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Horgner sagen Ja zur Auslagerung der Alterspflege

Die Horgner Stimmbürger sagen mit 57 Prozent deutlich Ja zur Privatisierung der Pflegeinstitution Tödi. Der Gemeinderat spricht von einem Vertrauensvotum.

Das Pflegeheim Tödi kommt in private Betreiber-Hände.
Das Pflegeheim Tödi kommt in private Betreiber-Hände.
Archiv Michael Trost

Die Grundsatzabstimmung polarisierte, die Frage der Privatisierung der Pflegeinstitution Tödi wurde emotional geführt. Der Gemeinderat machte sich für eine Ja-Parole stark. Auch alle bürgerlichen Parteien befürworteten die Auslagerung an eine private Betreiberin. Die Grünen und die Sozialdemokraten beschlossen die Nein-Parole.

Der Abstimmungssonntag brachte nun Klarheit: Das Pflegeheim Tödi wird künftig privat betrieben, voraussichtlich von der Stiftung Amalie Widmer. 56,9 Prozent der Horgner Stimmbürger sprachen sich dafür aus. 3763 Horgner legten ein Ja in die Urne, 2850 ein Nein — bei einer Stimmbeteiligung von 52,48 Prozent. Zufrieden über das Abstimmungsresultat zeigt sich Sozialvorstand Hans-Peter Brunner (FDP), er setzte sich im Vorfeld der Grundsatzabstimmung für ein Ja. «Das Resultat zeugt in einer von der Gegenseite stark emotionalisierten Abstimmung von dem Vertrauen in den Gemeinderat, dass wir die beste Lösung für die Bevölkerung anstreben», sagt Brunner.

Das Ja zeige auch Vertrauen in die Stiftung Amalie Widmer, die im Dorf einen guten Namen habe. Als ausschlaggebend taxiert der Sozialvorstand das Argument, die Qualität der Horgner Alterspflege werde durch eine Einbettung in eine professionelle Pflegeorganisation besser, und könne sich so im dynamischen Umfeld der Pflege von Hochaltrigen besser bewähren.

Doch das Resultat zeige auch eine Skepsis gegenüber der Privatisierung: «Der Nein-Anteil von 43,1 Prozent geht über das Grün-Links Lager hinaus», sagt Brunner. Daraus lese der Gemeinderat eine Verpflichtung, die Anliegen der Bevölkerung hinsichtlich einer Einflussnahme auf die stationäre Alterspflege weiterhin ernstzunehmen und die Horgner transparent über alle Schritte zu informieren.

Appell an den Gemeinderat

Im Vorfeld des Urnengangs hat sich vor allem die SP aktiv in die Debatte eingeschaltet. Angesichts des Engagements des Gemeinderats für die Vorlage und angesichts der Ja-Parole aller bürgerlichen Parteien, sei das Resultat relativ knapp ausgefallen, findet SP-Co-Präsident Alfred Fritschi. «Es schwingt eine wichtige Botschaft an den Gemeindrat mit: Wort zu halten, dass diese Abstimmung keine Sparvorlage ist», hält Fritschi fest.

Die SP erwartet, dass der Gemeinderat Wort hält und sich einer sozialen Alterspolitik verpflichtet. Insbesondere müsse auch in Zukunft gewährleistet sein, dass für alle Horgner, bei Bedarf qualitativ gute und bezahlbare Pflege- und Heimplätze ohne lange Wartezeiten gewährleistet sind. Fritschi ist überzeugt, dass das Resultat vor allem ein Ja für die lokal verankerte, gemeinnützige Amalie-Widmer-Stiftung sei, nicht primär für eine Privatisierung. Fritschi schreibt sich aufs Revers, es sei der SP zu verdanken, dass eine Diskussion in Gang gekommen sei.

Verhandlung über Leistungen

Fritschi schickt voraus, die SP erwarte, dass der Gemeinderat über die Verhandlungen der Leistungsvereinbarungen transparent informiere.

Noch im März stehen die Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen mit allen privaten Horgner Pflegeheimen an. Hier sieht Gemeinderat Hans-Peter Brunner vor allem folgende Schwerpunkte: Plätze für alle Horgner garantieren zu können und gleichzeitig die Mitbestimmung der Gemeinde und das Wahlrecht zu bewahren. «Gemeinsam mit allen Heimen können wir die Platzvergabe besser koordinieren und garantieren», sagt der Sozialvorstand.

Brunner zeigt sich nach Bekanntgabe der Abstimmungsresultate erfreut, auf dem eingeschlagenen Weg voranschreiten und er den Fokus auf die detailreiche Ausarbeitung des Projekts Neu Tödi richten zu können.

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