Horgen

Horgner Gemeinderat hält nichts von Aufhebung der Schiessanlage

Eine IG will, dass der Schiessstand Käpfnach in Horgen zugunsten einer Erholungszone geschlossen wird. Der Gemeinderat sprach sich an seiner letzten Sitzung gegen diesen Wunsch aus. Aufatmen können die Schützen aber noch nicht.

Der Schiessstand Käpfnach in Horgen soll für eine Aufwertung der Erholungszone weichen. Dies will die «IG Aabachtobel für alle», der Gemeinderat stellt sich dagegen.

Der Schiessstand Käpfnach in Horgen soll für eine Aufwertung der Erholungszone weichen. Dies will die «IG Aabachtobel für alle», der Gemeinderat stellt sich dagegen. Bild: Sabine Rock

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Der Schiessstand Käpfnach im Horgner Aabachtobel wird immer wieder kritisiert. Zu laut seien die Schüsse, zu teuer der Unterhalt. Im April dieses Jahres haben sich einige Käpfnerinnen und Käpfner zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Die «IG Aabachtobel für alle» will, dass der Schiessstand zurückgebaut und so die Erholungszone aufgewertet wird. Als Alternative schlägt die IG eine unterirdische Schiessanlage vor. Auch Investitionen in den Schiessstand sollen vorerst keine weiteren getätigt werden.

Mit einer Anfrage beim Gemeinderat wollte die IG letzte Woche wissen, wie dieser zu den Forderungen steht. Die Gemeinderäte haben an ihrer letzten Sitzung über den Antrag und die Zukunft des Schiessstandes diskutiert. Seine definitive Stellungnahme wird der Gemeinderat an der Sitzung vom kommenden Montag verabschieden. An der Gemeindeversammlung vom nächsten Donnerstag wird die Exekutive diese dann im Detail vortragen. Die Wünsche der IG sollen vorerst aber nicht erfüllt werden.

Keine unterirdische Anlage

Gemeinderat und Liegenschaftsvorsteher Joggi Riedtmann (SP) sagt: «Es wird auch in Zukunft noch einen Schiessstand in Käpfnach geben.» Eine unterirdische Anlage sei dort undenkbar. «Die Gemeinde hat ein solches Projekt schon vor rund zehn Jahren geprüft. Damals scheiterte es an den Kosten.» Zudem sei der Standort in Käpfnach für einen Bau im Untergrund ungeeignet, sagt Riedtmann. Eine unterirdische Anlage, die von allen Schiessvereinen im Bezirk gebraucht werden könnte, sei erst kürzlich zur Diskussion gestanden. Eine solche sei aber in den nächsten Jahren nicht umsetzbar. Die Schiessvereine der einzelnen Gemeinden hätten zu unterschiedliche Anforderungen.

Auch eine computerbasierte Schiesssimulation komme nicht infrage. «Ein Computerprogramm ist dem Schiessvorgang nicht gleichwertig. Das obligatorische Schiessen könnte mit einer solchen Simulation nicht durchgeführt werden.»

Einen Investitionsstopp sieht der Gemeinderat für das kommende Jahr nicht vor. Ursprünglich waren 450 000 Franken budgetiert. Diese waren aber nicht für den Schiessstand Käpfnach gedacht, sondern für eine Umverlegung der Luftpistolenschussanlage von der Horgner Allmend in den Schiessstand Käpfnach. Da diese aber dank einer Standortverschiebung dem Ersatzbau des Fussballclubs Horgen nicht weichen muss, kann die Pistolenschussanlage auf der Allmend bleiben. Budgetiert sind nur noch 50 000 Franken als Planungskredit.

Initiative wird folgen

Die IG hat die Stellungnahme des Gemeinderates noch nicht erhalten. Diese wird in den Tagen vor der Gemeindeversammlung schriftlich erfolgen. Die IG will daher zum jetzigen Zeitpunkt das Urteil des Gemeinderates gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» noch nicht kommentieren.

Die Horgner Schützen quittierten die Kritik lange stillschweigend. Nun schiessen sie zurück. «Der Schiessstand Horgen liegt seit über 120 Jahren in Käpfnach», sagt Marco Keller, Kommuni­kationsverantwortlicher der Schiessplatzvereinigung Käpfnach. Obwohl man wisse, dass in Käpfnach geschossen wird, werde immer näher an die Schiessanlage gebaut. «Die IG argumentiert zudem, dass während der Schiesszeit das Tobel nur schwer erreichbar sei. Das Aabachtobel in Käpfnach ist aber jederzeit über einen zumutbaren Umweg zugänglich», sagt er.

Über den Rückhalt des Gemeinderates zeigt sich Keller erfreut. Trotzdem können sich die Schützen noch nicht in Sicherheit wiegen. Eine Schliessung der Schiessanlage ist trotz der Antwort des Gemeinderates noch nicht vom Tisch. Die IG hatte bereits Mitte Jahr angekündigt, eine Initiative zu lancieren, falls der Gemeinderat ihr Anliegen nicht unterstützen sollte. Die IG wird in den kommenden Tagen entscheiden, welches die nächsten Schritte sind. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2018, 20:27 Uhr

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