Horgen

Gegner des Schiessstandes greifen zu härteren Mitteln

Das Naherholungsgebiet Aabachtobel in Horgen soll frei von Schiesslärm werden: Eine Interessengemeinschaft richtet diese Forderung nun an den Gemeinderat.

Erholungsraum versus Schiesslärm: Der Schiessstand in Käpfnach ist umstritten.

Erholungsraum versus Schiesslärm: Der Schiessstand in Käpfnach ist umstritten. Bild: Archiv Manuela Matt

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Der Schiessstand Käpfnach ist einigen Horgnern ein Dorn im Auge: Der Friede im Aabachtobel werde durch die Anlage gestört. Die IG Aabachtobel hat sich daher zum Ziel gesetzt, den Schiessstand aufzulösen. Zu diesem Zweck hat sie Anfange Woche, wie angekündigt, eine Anfrage an den Horgner Gemeinderat gestellt.

Darin betont die IG erneut die Bedeutung des Aabachtobels als Naherholungsgebiet. Gerade im Ortsteil Käpfnach stünde aufgrund des Bevölkerungswachstums immer weniger Grünflächen zur Verfügung. Nebst dem Lärm stört die Gegner vor allem, dass der untere Zugang zum Aabachtobel während den Schiesstagen grösstenteils gesperrt ist. Auch die Betonmauer, die den Schiessstand umgibt, wird als «Schandfleck» kritisiert.

Nun möchte die IG wissen, ob der Gemeinderat willens sei, die Aufhebung der Schiessanlage zugunsten einer regionalen Lösung an einem anderen Ort zu prüfen. Auch andere Gemeinden wie zum Beispiel Thalwil würden dies so handhaben, heisst es in der Anfrage. Auch Alternativen wie unterirdische Schiesstunnel oder digitale Schiesssimulatoren werden vorgeschlagen, sodass «die heutige Schiessfläche vollumfänglich als Erholungszone nutzbar wird.»

Investitionsstopp gefordert

Bis die Zukunft des Schiessstands Käpfnach entschieden sei, sollen auch keine weiteren Investitionen in die Anlage getätigt werden: Konkret geht es dabei um eine neue Pistolenschussanlage, die im Budget 2019 veranschlagt ist. Die Kosten würden sich auf 450'000 Franken belaufen. Die IG will nun an der Gemeindeversammlung am 13. Dezember eine Sistierung des Projekts beantragen.

Die Gemeinde Horgen bestätigt den Eingang der Anfrage. Die offizielle Antwort wird an der Gemeindeversammlung erfolgen. Die stellvertretende Gemeindeschreiberin Monika Neidhart erklärt, es gebe sporadisch Beschwerden wegen des Schiessstandes, doch das sei zu erwarten. Der Schützenverein darf zurzeit noch an 16 Halbtagen pro Jahr, während zwei Stunden in Käpfnach schiessen, erhält aber gemäss dem Präsidenten der Schützengesellschaft Peter Lieberherr immer wieder Reklamationen von Anwohnern.

Falls der Gemeinderat sich nicht zur Schliessung des Schiessstandes bereit erklärt, hat die IG Aabachtobel bereits angekündigt, eine Einzelinitiative zu lancieren. Die IG hofft laut Anfrage aber, dass der Gemeinderat bereit ist, einen runden Tisch einzurichten, an dem alle Interessierten, die Zukunft des Tobels diskutieren können. (zsz.ch)

Erstellt: 29.11.2018, 17:37 Uhr

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