerichtet sind. Während die Bundeshaus-Fotografen Parteikollegin Viola Amherd ins Visier nehmen, ist «Kutti», der in der Reihe vor der heutigen Bundesrätin sitzt, an seinem Handy beschäftigt.

Keine Fasnacht ohne Seitenhiebe an seine liebsten «Feinde». So wie sich die Basler traditionell über die Zürcher belustigen, so nehmen die Wädenswiler die Turnlibler und Schwanenhälse – also die Nachbarn aus Richterswil und Horgen – auf die Schippe. Anlass dazu gibt dem «Anlüger» einerseits ein als opulent beschriebenes Fusionsfest der Horgner Behörden. Andererseits der geschlossene SBB-Schalter am Bahnhof Richterswil.

Im «Anlüger» wird aber nicht nur gefrotzelt, es wird auch geehrt. Dieses Jahr verleiht die Fasnachtszeitung das erste Mal ein goldiges und ein rostiges Konfetti. Den fasnächtlichen Ritterschlag erhält die Kinter Clique Wättischwil dafür, dass sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an der A3 eine Tafel aufstellte, die für den Kanton Zürich warb. Dies als Reaktion auf die Tourismustafel des Kantons Schwyz, die auf Zürcher Boden steht. Das rostige Konfetti geht konsequenterweise an den Kanton Schwyz für seinen geografischen Lapsus.

Der «Gemeine Anlüger vom Zürichsee» ist für 5 Franken erhältlich an den Kiosken am Bahnhof, vor der UBS und der Migros, Avia-Tankstelle, Bäckerei Gantner, Langendorf Getränke, Papeterie Köhler, PaBa-Markt, Landi, Avec Bahnhof Au, Kühne Elektrohaushalt Au, Volg Hütten, Metzgerei Schönenberg.

Erstellt: 18.02.2019, 10:37 Uhr

Die während eines Jahres gesammelten Fauxpas der Wädenswiler sind ab Montag im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» zu lesen.

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