Wohnungsmarkt

Im Bezirk Horgen werden günstige Mietwohnungen knapp

In der Region Zimmerberg wurde 2017 weniger gebaut als im Vorjahr. Nach dem Baumboom treten die Investoren nun auf die Bremse. Das hat Folgen. Insbesondere günstiger Wohnraum wird knapp.

Wohnungen im Bezirk Horgen sind gefragt. Die Nachfrage ist hoch, die Zahl der leer stehenden Wohnungen tief.

Wohnungen im Bezirk Horgen sind gefragt. Die Nachfrage ist hoch, die Zahl der leer stehenden Wohnungen tief. Bild: Patrick Gutenberg

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Wer am Zürichsee eine Mietwohnung sucht, muss sich auf viele Mitbewerber einstellen. Besonders ausgeprägt ist der Konkurrenzkampf am linken Seeufer. In der Region Zimmerberg ist die Nachfrage hoch und die Zahl der leerstehenden Wohnungen unterdurchschnittlich. Zugleich nimmt die Bautätigkeit ab. Das zeigt das neuste Immo-Monitoring von Wüest Partner AG.

Dass am linken Ufer immer weniger gebaut wird, erklärt Robert Weinert, Mitautor der Studie, damit, dass das Bauland immer knapper wird. Je besser eine Gemeinde an Zürich erschlossen sei, desto stärker zeige sich die Tendenz. Etwa in Hirzel seien bebaubare Parzellen zwar noch vorhanden, die Nachfrage aber wegen der schlechteren Erreichbarkeit entsprechend kleiner.

Alte Wohnungen stehen leer

«Die Bautätigkeit war am Zimmerberg früher mal auf einem sehr hohen Niveau», sagt Weinert. «Weil das Land knapp wird, steigen die Preise und die Gruppe, die sich entsprechende Mieten leisten kann ist relativ klein.» Das mache Investitionen unattraktiv. Schon heute sei das Angebot teurerer Mietwohnungen vergleichsweise gross. «Engpässe zeichnen sich vor allem bei günstigeren Wohnungen ab.»

Etwas anders zeigt sich die Situation an der Goldküste: Dort blieb die Bautätigkeit 2017 stabil. Der Bauboom habe im Bezirk Meilen früher eingesetzt als im Bezirk Horgen, sagt Weinert. «Entsprechend ist man am Pfannenstiel bei Neubauprojekten auch früher auf die Bremse getreten – in der Region Zimmerberg passiert das erst jetzt.» Heute bewege sich die Bautätigkeit an den beiden Ufern etwa auf dem gleichen Niveau.

Im Bezirk Meilen ist die Nachfrage nach Mietwohnungen ebenfalls hoch, die Leerstandsquote aber überdurchschnittlich. Laut Weinert liegt das Problem darin, dass sich Angebot und Nachfrage an der Goldküste nicht treffen. «Der Zustand einiger leerstehender Objekte ist schlecht.»

Hoch ist hingegen das Preisniveau. Im schweizweiten Vergleich liegt sowohl die Goldküste als auch das gegenüberliegende linke Ufer im Bereich von Städten wie Zürich oder Zug. Wer für die monatliche Miete tief in die Tasche greift, erwartet einen gewissen Standard. Alte Wohnungen stehen also leer, während sich die Interessenten um die Neubauten streiten? «Im Vergleich zum Vorjahr ist die Leerstandsquote von neuen Wohnungen in der Region Pfannenstiel 2017 tatsächlich gesunken», sagt Weinert.

Wegen den gestiegenen Baulandpreisen und dem höheren Ausbaustandard sind Neubauwohnungen in den Bezirken Horgen und Meilen an gleicher Lage und in der gleichen Grösse im Durchschnitt über 800 Franken teurer als Objekte, die 35-jährig sind. Zum Vergleich: Im Schweizer Schnitt beträgt der Aufpreis 580 Franken.

Ins Linthgebiet ausweichen

Wer sich die Miete einer Neubauwohnung nicht leisten könne, weiche weiter in die günstigeren ländlicheren Regionen – etwa ins Linthgebiet aus. «Die Region befindet sich an der Schwelle zum Einzugsgebiet von Zürich, einzelne Gemeinden sind gut an den Metropolitanraum angeschlossen», sagt Weinert. Die Immobilienstudie zeigt für den See-Gaster eine überdurchschnittliche Leerwohnungsquote. «Es zeigt sich dasselbe Szenario, wie im Bezirk Meilen – die leerstehenden Wohnungen entsprechen nicht immer den Vorstellungen der Mietinteressenten.»

Anders als im Bezirk Meilen nimmt hier aber auch die Bautätigkeit entsprechend ab. Weinert erklärt das zum einen damit, dass in der Vergangenheit sehr viel neuer Wohnraum geschaffen wurde. Zum anderen sei das Linthgebiet mit Ausnahme der Stadt Rapperswil-Jona und der Gemeinde Uznach stärker auf Wohneigentum ausgerichtet. «Die Eigentumsquote ist höher, weil das Wohneigentum hier erschwinglicher ist als in der restlichen Zürichseeregion.»

Erstellt: 24.04.2018, 17:40 Uhr

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