Au

IG stört sich an der Grösse des Au-Park-Projekts

Dimensionen wie an der Zürcher Europaallee habe der Au-Park. Das findet die IG Wädi Au und fordert eine Redimensionierung des Projekts der Intershop AG. Diese muss derzeit 22 Einwendungen prüfen.

Eine zu grosse Verdichtung befürchtet die IG Wädi Au mit dem geplanten Au-Park auf dem ehemaligen Alcatel-Areal. Die Kantonsschule könnte in ihren Augen hingegen grösser sein.

Eine zu grosse Verdichtung befürchtet die IG Wädi Au mit dem geplanten Au-Park auf dem ehemaligen Alcatel-Areal. Die Kantonsschule könnte in ihren Augen hingegen grösser sein. Bild: Visualisierung pd

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Politiker und Bevölkerung sind sich einig: Das Quartier Au soll sich weiterentwickeln. Doch daran, wie dies geschehen soll, scheiden sich die Geister. 22 Einwendungen haben Interessierte bei der Stadt Wädenswil zum Gestaltungsplan Au-Park eingereicht. Auf dem ehemaligen Alcatel-Areal sind 200 Wohnungen, eine Kantonsschule, Gewerbeflächen und ein öffentlicher Park geplant. Die Einwendungen hat die Stadt Wädenswil an die Investorin und Grundeigentümerin, die Intershop weitergeleitet. Sie wird die Einwendungen auswerten und einen Bericht erstellen.

Klar in Opposition geht die IG Wädi Au, eine überparteilichen Interessensgemeinschaft, derzeit bestehend aus 15 Mitgliedern. «Wir finden es grundsätzlich gut, dass der Kanton die Au als Standort für die Kantonsschule ausgewählt hat», betont Luciano Pelloni von der IG Wädi Au. Und auch gegen die Idee eines Gestaltungsplans habe die IG nichts einzuwenden. «Uns stört aber das Wie», sagt Pelloni. Der Gestaltungsplan sei «des Guten zu viel» und passe nicht ins Landschaftsbild der Au. Die Entwicklung ähnele eher der Zürcher Europaallee und nicht einem Quartier, das sich am Rande der Stadt Wädenswil befindet. Daher fordert die IG Wädi Au in ihrer Einwendung, dass das Projekt abgespeckt wird und zugunsten des Erscheinungsbilds Abstriche gemacht werden.

«Überdimensionierter Klotz»

Die IG beantragt in ihrer Einwendung eine maximale Ausnutzungsziffer von 100 statt 140 Prozent und dass die Sichtachsen gewahrt werden, auch vom für Spaziergänger sehr beliebten Mittelortweg. Der private Gestaltungsplan und die Visualisierungen der Intershop seien hingegen irreführend. Die Bevölkerung habe sich mit Einwendungen zum kommunalen Richtplan klar gegen eine übermässige Verdichtung und den Bau von Hochhäusern ausgesprochen, schreibt die IG. Die geplante Überbauung wirke im Ortsbild Au wie ein überdimensionierter Klotz.

Ausserdem soll die private Grünfläche des Areals auch als solche deklariert werden und nicht als öffentlicher Park. Die Unterhaltskosten durch die Stadt Wädenswil beantragt die IG ersatzlos zu streichen.

Nicht nur weniger hoch, soll nach Meinung der IG gebaut werden, sondern auch weniger verdichtet. Hochhäuser oder Blockrandbebauungen im Stil der Europaallee würden nicht ins Ortsbild der Seegemeinde passen und entsprächen nach Einschätzung der IG nicht dem Willen einer Mehrheit der Einwohner. Zudem dürfe das zu bewältigende Bevölkerungswachstum nicht zu einem Grossteil von der Au absorbiert werden. Schliesslich möchte die IG, dass ein unabhängiges Gutachten erstellt wird, das die erwarteten Einflüsse des Au-Parks, wie Bautätigkeit, Verkehr und neue Nutzer, auf das Gebiet der Halbinsel Au untersucht.

