Horgen

Horgens Malheure und Fettnäpfchen auf 16 Seiten

Die Schöneggler haben sich mit ihrer Fasnachtszeitung «G’hörscht» wiedermal den wirklich brisanten Themen von Horgen angenommen: Fahnen, Schlangengruben und wie man echtes Gold aus Papierschlamm macht.

Druckfrisch: Die Horgner Fasnachtszeitung «G’hörscht».

Druckfrisch: Die Horgner Fasnachtszeitung «G’hörscht».

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Es auf die Titelseite der Horgner Fasnachtszeitung «G’hörscht» zu schaffen, ist Privileg und Verhängnis zu gleich. Dieses Jahr hievten die Schöneggler jedoch weder Skandal noch Blamage auf die erste Seite des fasnächtlichen Dorfpostillions. Die Ehre kam Gemeinderat Peter Wirth und dem ehemaligen Hirzler Gemeinderat Markus Lenz zu gute. Ihre Horgen-Hirzel-Fahne, die die Wappentiere Schwan und Hirsch zugleich präsentiert, ziert mit dem Titel «Riskantes Spiel an der Fahnenstange» die Front der 16-seitigen Zeitung.

Um Horgens neuen Ortsteil Hirzel zumindest fahnentechnisch zu integrieren, kreierte Peter Wirth die Flagge, die unter anderem neben seinem Haus an der Bergstrasse flattert. Wie die Schöneggler nun ausführen, soll der Schwan auf der in Horgen viel diskutierten Fahne aber der falsche sein. Es handle sich beim grimmig dreinblickenden Federvieh um eine Variante des Wappentiers, die seit 1952 nicht mehr in Gebrauch ist.

Ein Tropenhaus auf der Allmend

Vermeintlich konstruktiv wird der «G’hörscht» spätestens, wenn es um die Verwertung des Papierschlamms geht, der den Seegrund vor der einstigen Papierfabrik verschmutzt. Der historische Papierschlamm enthalte jede Menge Schwermetall. Genug, um daraus «hochtechnisches Banknotenpapier herzustellen». Wie der «G’hörscht» schreibt, vielleicht sogar genug, um die 8,5 Millionen Franken für die Altlastensanierung zu berappen.

Wie vieles in der Fasnachtszeitung ist auch ein Beitrag über ein angeblich geplantes Tropenhaus auf der Allmend mit Vorsicht zu geniessen. Gemäss «G’hörscht»-Autoren schafft es dieser Text aber sogar auf einen Wahrheitsgehalt von 59 Prozent. Im letzten Sommer hatte sich eine Schlange auf den Fussballplatz verirrt und den FC Horgen von seinem Training abgelenkt. Die Enthüllungspostille habe nun in Erfahrung gebracht, dass den Reptilien auf der Allmend ein eigenes Zuhause geschenkt wird. Statt einem lauten Schiessstand, soll in das Untergeschoss des geplanten Garderobengebäudes ein kleines Tropenhaus eingebaut werden.

Selbstverständlich bleibt auch der Gemeinderat nicht verschont. Welches Ratsmitglied privat wie viel für die Umwelt unternimmt, wissen die Schöneggler genauso gut, wie das, was Theo Leuthold nach seiner Karriere als Gemeindepräsident dereinst unternehmen könnte.





Erstellt: 13.02.2020, 14:16 Uhr

«G’hörscht»

Erhältlich ist die Fasnachtszeitung ab sofort für 5 Franken an Horgner Kiosken, in Restaurants, Geschäften und im Strassenverkauf der Schöneggler.

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