Horgen

Horgen hat zum ersten Mal einen grünliberalen Gemeinderat

Eine Stimme entschied das Rennen um den letzen Platz im Gemeinderat. Markus Uhlmann (GLP) macht das Rennen gegen Rico Brazerol (BDP). Verliererin ist auch die SVP, die Bisherige Antonia Dorn wurde abgewählt.

ast der alte Gemeinderat: 
Beat Nüesch (FDP), Gerda Koller (CVP), Joggi Riedtmann (SP), Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli, Markus Uhlmann (GLP), Theo Leuthold (SVP), Hans Peter Brunner (FDP), Daniela Mosbacher (FDP) und Peter Wirth (parteilos) (von links nach rechts).

ast der alte Gemeinderat: Beat Nüesch (FDP), Gerda Koller (CVP), Joggi Riedtmann (SP), Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli, Markus Uhlmann (GLP), Theo Leuthold (SVP), Hans Peter Brunner (FDP), Daniela Mosbacher (FDP) und Peter Wirth (parteilos) (von links nach rechts). Bild: André Springer

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Es war ein Krimi in Horgen. Dreimal hat das Wahlbüro die Stimmen nachgezählt. Das Resultat blieb gleich: Markus Uhlmann (GLP) hat eine Stimme mehr geholt als Rico Brazerol (BDP). Somit hat es der Präsident des Schwimmclubs Horgen nicht in den Gemeinderat geschafft. Als Sportler akzeptiere er die Niederlage, sagt Rico Brazerol. Aber er sei sehr enttäuscht. «Wegen einer Stimme zu verlieren ist doppelt hart». Es gebe genug Themen, an denen er dranbleiben wolle. «Ich werde mich weiterhin einmischen», sagt Brazerol. Auf rechtliche Schritte wegen der knappen Wahl werde er aber verzichten.

Mit Markus Uhlmann zieht zum ersten Mal ein Grünliberaler in den Horgner Gemeinderat ein. Gewählt zu werden sei schwierig gewesen, da alle Bisherigen wieder antraten. Die Wählerinnen und Wähler hätten aber für einen frischen Wind gestimmt, meint Uhlmann.

Negativer Trend bei SVP

Die SVP wird in Zukunft nur noch mit Gemeindepräsident Theo Leuthold vertreten sein, der am zweitmeisten Stimmen geholt hat. Persönlich freue er sich, so Leuthold, doch das die SVP abgestraft wurde, sei schade. Es sei viel von Aufbruch die Rede gewesen, doch das Resultat zeige auch, dass der Gemeinderat seine Arbeit gut gemacht habe, sagt der Gemeindepräsident. Antonia Dorn, die seit 2013 im Gemeinderat sitzt, hat die Wiederwahl gerade mal um 20 Stimmen verpasst. Dorn war für die ZSZ für eine Stellungnahme nicht ereichbar. Ihre Abwahl könnte mit dem allgemeinen Trend bei diesen Wahlen erklärt werden. Sie ist nicht die einzige SVP-Vertreterin im Bezirk Horgen, die abgewählt wurde.

Misslungen ist der Angriff der SP auf einen zweiten Sitz in der Exekutive. Zwar wurde Joggi Riedtmann wiedergewählt, doch Alfred Fritschi landete auf dem letzten Platz. Der neue Kandidat zeigt sich «natürlich enttäuscht». Er glaubt, dass sein angriffiges politisches Profil bei der Mehrheit der Wählerinnen und Wähler nicht angekommen sei. Riedtmann kann sich auch nur mässig freuen über die neue Zusammensetzung des Gemeinderats. Enttäuschend sei, dass die SP keinen zweiten Sitz geholt habe.

Ziemlich problemlos hat die FDP ihre drei Sitze halten können, Daniela Mosbacher hat gar deutlich das beste Resultat geholt. Die Vizepräsidentin des Gemeinderats erklärt sich das Glanzresultat damit, dass Gemeinderatswahlen Persönlichkeitswahlen seien. Erwartet hätte sie nicht, so klar wiedergewählt zu werden. Die FDP-Männer Beat Nüesch und Hans-Peter Brunner liegen im Mittelfeld der Gewählten. Nüesch intepretiert das Resultat als Mischung aus Bisherigen-Bonus und dem generell guten Abschneiden der FDP. Brunner ist froh, gewählt zu sein. Wie deutlich sei nicht entscheidend. Er habe schwierige Themen betreut, etwa die Privatisierung des Alterszentrums. Auch seine Haltung zum Schiffsfünfliber habeihn möglicherweise Stimmen gekostet.

Nahe bei den Leuten

Kaum jemand strahlte am Sonntag so wie Peter Wirth. Der parteilose Sicherheitsvorsteher hat das drittbeste Resultat geholt. «Das hätte ich so nicht erwartet», gibt er zu. Er sei eben einer, der zu den Leuten gehe, ein umgänglicher Mensch. Möglicherweise habe das zum guten Resultat beigetragen.. Ähnlich sieht das Gerda Koller (CVP), die hinter Wirth wiedergewählt wurde. Sie sei «freudig überrascht». Aber sie sei eben immer präsent bei den Leuten, nicht nur kurz vor den Wahlen.

Negativ fällt die tiefe Wahlbeteiligung von 30 Prozent auf. Sie liegt nur leicht höher als 2014. Auch der Gemeindepräsident ist damit nicht zufrieden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.04.2018, 21:27 Uhr

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