IG sucht Gespräch mit Stadt

«Wir erwarten, dass der Stadtrat auf unsere Einwände eingeht und ein wesentlicher Teil unserer Forderungen in den überarbeiteten Gestaltungsplan einfliesst», sagt Pelloni. Nach den Wahlen möchte die IG daher das Gespräch mit der Stadt suchen.

Die 22 Einwendungen werden derzeit von der Grundeigentümerin, der Intershop geprüft. «Einige der Einwendungen, auch solche der Nachbaren, machen Sinn und können in den Gestaltungsplan aufgenommen werden», sagt Christian Baldinger von der Intershop. Die Beurteilung der Einwendungen erfolgt in Absprache mit der öffentlichen Hand, weshalb Baldinger noch nicht sagen kann, um welche es sich handelt. Dass das Projekt redimensioniert wird, kann sich Baldinger allerdings nicht vorstellen: «Der regionale Richtplan sieht diese Ausnutzung vor.» Ausserdem habe die Bevölkerung über das Raumplanungsgesetz abgestimmt, das ein verdichtetes Bauen vorsieht. «Noch vor den Sommerferien werden wir über die Einwendungen informieren», sagt Baldinger. Danach geht das Geschäft weiter an die Stadt Wädenswil.

Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) sagt: «Wir werden die Einwendungen zusammen mit der Grundeigentümerin ernsthaft anschauen.» Die Stadt stehe für Gespräche immer zur Verfügung. «Allerdings müssen wir dabei die allgemeinen Interessen im Auge behalten.»

In Abhängigkeit des Entscheids des Kantonsrats bezüglich der Kantonsschule Zimmerberg – das Geschäft ist am Montag im Kantonsrat traktandiert – wird das Geschäft voraussichtlich im Herbst 2018 vom Wädenswiler Gemeinderat behandelt werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.04.2018, 15:17 Uhr

Kantonsschule Zimmerberg

IG bemängelt Platzverhältnisse für Kantonsschule

Ein Kritikpunkt der IG Wädi Au zum privaten Gestaltungsplan des Au-Parks betrifft die Kantonsschule. Nach Meinung der IG ist die vorgesehene Arealgrösse von 11'000 Quadratmetern für eine Kantonsschule zu klein. «Vergleicht man die in Wädenswil geplante Kantonsschule mit anderen Kantonsschulen im Grossraum Zürich, so sticht ins Auge, dass in Wädenswil mit weniger Quadratmeter pro Schüler geplant werde als bei anderen Kantonsschulen», schreibt die IG. Die Kantonsschulen Freudenberg und Enge hätten eine Arealgrösse von 40'000 Quadratmeter für 1200 Schüler. Ausserdem sei voraussehbar, dass die Kantonsschule auf die Nutzung von Turnhallen und Sportplätzen der umliegenden Schulhäuser angewiesen sein werde und mit den Nutzungsbedürfnissen der anderen Schulstufen kollidiere.

Der Kanton weist die Kritik zurück. Für ihn stehe eine Kantonsschule für 1000 Schüler im Vordergrund. Eine Erweiterung auf 1500 Schüler sei möglich. «Die Grundstückfläche von 11 000 Quadratmeter und die vorgesehene Geschossfläche von 15 000 Quadratmeter erachtet der Kanton als ausreichend», wie Markus Pfanner von der Baudirektion des Kantons Zürich mitteilt. Die gleiche Geschossfläche sei im Übrigen bei der Kantonsschule am rechten Zürichsee in Uetikon am See geplant. Insgesamt seien auf dem gekauften Areal in der Au rund 22'000 Quadratmeter anrechenbare Geschossfläche realisierbar. Vergleiche möchte Pfanner nicht anstellen. Diese seien problematisch,da beispielsweise beim Sport Anlagen der Gemeinden oder eigene Anlagen genutzt werden.

Weiter seien die Kantonsschulen In den 1970er-Jahren in der Regel maximal dreistöckig gebaut worden. «Heute ist eine vierstöckige Bauweise üblich», sagt Pfanner. Dies ergebe einen kleineren Fussabdruck. (duc)

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