Langnau

20 neue Wohnungen auf Fabrikareal geplant

Die traditionelle Seifenherstellerin Blidor AG setzt an ihrem jetzigen Standort auf Wohnraum statt Gewerbe. Potenzieller Zündstoff: Teile des Areals sind schutzwürdig.

Das Blidor-Areal liegt an der Neuen Dorfstrasse.

Das Blidor-Areal liegt an der Neuen Dorfstrasse. Bild: PD / Bölsterli Hitz GmbH, Zürich

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Das Areal der Seifenherstellerin Blidor AG am Mühleweg in Langnau soll umgenutzt werden. So sieht es die Blidor Immobilien AG vor, welche die Bauherrschaft des Projekts innehat. Die Pläne liegen derzeit beim Langnauer Bauamt zur Einsicht auf, die Baueingabe ist im Dezember erfolgt.

Ein Blick in den Projektbeschrieb verrät, was mit der alten Mühle, dem Areal der Firma in der Langnauer Kernzone, geplant ist. «Die bereits heute bestehende Mischung von Nutzungen soll beibehalten, jedoch neu gewichtet werden», schreiben die projektierenden Architekten der Bölsterli Hitz GmbH aus Zürich. Was dies konkret bedeutet, erklärt Blidor-Geschäftsleiter Peter Villiger auf Nachfrage: «Heute sind bereits sieben Wohnungen auf unserem Areal vorhanden. Künftig sollen es circa 20 sein.»

Zentraler Neubau

Ein geplanter Neubau würde einen Teil dieser zusätzlichen Wohnungen zur Verfügung stellen. Er käme zentral zwischen den sieben bestehenden Bauten zu liegen, wie dem Projektbeschrieb zu entnehmen ist. Im Neubau sind drei Geschosswohnungen und eine Dachwohnung von je 110 Quadratmetern Fläche vorgesehen. Zudem würden die Gebäude, die heute als Gewerbe- und Lagerfläche durch die Blidor AG genutzt werden, umgebaut. Dort entstünden beispielsweise Loftwohnungen.

Der Neubau mit vier Wohnungen käme inmitten der anderen Gebäude der Blidor AG zu stehen. Modellbild: PD / Bölsterli Hitz GmbH, Zürich

«Es sind keine Luxuswohnungen geplant», sagt Peter Villiger, «sondern Wohnungen im mittleren Preissegment.» Er habe bereits Kaufanfragen erhalten, die er ablehnen musste – vorgesehen ist es, die Wohnungen zu vermieten. «Ich könnte mir ein älteres Ehepaar, Familien oder Studenten als Mieter vorstellen», sagt Villiger. Das Band an potenziellen Bewohnern der Blidor-Siedlung ist demnach ein breites.

Weite Teile der alten Mühle, in der die Blidor AG beheimatet ist, sind unter Schutz gestellt. Als die Gemeinde Langnau vor über zehn Jahre einige Bauten des Gebäudekomplexes aus dem Inventar schutzwürdiger Objekte entlassen hatte, legte der Zürcher Heimatschutz Rekurs dagegen ein – und bekam recht.

Der bergwärts gelegene Kernbau, der Querbau mit dem charakteristischen Torbogen sowie der Anbau entlang der Neuen Dorfstrasse seien «wichtige wirtschafts- und baugeschichtliche Zeugen der Gemeinde Langnau», schrieb der kantonale Denkmalschutz damals in seinem Gutachten. Die Grundsubstanz und das äussere Erscheinungsbild seien zu erhalten.

«Spielraum ausloten»

«Die zur Umnutzung dieser Gebäude nötigen Eingriffe sind einfühlsam zu planen, benötigen aber einen gewissen Spielraum, der im Austausch mit den Behörden auszuloten ist», schreiben die Architekten im aktuellen Projektbeschrieb. Auch den Heimatschutz habe man von Beginn weg «ins Boot geholt», sagt Geschäftsleiter Villiger. Bis jetzt habe man nichts Negatives gehört.

Im Projektbeschrieb enthalten ist ein Schreiben des Zürcher Heimatschutzes vom Sommer des letzten Jahres, in dem dieser versichert, «mit dem geplanten Gebäudevolumen des Neubaus und der Stellung des Baukörpers leben» zu können. Das Bauprojekt wird nun staffelweise, Gebäude für Gebäude, bis im September 2021 ausgeschrieben. Ohne Rekurse würde der Bau im Oktober desselben Jahres beginnen und knapp ein Jahr dauern. Im August 2023 würden die letzten Mieter einziehen können.

Neuer Standort

Wenn der Wohnungsanteil denjenigen des Gewerbes verdrängt, bleibt die Frage, was mit der Produktion der Blidor AG geschieht. Die Firma stellt seit 1939 Körperpflege- und Reinigungsprodukte in Langnau her. Obwohl im Projektbeschrieb die Rede ist von der «immer weniger rentablen industriellen Produktion», sagt Villiger, dass die 25 Arbeitsplätze inklusive Produktion weiterhin bestehen würden. «In Langnau werden weiterhin Büroarbeiten erledigt sowie Produkte abgefüllt, verpackt und versandt.» Ob grössere Produktionsarbeiten an einen neuen Standort in der Nähe verlagert werden, sei noch offen.

Erstellt: 20.01.2020, 18:22 Uhr

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