Wädenswil

In der Turnhalle geschieht allerlei Unheimliches

Jugendliche erleben bei Waediwood, wie ein Spielfilm entsteht. Letzte Woche hat eine kleine Gruppe unter der Leitung von Volker Maiwald einen Film auf die Beine gestellt, in dem es um Geister geht.

«Und Action»: Jugendliche drehen in der Turnhalle der Stiftung Bühl einen Kurzfilm.

«Und Action»: Jugendliche drehen in der Turnhalle der Stiftung Bühl einen Kurzfilm. Bild: Sabine Rock

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Und Action», ruft Volker Maiwald. Flynn Stehr, der einen Jungen namens Nick spielt, läuft los, versucht eine Sporttasche vom Boden aufzuheben. Doch diese wird wie von Geisterhand immer wieder weggezogen. Schon nach wenigen Sekunden ruft Maiwald «Cut». Der Anfang sei gut gewesen, mit dem Schluss der kurzen Szene gibt sich der Regisseur noch nicht zufrieden. Deshalb muss die Szene immer und immer wiederholt werden.

Im Projekt Waediwood können Jugendliche schon seit 13 Jahren sehen und selber erleben, wie ein Film entsteht. Vergangene Woche hat Maiwald, der Gründer von Waediwood, mit vier Kindern und Jugendlichen einen neuen Film gedreht. Dieser steht unter dem Arbeitstitel «Geisterlichter» und handelt von einem Bruderpaar, das nachts auf dem Heimweg Geister entdeckt. Der kleinere Bruder war schon immer fasziniert von der Geisterwelt und folgt den Gestalten in eine dunkle Turnhalle. Dort passiert allerlei Unheimliches, und der grössere Bruder will den anderen aus den Geisterhänden retten.

Dreharbeiten mitten in der Nacht

Die Geschichte ist ziemlich spontan entstanden. Eigentlich wären eine andere Geschichte und ein anderes Drehbuch für das diesjährige Projekt vorgesehen gewesen. Da jedoch kurz vor Drehbeginn mehrere Darsteller und Leiter aus verschiedenen Gründen ausfielen, musste das Team kurzfristig umdisponieren und eine neue Geschichte schreiben.

Im neuen Film gibt es viel Action, Spezialeffekte und verschiedene Stunts. Das macht das Projekt zu einer grossen Herausforderung für alle Teilnehmenden, hinter und vor der Kamera. Doch Maiwald ist nach einer harten Drehwoche – in der auch nachts gedreht wurde – mehr als zufrieden mit seinen Schützlingen und dem Zwischenergebnis. «Alle sind motiviert und mit vollem Einsatz dabei, es macht Spass, mit ihnen zu arbeiten.» Was nicht immer ganz einfach sei, drehten sie doch über acht Stunden pro Tag. Und in der Turnhalle, in welcher der Film entsteht, sei es ziemlich heiss.

Der elfjährige Flynn Stehr steht zum ersten Mal vor der Kamera und hat sich gleich eine der beiden Hauptrollen ergattert. Die Dreharbeiten bezeichnet er als gute Erfahrung. Es mache ihm zwar Spass, aber die Schauspielerei habe ihn nicht gepackt – Text auswendig zu lernen, sei nicht so sein Ding. Dieser Film wird wohl sein erster und auch letzter sein.

Der Aufwand wird oft unterschätzt

Maiwald ist sich bewusst, dass viele Jugendliche den Dreh eines Films, den damit verbundenen Aufwand und die vielen Stunden Arbeit unterschätzen. Trotzdem ist er überzeugt, dass eine solche Filmwoche sie nicht nur im kreativen und technischen Prozess fördert, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung der jungen Erwachsenen beiträgt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.07.2015, 16:28 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!