Horgen

Horgen will nächstes Jahr eine Brücke für Badigäste bauen

Der Bahnübergang Seegüetli ist manchmal über 20 Minuten lang am Stück geschlossen. Ein Ärgernis für viele Gäste der Badi Käpfnach. Doch bald soll damit Schluss sein: 2019 will die Gemeinde die schon länger geplante Fussgängerbrücke bauen.

Am Bahnübergang Seegüetli ist häufig Geduld gefragt. Doch das lange Warten dürfte für Passanten bald eine Ende haben.

Am Bahnübergang Seegüetli ist häufig Geduld gefragt. Doch das lange Warten dürfte für Passanten bald eine Ende haben. Bild: Michael Trost

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Die Signalampel blinkt schon seit Minuten. Die rot-weiss gestreiften Bahnschranken hängen waagrecht über der Strandbadstrasse. Am Bahnübergang Seegüetli in Horgen ist Warten angesagt. Die Blicke der jungen Männer, die am Übergang stehen, wandern derweil den Gleisen entlang, auf und ab, einen Zug sehnlichst erwartend. Doch es dauert. Dann endlich rauscht eine S-Bahn vorbei. Aber die Barrieren bleiben unten. Erst nachdem auch noch zwei weitere Personenzüge und zwei Güterkompositionen durch sind, bäumen sich die Bahnschranken auf.

Kein Platz für Autos

Solche Szenen spielen sich am Bahnübergang Seegüetli dieser Tage zigfach ab. Zwar zählt Horgen noch zwei weitere Bahnübergänge an der Seelinie, doch bei

jenem neben dem Seegüetli sei die Situation besonders extrem, sagt Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP). «Der Übergang wird in den Sommermonaten von vielen Gästen des Sportbads Käpfnach benutzt. Wenn die Barrieren nur kurz geöffnet sind, kommt es regelmässig vor, dass die wartenden Autos wegen der vielen Passanten gar nicht durchkommen.»

Neu ist das Problem nicht. Aber die Wartezeiten würden immer länger, meint Leuthold. «Wegen des immer dichter werdenden Fahrplans der Züge sind die Bahnschranken heute häufiger unten als früher.» So kommt es vor, dass die Badigäste am Übergang Seegüetli teils über 20 Minuten warten müssen. Und zwischen Öffnen und Schliessen der Schranken vergehen manchmal nur gerade 30 Sekunden.

Um das Problem zu beheben, hat die Gemeinde schon seit längerem vor, an gleicher Stelle eine Fussgängerpasserelle zu bauen. Anfang dieses Jahres befassten sich die Planer noch mit der Frage, wie eine solche rollstuhlgängig ausgestaltet werden kann. Inzwischen liegt eine Lösung vor: Wie eine Machbarkeitsstudie zeigt, soll die z-förmige Brücke vom Areal der Gemeindewerke über die Gleise Richtung Sportbad führen.

Der aktuelle Planungsstand sieht eine z-Förmige Fussgängerbrücke vor.

Kostenpunkt: Zwei Millionen

Damit das Projekt in dieser Form realisiert werden darf, müsse die Gemeinde noch verschiedene Bewilligungen einholen, sagt der Gemeindepräsident. Vor allem die SBB müssen noch ihren Segen dazu geben. «Doch wir sind optimistisch, dass wir die Bewilligungen erhalten werden.» Das Ziel sei, die Brücke ab 2019 zu bauen und diese vor dem Start der Badisaison 2020 zu eröffnen.

Nach aktuellen Berechnungen würde das Projekt etwas über zwei Millionen Franken kosten. Ob sich die SBB daran beteiligen, sei noch Verhandlungssache. Fest steht: Muss Horgen mehr als zwei Millionen bezahlen, werden die Stimmbürger nächstes Jahr an der Urne darüber befinden. Liegt der Betrag unter der 2-Mio.-Grenze, wird das Geschäft an einer Gemeindeversammlung behandelt.

Eine andere Neuerung im Zusammenhang mit den Bahnübergängen hat Horgen schon diesen Frühling eingeführt. So dürfen auf der Strandbadstrasse zwischen den Übergängen Seegüetli und Hirsacker keine Lastwagen mehr verkehren. Und bei letzterem dürfen von der Seestrasse herkommende Autos und Lastwagen nicht mehr nach rechts abbiegen. Mit diesen Anordnungen reagierte die Gemeinde auf wiederkehrende Unfälle. Auslöser war insbesondere die Kollision einer S-Bahn mit einem Getränkelastwagen auf dem Übergang Hirsacker im Mai 2017. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.07.2018, 20:09 Uhr

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