Wädenswil

Hüttnersee bleibt noch gesperrt

Mit der Fusion hat die Stadt Wädenswil neue Aufgaben dazubekommen. Eine davon ist die Eismessung auf dem Hüttnersee. In dieser wurde die Stadtpolizei Wädenswil von der kan­to­nalen Seepolizei nun geschult.

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Zwischen fünf und sechs Zentimeter dick ist das Eis auf dem Hüttnersee zurzeit. Dies hat eine Messung der Stadtpolizei Wä­dens­wil am Donnerstagnachmittag gezeigt. Denn durch die Fusionierung von Hütten mit Wädenswil obliegt die Verantwortung für den Hüttnersee neu der Stadt Wädenswil.

Vorher war dafür die Gemeinde Richterswil zuständig. Damit die Verantwortlichen entscheiden können, ob, wann und wo überall das Eis freigegeben werden kann, müssen regelmässig Messungen gemacht werden, um die Dicke und die Qualität des Eises zu bestimmen.

Am Donnerstag wurde die Stadtpolizei Wädenswil von den Experten der kantonalen Seepolizei geschult, damit sie künftig die Eismessung selber vornehmen kann. «Häufig holen die Gemeinden und Städte bei uns eine Zweitmeinung ab, aber die Zuständigkeit liegt immer bei den Gemeinden und Städten», sagt Sven Hartmann, Gruppenchef Seepolizei. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Bruno Immoos instruiert er die Verantwort­lichen der Stadt Wädenswil.

Video: Wird der Hüttnersee geöffnet? Schwarzeis ist entscheidend

«Es hat viel zu wenig Schwarzeis»: Pascal Rubrecht von der Gemeindepolizei Richterswil beim Messen der Eisdicke im Hüttnersee im Winter 2017. Video: Archiv Paul Steffen

Zweiter Mann für den Notfall

«Nicht nur die Dicke des Eises ist wichtig, die Qualität dessen ist massgebend», erklärt Hartmann. Die Qualität des Eises ist am besten, wenn es möglichst klar ist. Milchiges Eis hingegen spricht nicht für sehr gute Qualität. Währenddessen stösst sein Mitarbeiter Immoos den Eisschlitten auf den Hüttnersee. Vorsichtig tastet sich Immoos auf dem Schlitten – dieser wird hauptsächlich als Rettungsschlitten gebraucht – vorwärts. Er trägt nebst guten Kleidern auch eine Schwimmweste. Mithilfe von Eispickeln rutscht der Sachbearbeiter der kantonalen Seepolizei Zentimeter um Zentimeter weiter auf den See hin­aus. Immer wieder knackt es unter dem Schlitten. Das sei normal, beruhigt Hartmann, das Knacken entstehe durch die Spannung im Eis. Etwa zehn ­Meter vom Ufer entfernt macht Immoos die erste Bohrung mit einem Zimmermannbohrer. Sobald das Loch fertig ist, hängt er eine Messhilfe ins Wasser, mit der er messen kann, wie dick das Eis ist. Fünf Zentimeter dick ist es an dieser Stelle. Wichtig sei, dass ein zweiter Mann immer am Ufer bleibe, um denjenigen auf dem Eis im Notfall mit dem Schlitten, der an einem Seil befestigt ist, herausziehen zu können, erläutert Hartmann.

«Das Eis muss überall mindestens 15 Zentimeter dick sein.»Sven Hartmann, Gruppenchef Seepolizei

Ein paar weitere Bohrungen ­alle 10 bis 20 Meter führen zu weiteren Ergebnissen, doch nirgendwo ist das Eis zurzeit dicker als sechs Zentimeter. Noch um ­einiges zu dünn, um die Bevölkerung aufs Eis lassen zu können. «Das Eis muss überall mindestens 15 Zentimeter dick sein», erklärt Hartmann. Denn man müsse immer mit grossem Andrang rechnen. Damit das Eis diese Dicke erreichen kann, müssen die Temperaturen mindestens drei Wochen permanent im Minusbereich sein. Vor acht Jahren war der Hüttnersee zum letzten Mal für die Bevölkerung zugänglich.

Betreten streng verboten

Zwar hat das Eis im Hüttnersee eine sehr gute Qualität, wie der Fachmann sagt, jedoch ist es noch nicht dick genug. Sicherheitsvorsteher Jonas Erni (SP) und Martin Heer, Polizeichef der Stadtpolizei Wädenswil, betonen denn auch, dass das Betreten des Hüttnersees zurzeit strengstens verboten ist. Erni versichert aber, dass der Hüttnersee, sobald alle Voraussetzungen erfüllt werden, für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden soll.

Sollte dies in diesem Winter noch passieren, will der Stadtrat für die Sicherheit der Besuchenden neben der Stadtpolizei ein multidisziplinäres Pikettteam unter Miteinbezug aller der Abteilung Sicherheit und Gesundheit angegliederten Organisationen wie dem Seerettungsdienst Wädenswil und der Feuerwehr aufbieten. Bleibt für Winter- und Eisfans also nur zu hoffen, dass die Temperaturen im momentanen Bereich bleiben und das Eis im Hüttnersee bald genügend dick ist.

Erstellt: 25.01.2019, 10:10 Uhr

Eisregeln

Vorsicht bei Rissen im Eis

Sechs Eisregeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft sollten befolgt werden:


  • Eisflächen nur betreten, wenn sie von der Behörde freigegeben wurden.

  • Rettungsgeräte wie Leitern, Stangen, Ringe, Bälle usw. sind keine Spielzeuge.


  • Die Anweisungen der Ordnungsorgane und der Behörden sind strikte einzuhalten.


  • Bei Rissbildung, verursacht durch Tauwettereinbruch, sind Massenansammlungen zu vermeiden.


  • Selbstrettung bei Eiseinbruch: Sofort Arme ausbreiten und versuchen, in der gleichen Richtung auszusteigen, aus der man ­gekommen ist.


  • Eiseinbruch: Sofort weitere Helfer alarmieren und sich nur in Bauchlage und mit einem Rettungs­gerät dem ­Ein­gebrochenen nähern.

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