Thalwil

Initiative für günstigen Wohnraum polarisiert

Man ist sich einig in Thalwil: Es braucht mehr Wohnraum. Aber soll er preisgünstig sein? Oder im mittleren Preissegment? Die Diskussion an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag verspricht intensiv zu werden.

Auf dem Areal Hofwisen soll Wohnraum entstehen, da sind sich alle einig. Ob er preisgünstig oder im mittleren Preissegment sein soll, entscheidet die Gemeindeversammlung.

Auf dem Areal Hofwisen soll Wohnraum entstehen, da sind sich alle einig. Ob er preisgünstig oder im mittleren Preissegment sein soll, entscheidet die Gemeindeversammlung. Bild: Archiv Sabine Rock

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Es sind nur drei Geschäfte, über welche die Thalwiler an der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend befinden werden. Dennoch verspricht der Abend engagierte Voten. Insbesondere zu Traktandum 1, der Initiative für die Schaffung von preisgünstigen Wohnungen auf dem Areal Hofwisen Gattikon, gehen die Meinungen im Dorf radikal auseinander.

Die Initiative haben vier Vertreter von EVP, Grünen, GLP und SP gemeinsam eingereicht. Der Vorstoss verlangt, dass auf dem gemeindeeigenen Areal Hofwisen in Gattikon preisgünstige Wohnungen erstellt werden. Auserdem sei das Areal, das zwischen Hofwiesen- und Sihlhaldenstrasse liegt, im Baurecht an eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft abzugeben. Die Initianten argumentieren einerseits mit dem Bevölkerungsmix. Anderereits führen sie an, der vormalige Besitzer habe der Gemeinde das Areal Hofwisen zu einem günstigen Preis verkauft, weil er es der Spekulation habe entziehen wollen.

Bürgerliche sind dagegen

Der Gemeinderat dagegen möchte auf dem Areal selbst ein Bauprojekt realisieren: familien- und altersgerechte Wohnungen im mittleren Preissegment. Er argumentiert insbesondere damit, es gebe in direkter Nachbarschaft bereits günstigen Wohnraum. Er ruft ferner in Erinnerung, bereits als es um den Kauf der Liegenschaft gegangen sei, habe er die Absicht kommuniziert, dereinst familien- und altersgerechte Wohnungen im mittleren Preissegment realisieren zu wollen. Dazu habe die Gemeindeversammlung im März 2014 deutlich Ja gesagt.

Unterstützt wird der Gemeinderat in seiner Argumentation von der Rechnungsprüfungskommission (RPK) sowie den drei Parteien CVP, FDP und SVP, welche sich gegen die Initiative und für das gemeinderätliche Vorgehen aussprechen.

Unterstützung für den FC

Wichtig ist der Donnerstagabend auch für den FC Thalwil. Befinden doch die Thalwiler weiter über den Neubau des Klub- und Garderobengebäudes Brand 2. Dieses kostet insgesamt 1,456 Millionen Franken. 556 000 Franken steuert der FC selbst bei. Dies hat die Generalversammlung vergangene Woche beschlossen, obwohl die Finanzen zur Zeit nicht gerade im Lot sind.

Der Gemeinderat möchte das Vorhaben des FC doppelt unterstützen: mit einem Kredit von 400 000 Franken, sowie einem verzinslichen Darlehen von 500 000 Franken. Trotz der stattlichen Beträge scheint das Vorhaben unbestritten. Die Parteien von links bis rechts und die RPK streichen die wertvolle Jugendarbeit heraus, die der FC in der Gemeinde leiste.

Ebenfalls unbestritten dürfte die Bauabrechnung für die Sanierung der Liegenschaft Dorfstrasse 10 sein. Das 200-jährige, inventarisierte Gebäude wurde ein Jahr lang renoviert und umgebaut. Der hierfür bewilligte Kredit von 3,5 Millionen Franken wurde um 85 000 Franken überschritten.
Donnerstag, 14. September, 19 Uhr, reformierte Kirche Thalwil. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.09.2017, 15:39 Uhr

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