Richterswil

Idee einer Richterswiler Inselgruppe bleibt Wunschtraum

Der Hochwasser­entlastungsstollen zwischen der Sihl und dem Zürichsee ist an ökologische Massnahmen gekoppelt. Der Kanton Zürich zog daher in Betracht, vor Richterswil oder Stäfa Inseln aufzuschütten. Diese Idee ist vom Tisch, dafür wird eine alte Forderung an Richterswil wieder laut.

Auch weiterhin die einzige: Der Kanton verzichtet auf zwei Inselschüttungen vor Richterswil, Schönenwirt wird das einzige Inseli der Gemeinde bleiben.

Auch weiterhin die einzige: Der Kanton verzichtet auf zwei Inselschüttungen vor Richterswil, Schönenwirt wird das einzige Inseli der Gemeinde bleiben. Bild: Manuela Matt

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Die kleine Insel Schönenwirt wird die einzige Richterswiler Insel bleiben. Dies hätte auch anders kommen können. Denn vergangenen Sommer liess die Baudirektion des Kantons Zürich verlauten, dass vor dem Richterswiler Seebad allenfalls zwei Inselchen in der Grösse von 15×50 und 10×75 Metern aufgeschüttet werden könnten. Das notwendige Material dazu hätte der geplante Ausbruch des Stol­lens zwischen der Sihl und dem Zürichsee geliefert.

Dieser Hochwasserentlastungsstollen soll dazu dienen, die Stadt Zürich und das untere Sihltal vor einem 500-jährlichen Hochwasser zu schützen.Wie der Richterswiler Gemeinderat in einer Medieninformation mitteilt, entstehe durch den Bau des Stollens ein Eingriff in die Natur, welcher den Kanton Zürich zwinge, ökologische Ersatzmassnahmen umzusetzen. Abklärungen hätten ergeben, dass sich Richterswil im Seeuferbereich dazu eigne. Die Inselschüttung, wie sie der Kanton vergangenen Sommer angedacht hatte, wäre als solche Ersatzmassnahme erfolgt.

Kanton gibt sich bedeckt

«Es ist geplant, die Ersatzmassnahmen parallel zum Stollenprojekt zu realisieren», sagt Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion. Dieses sei frühestens 2023 umgesetzt. «Inselschüttungen stehen als Ersatzmassnahmen aber nicht mehr im Vordergrund.» Das Aushubmaterial des Sihlstollens werde in eine Deponie gebracht, etwa zum Wiederauffüllen einer Kiesgrube. Zum Vorhaben in Richterswil will Bollack noch keine Aussagen machen. «Das Vorhaben steht noch in einer sehr frühen Planungsphase. Es wird erst in den nächsten Monaten konkretisiert.»

Dass Richterswil gewählt wird, um den ökologischen Ausgleich vorzunehmen, dürfte allerdings nicht nur mit den örtlichen Gegebenheiten zu tun haben. Denn wie der Richterswiler Medieninformation weiter zu entnehmen ist, hätte die Gemeinde im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Hafens bei der Badi ökologische Ersatzmassnahmen umsetzen müssen. Eine Auflage, welcher Richterswil während der vergangenen 15 Jahre nicht nachgekommen ist.


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Erstellt: 24.04.2018, 15:07 Uhr

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