Horgen/Männedorf

Gemeinden korrigieren umstrittene Wartegebühr für Bootsplätze

Eine neue jährliche Gebühr für das Warten auf einen Bootsplatz sorgte in Horgen für Kopfschütteln. Nun halbiert die Gemeinde die Gebühr – und auch Männedorf reagiert.

Bootsplätze sind rar am Zürichsee: Entsprechend lang sind die Wartelisten der Bewerber.

Bootsplätze sind rar am Zürichsee: Entsprechend lang sind die Wartelisten der Bewerber. Bild: Archiv Christian Dietz-Saluz

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Jährlich müssen Bootsfreunde ihr Interesse für einen Bootsplatz am Zürichsee neu bekunden. Manche Gemeinden verlangen dafür nicht nur eine einmalige Gebühr, sondern fordern jährlich einen Beitrag ein. Diese Wartegebühr ist dem eidgenössischen Preisüberwacher ein Dorn im Auge – auch weil man teils Jahre oder Jahrzehnte auf einen Bootsplatz wartet.

Just nachdem der Preisüberwacher seine Kritik dieses Jahr öffentlich machte, wollte auch die Gemeinde Horgen ab 2020 eine solche jährliche Gebühr einführen. Bisher war nur eine einmalige Zahlung von 100 Franken nötig. Mit den angestrebten 40 Franken wäre die Gemeinde zum teuersten Warteplatz am Zürichsee geworden. Nachdem der Preisüberwacher in dieser Zeitung angekündigt hatte, in Horgen den Grund für die horrende Gebühr zu erfragen, rudert die Gemeinde nun zurück. Auf Anfrage erklärt Christoph Boller, Abteilungsleiter für Liegenschaften und Sport, der Gemeinderat habe die Gebühr nun auf jährlich 20 Franken reduziert. «Der Gemeinderat ist zur Einsicht gelangt, dass man wohl etwas überbordet hat.» An einer jährlichen Gebühr will man aber in Horgen festhalten, weil das Nachführen der Wartelisten mit einem grösseren Aufwand verbunden ist.

Männedorf reagiert

Teuerste Gemeinde bisher war Männedorf. Doch auch die Fischotter-Gemeinde reagiert. Schon im September sagte Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger: «Die Übersicht des Preisüberwachers hat Wirkung gezeigt.» Man habe festgestellt, dass man Interessenten tatsächlich einen hohen Betrag verrechnete. Männedorf verlangte eine einmalige Anmeldegebühr von 100 Franken und zudem 30 Franken für die jährliche Erneuerung. Damit ist nun Schluss. Der Gemeinderat hat vor wenigen Tagen entschieden, dass die einmalige Gebühr von 100 Franken auf ebenfalls 30 Franken reduziert wird.

Und dennoch: Mit den korrigierten Gebühren gehören sowohl Horgen als auch Männedorf über mehrere Jahre gerechnet, weiterhin zu den teureren Gemeinden am Zürichsee. Ganz ohne Gebühren lässt es sich nur in Oberrieden auf einen Bootsplatz warten.

Erstellt: 29.11.2019, 17:15 Uhr

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