Horgen

Horgner Oberstufe wird zur Quims-Schule

Die Sekundarschule Berghalden-Rainweg hat die 40-Prozent-Marke an fremdsprachigen Schülern überschritten. Neu operiert sie als Quims-Schule (Qualität in multikulturellen Schulen). Sie ist damit die siebte Schule dieser Art im Bezirk.

An der Sekundarschule Berghalden-Rainweg soll sich die Schulqualität künftig dank kantonalen Fördergeldern verbessern.

An der Sekundarschule Berghalden-Rainweg soll sich die Schulqualität künftig dank kantonalen Fördergeldern verbessern. Bild: Sabine Rock

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Es ging alles ruckzuck. Der Kanton schaltete sich diesen Frühling ein und vermeldete der Horgner Schulbehörde: Ab dem neuen Schuljahr kommt die Sekundarschule in das Programm Quims der Zürcher Bildungsdirektion. Quims steht für «Qualität in multikulturellen Schulen». Besagte Verbesserung der Qualität soll mit kantonalen Fördergeldern an jenen Zürcher Schulen erreicht werden, deren Anteil an Kindern aus unterprivilegierten und fremsprachigen Familien über 40 Prozent beträgt. Bei der Horgner Oberstufe Berghalden-Rainweg sind es mittlerweile gar 42 Prozent.

Drei Handlungsfelder

«Die Vorbereitungszeit für die Umstellung auf einen Quims-Betrieb war sehr kurz», sagt Schulpräsidentin Elisabeth Oberholzer (FDP). Nach der Benachrichtigung des Kantons im Frühling dieses Jahres, musste die Schule gemäss Oberholzer sofort eine Quims-Verantwortliche bestimmen. «Zudem gab es eine Infoveranstaltung für die Schule mit Beteiligten vom Volksschulamt und der Bildungsdirektion», sagt die Schulpräsidentin.

Nach den Sommerferien wird die Horgner Oberstufe also neu als Quims-Schule operieren. Was sich für die Schüler konkret nach der langen Sommerpause im Unterricht ändern wird, ist jedoch nicht in Erfahrung zu bringen. Die beiden Schulleiter der Sekundarschule waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sicher ist: für jede Schule gibt es ein Einführungsjahr, in dem sie fachlich durch das Volksschulamt und die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) begleitet wird.

Die Volksschulverordnung bestimmt im Quims-Programm drei Handlungsfelder: Sprachförderung, Förderung des Schulerfolgs und die Förderung der sozialen Integration – beispielsweise auch der Eltern. Für die Jahre 2014 bis 2017 hat der Zürcher Bildungsrat für die partizipierdenden Schulen zwei obligatorische Schwerpunkte definiert, die die Arbeit innerhalb besagter Handlungsfelder weiter fokussieren. Diese Schwerpunkte sind «Schreiben auf allen Schulstufen» und «Sprache unter Elterneinbezug im Kindergarten».

40 000 Franken jährlich

Die Oberstufe ist jedoch nicht die einzige Quims-Schule in Horgen. Die beiden Primarschulen Waldegg und Baumgärtli sind seit den Jahren 2000, respektive 2008 im Quims-Programm mit dabei. Im Bezirk Horgen ebenso mit kantonalen Quims-Fördergeldern unterstützt werden die beiden Primarschulen Zopf und Sonnenberg sowie die Sekundarschule Hofern in Adliswil und die Primarschule im Widmer in Langnau.

Die am Programm beteiligten Schulen erhalten Beiträge vom Kanton, um die sie «im Rahmen der Quims-Vorgaben frei verfügen können», wie es in einem Informationsschreiben der Bildungsdirektion heisst. Der jährliche Betrag ist abhängig von der Grösse der Schule, beläuft sich durchschnittlich jedoch auf rund 40 000 Franken pro Jahr.

Pro Schule gibt es einen Lehrer, der als Quims-Beauftragter agiert. Eine von ihnen ist Kirsten Hofer. Die Lehrerin ist für die Umsetzung der im Programm festgesetzten Massnahmen an der Sekundarschule Hofern in Adliswil verantwortlich. Sie findet: «Der Aufwand als Quims-Beauftragte innerhalb des Schulbetriebes hält sich bisher in Grenzen». Die einjährige Ausbildung, die sie an der PHZH berufsbegleitend absolvieren musste, bezeichnet Hofer als «nicht sehr anspruchsvoll». Stefan Kurmann, Leiter der Adliswiler Primarschule Zopf, zieht nach acht Jahren Quims-Schulbetrieb, eine eher positive Bilanz: «Das Programm ist durch die kantonalen Gelder sicherlich eine willkommene Unterstützung».

Bescheidene Erfolge

Aktuell sind im Kanton Zürich 110 Schulen am Quims-Programm beteiligt – davon 45 aus der Stadt Zürich. Im Schuljahr 2016/17 werden es insgesamt 120 Schulen sein. Eine von der Bildungsdirektion an der Uni Zürich in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2012 förderte allerdings wenig Erfreuliches zutage: Die Erfolge an den Quims-Schulen sind nach wie vor bescheiden. Die Leistungen liegen seit der Einführung 2006 wie davor weiterhin unter dem kantonalen Durchschnitt.

Marion Völger, Leiterin des Zürcher Volksschulamtes, sagt: «Trotzdem kann nach der Evaluation gesamthaft ein positives Fazit gezogen werden». Ohne diese Gelder könnten die Schulen viele Projekte nicht umsetzen, sagt sie – beispielsweise jene, in die fremdsprachige Eltern miteinbezogen werden könnten. Auch weist Völger auf eine weitere positive Entwicklung hin.

Denn ein Vergleich zeigt: Besuchten an den Quims-Schulen im Schuljahr 2008/09 nur durchschnittlich 29 Prozent der fremdsprachigen Schüler die Sek A, waren es 2014/15 bereits 39 Prozent. «Auch die Quote beim Anschluss an eine berufliche Ausbildung konnte im selben Zeitraum von 41 auf 56 Prozent der Quims-Schüler gesteigert werden». Ob diese Entwicklung allerdings alleine auf die Massnahmen des Quims-Programms zurückzuführen sind, wurde von der Bildungsdirektion gemäss Völger jedoch nicht eruiert. Das Quims-Programm ist fester Bestandteil der Zürcher Volksschule und läuft unbefristet.

Erstellt: 05.08.2016, 15:35 Uhr

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