Wädenswil

Im neuesten Märlimusical geht es um das grosse Glück

Die Proben für Andrew Bonds neuestes Kindermusical sind in vollem Gange. «Bastlo­naut Basil und das grosse Glück» heisst es und handelt von einer fantastischen Suche nach der Natur des Glücks.

Andrew Bond (2. v. r.) schickt im Märlimusical den Bastlonauten Basil (Mitte) mit der Krähe Kräbekka (3. v. r.) auf die Suche nach dem Glück.

Andrew Bond (2. v. r.) schickt im Märlimusical den Bastlonauten Basil (Mitte) mit der Krähe Kräbekka (3. v. r.) auf die Suche nach dem Glück. Bild: Sabine Rock

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Ewig schon hat sie sich nicht mal mehr ein Joghurt leisten können. Seufzend, den Blick verloren in Er­innerungen an bessere Zeiten, steht Basils Mutter da. Um sich sodann wieder zusammenzu­raffen und ihr geliebtes Geigenspiel aufzunehmen – als tonloses Gestikulieren in der Luft. Denn auch dass sie ein Instrument besessen hat, ist lange her. Es wurde ihr gestohlen. Gestohlen hat auch Basils Vater: Zeitschriften aus der Altpapiersammlung, damit der Grossmutter die Kreuzworträtsel nicht ausgehen. Aber nun sitzt er im Gefängnis. Kurzum: In Basils Familie scheint das Glück abhanden gekommen zu sein.

Nicht so den Pinggelis von neben­an. Selig und zufrieden leben­ diese in einer Welt der harmoni­schen, wohlgeordneten Zweisamkeit. Das muss sich ändern, das Glück gerechter verteilt werden, findet Krähe Kräbekka. Basil, der der Trostlosigkeit des Alltags mit stundenlangem Basteln an seinem Raumschiff zu entflie­hen versucht, lernt denn auch bald die besonderen Fähigkeiten des Vogels kennen.

Dies ist die Ausgangslage des Kin­dermusicals «Bastlonaut Basil und das grosse Glück» des Wädens­wiler Märlimusical-Theaters. Ab Samstag wird es ein gutes halbes Jahr lang in über 40 grösseren und kleineren Ortschaften in der Deutschschweiz halt machen. Derzeit laufen die letzten Proben.

Kein Mangel an Ideen

Traditionsgemäss richtet die Thea­ter­crew die Premiere auf heimatlichem Boden aus: in der Wädenswiler Kulturhalle Glärnisch. Mit der heurigen Produktion ist dies nun zum siebten Mal der Fall. Wie in den Jahren zuvor wirkt als treibende Kraft hinter der Musicaltournee der 53-jäh­rige Andrew Bond. Komponist, Texter und Produzent sind nur drei der Berufsbezeichnungen, die auf ihn zutreffen. In dieser Personalunion bringt er jeweils seine Musicalstücke während einer zehntägigen Retraite in Nord­england zu Papier. Das gehe so schnell, weil das Ganze schon lange zuvor im Kopf vor sich hinarbeite, sagt der Wädenswiler.

So ist für ihn die Frage, woher er denn die Idee für das eben ein­studierte Stück habe, nicht einfach zu beantworten. Zumindest nicht im Sinn eines präzise fassbaren Moments. «Als kreativ Tätiger wird man ständig und überall inspiriert.» Auch dann, wenn er eigentlich mitten in einer Produktion stecke, kämen laufend neue Einfälle. «Die Ideen zu finden ist kein Problem», sagt er mit vielsagendem Blick.

Erfahrungswelt der Kinder

Genre und Thematik wähle er jedes­ Mal so, dass sie sich von der letzten Produktion ab­heben. Aber gewisse Dinge lasse er unver­än­dert. Etwa, dass die Stücke auf «ei­nen Kristallisationspunkt» zulaufen. In «Bastlo­naut Basil» sei dies die Frage, was Glück denn aus­mache. «Während das Musical für das jüngste Publikum vor allem einfach lustig ist, hat es für ältere Kinder und die Erwach­senen auch einen ernsten Hintergrund.»

Zudem, erklärt er, «Kinder­kultur soll Beteiligungskultur sein.» Darin­ unterscheide sie sich von der Erwachsenenkultur. So charakterisieren sich die Lieder in «Bastlo­naut Basil» durch eingängige Melodien und gut mitzusingende Refrains. Und auch wenn die Handlung des Stücks an sich reine Fantasie ist, so spiegeln doch viele kleine Szenen die Erfahrungswelt der Kinder wider: etwa, wie wichtig es ist, einen guten Freund an seiner Seite­ zu haben – wie Krähe Kräbekka (Anja Monn) dies für Basil (Samuel Vetsch) darstellt. Mal mitreissend singend und tanzend, mal einfühlsam und tröstend hält sie in jeder Lebens­lage zu ihm.

Kinderlieder zu komponieren, ist für Bond schon seit der Jugend Realität; vor 20 Jahren hat er seine erste CD herausgegeben. Für die Musicals arbeitet er seit je mit Berufsschauspielern. Auch hinter und neben der Bühne wirken Professionelle. Entsprechend prominent gesponsert sind seine Ver­anstaltungen. «Wir sind wie eine grosse Familie», beschreibt der Inhaber des Märlimusical-Theaters.

Premiere: Samstag, 20. Oktober,14 Uhr, Kulturhalle Glärnisch,Wädenswil. Weitere Daten in Langnau, Männedorf, Küsnacht und Horgen sowie Tickets unter www.maerlimusicaltheater.ch und www.ticketcorner.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.10.2018, 11:44 Uhr

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