Horgen

In der Allmend werden die Karten neu gemischt

In Horgen wartet man gespannt, was mit der Horgner Allmend passiert. Die Idee eines Gymnasiums hat sich zerschlagen, nachdem sich der Regierungsrat zugunsten des Au-Parks in der Au ausgesprochen hat.

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Das künftige linksufrige Gymnasium soll im Au-Park in Au-Wädenswil entstehen – und nicht auf der Allmend Horgen. Auf den vom Regierungsrat letzthin gefällten Standortentscheid reagiert man im Bezirkshauptort mit einer gewissen Ernüchterung. Das grosse Augenreiben aber ist zumindest ausgeblieben.

Zu lange schon hatte der Kanton mit der Intershop-Gruppe von Financier Martin Ebner als Hauptaktionär über den Kauf eines fast 11 000 Quadratmeter grossen Geländes verhandelt, als dass man in Horgen zuletzt noch ernsthaft glauben mochte, dass das vom Kanton einst eigens für das Gymi erworbene und im Richtplan eingetragenen Areal in der Allmend den Zuschlag erhält.

Zurück an die Korporation?

Nun aber richtet sich in Horgen der Fokus auf die Frage, was aus dem für die Kantonsschule nicht mehr benötigten, rund 65 000 Quadratmeter grossen Gelände werden soll. Hat der Regierungsrat während der mehrjährigen Standort-Evaluation auch alternative Szenerien für die Nutzung des als Schulstandort nun obsolet gewordenen Gebiets in der Horgner Allmend entwickelt? Oder bleibt die Parzelle dort grün und unüberbaut?

Spekuliert wird im Bezirkshauptort etwa, dass die Allmend-Korporation Horgen (AKH), der das Grundstück einst vom Kanton auf gerichtlichem Weg vor rund zwei Jahrzehnten enteignet worden war, nun die Rückgabe verlangen könnte. Bei der Allmend-Korporation will man sich dazu einstweilen nicht äussern und begründet dies damit, dass der AKH-Vorstand sich noch nicht mit dem Standortentscheid des Regierungsrates auseinandergesetzt habe.

Nicht viel ergiebiger fällt die Antwort der kantonalen Baudirektion aus. Auf Anfrage lässt deren Medienstelle bloss verlauten, dass der Kanton das in einer Zone für öffentliche Bauten gelegene Areal mindestens solange als strategisches Reservefläche für die Bildungsdirektion behalte bis der Kantonsrat die Errichtung der neuen Mittelschule am linken Seeufer beschlossen habe. Und bis der private Gestaltungsplan Au-Park rechtsgültig festgesetzt sei: «Was danach mit der Allmend Horgen geschieht, lässt sich noch nicht sagen». Im gegenwärtigen Zeitpunkt noch «für verfrüht» hält man Diskussionen rund um das Kantonsland in der Allmend beim Horgner Gemeinderat, wie Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli sagt. Ohnehin entscheide ja der Kanton als Besitzer der Parzelle über deren Zukunft und nicht die Gemeinde Horgen, betont Oberhänsli.

Bei der Bekanntgabe seiner Legislaturziele nur wenige Tage vor dem regierungsrätlichen Standortentscheid hatte der Gemeinderat mitgeteilt, dass die einst in der Allmend gescheiterten Planungen für ein Primarschulhaus nun auf das Gebiet bei der Oberstufenanlage Rainweg/Allmend fokussiert würden. Und dass die Diskussion über ein neues Hallenbad auf die Legislatur 2018 bis 2022 vertagt und die Standortfrage dann neu lanciert werde. «Die Planung dieser beiden Bauprojekte läuft unabhängig von der Allmendfrage weiter», sagt Oberhänsli. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.11.2017, 17:24 Uhr

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