Horgen

Im Land der unbegrenzten Tollheiten

Frisch ab Presse kommt sie nunmehr zum 75. Mal in den Handel: die Fasnachtspostille «G’hörscht», die diesmal aufregend alternative Fakten zu einer tollen Haartolle und einem geheimen Fusionsplan und dazu allerlei Tollpatschigkeiten bietet.

Viel Humor und eine Prise Schadenfreude bietet die Lektüre der neusten Ausgabe der Horgner Fasnachtszeitung «G’hörscht».

Viel Humor und eine Prise Schadenfreude bietet die Lektüre der neusten Ausgabe der Horgner Fasnachtszeitung «G’hörscht». Bild: Moritz Hager

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«Make Horgen great again!», sagte sich das Völklein der Pfahlbauer-Nachkommen unten am See. Und «Yes, we can!», tönte es von den Hügeln der einstmals abtrünnigen Bergler vom Hirzel zurück, als die beiden Dörfer unlängst zum Traualtar beziehungsweise an die Abstimmungsurne schritten. Um sich per 1. Januar 2018 zu den Vereinigten Staaten vom Zimmerberg zusammenzuschliessen. Nur logisch also, posiert Horgens Gemeindepräsi Theo Leuthold nun vorsorglich schon mal genau so wie ennet des grossen Teichs ein anderer Mächtiger dieser Welt: nämlich mit toller strohblonder Haartolle. Noch nicht an der Gemeinderatssitzung oder Gemeindeversammlung zwar. Aber immerhin schon mal auf der Frontseite des «G’hörscht», der brandaktuellen Fasnachtspostille der Schön­eggler.

Im Innern der Zeitung verraten die fasnächtlichen Plattmacher dann, was der Donald vom nicht wirklich weissen Haus zwischen Schinzenhof und Bahnhof heimlich ausgeheckt hat, um die Fusion trotz eines prozessfreudigen Hirzler Widerstandsgrüppli doch noch fristgerecht durchzupauken. Nämlich, dass Hirzel samt Sek nicht von Horgen einverleibt, sondern der Bezirkshauptort stattdessen in Hirzel eingemeindet wird. Mit natürlich bloss vom «G’hörscht» voraussehbaren Folgen.

Fetter Weg, mageres Fest

Gnadenlos enthüllen die Rechercheure mit den grossen Lauschern auch, dass für die nächste Dorffest-Sause der Stutz nur deshalb so knapp wird, weil ihn die Gemeindeoberen lieber in die sündhaft teure Verbreiterung des Seeuferwegs bei der Sust buttern. Oder sie mutmassen darüber, in welcher Aufmachung wohl die (guten) Geister der historischen Dorfführungen künftig die Teilnehmer ihrer nächtlichen Mystery-Touren zu Tode erschrecken werden.

Leider bloss kaum viel mehr als eine Randnotiz und Sprechblase aber ist den fasnächtlichen Storytellern jene Politposse wert, welche die Horgner schon vor der Fasnacht ganz närrisch machte. Nämlich die gemeinderätliche Hallenbad-Doppelvorlage, die vom Stimmvolk etwa so wahr­genommen wurde, wie sich das uralte Bergli-Schwimmbecken wohl bald einmal präsentiert: nämlich als irgendwie nicht ganz (wasser)dicht. Jedenfalls standen die superschlauen Dorfregenten nach dem Abstimmungsfiasko dann ratlos da wie der Esel am Bergli. Seis drum.

Ein Güggel auf Kurve

Die Jubiläumsausgabe des «G’hörscht» mag punkto Spott, Bissig- und Dreistigkeit die Vorgängernummern der letzten Jahre kaum überragen. Eine ansehnliche Tüte voller Humor und dann und wann eine Prise Schadenfreude aber verspricht die Lektüre allemal. Nicht zuletzt auch dank all den liebenswürdigen Fettnäpfchentretern, deren kleine Missgeschicke oder grosse Geistesblitze von den Federfuchsern genüsslich aufgeblasen werden. Da geht es dann etwa um einen Güggel auf Kurve, um unliebsame Überraschungen beim Reisen oder auch um eisig kalten Kaffee.

Die Fasnachtszeitung «G’hörscht» ist ab heute für 5 Franken an Horgner Kiosken, in Restaurants und Geschäften erhältlich sowie im Strassenverkauf der Schöneggler. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.02.2017, 16:02 Uhr

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