Wädenswil

Hochspannungsleitung kommt unter den Boden

Die Axpo vollzieht eine Kehrtwende: Anders als ursprünglich geplant, soll die Stromleitung im Wädenswiler Berg im Boden verschwinden. Ein konkretes Projekt ist jedoch noch ausstehend.

Soll im Boden verschwinden: Die Hochspannungsleitung im Wädenswiler Berg.

Soll im Boden verschwinden: Die Hochspannungsleitung im Wädenswiler Berg. Bild: Michael Trost

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Am Wädenswiler Berg sollen die Strommasten aus dem Landschaftsbild verschwinden. Der Energiekonzern Axpo teilt auf Anfrage mit, dass sie das Freileitungsprojekt begraben hat: «Wir haben das Projekt im Januar 2018 beim Eidgenössischen Strominspektorat zurückgezogen.»Ursprünglich wollte die Axpo die 4,5 Kilometer lange Starkstromleitung zwischen den Unterwerken Horgen und Wädenswil nur teilweise umbauen um die Kapazität zu erhöhen.

Dann kam die Kehrtwende. Wegen geänderten Vorschriften für den Umbau von Freileitungen hätte die Axpo deutlich mehr Masten ersetzen müssen. Hinzu kam die neue Strategie Stromnetze des Bundes. Diese besagt, dass Leitungen des Verteilnetzes als Erdkabel ausgeführt werden sollen. Dies, sofern eine Erdverlegung weniger als dreimal so viel kostet wie der Umbau und technisch und betrieblich möglich ist. Mehr bauliche Massnahmen, steigende Kosten – die Axpo überlegte es sich anders und machte sich im Oktober 2017, daran eine Erdverkabelung zu prüfen.

Erst ein Etappensieg

Ein konkretes Projekt ist nachwievor ausstehend. Zurzeit ist die Axpo dabei, mit Kanton, Behörden sowie der Gemeinde Horgen und der Stadt Wädenswil die ideale Linienführung der Erdkabel abzustimmen. In einem nächsten Schritt sollen die Grundeigentümer kontaktiert werden. Die Investitions- und Betriebskosten wird die Axpo als Werkeigentümerin tragen und via jährlich festgelegtem Netznutztarif an die Strombezüger weitergeben.

«Dass die Axpo das ursprünglich eingereichte Projekt nun definitiv zurückgezogen hat, freut uns natürlich», sagt Susanna Kramer, Ausschuss-Mitglied der IG «Starkstormleitung in den Boden». Die Bewohner des Wädenswiler Bergs hatten sich gegen den Umbau der Freileitung gewehrt. Ihr Missfallen brachten viele Grundeigentümer zum Ausdruck, indem sie die auslaufenden Dienstbarkeitsverträge der Axpo nicht unterschrieben. Auch die Stadt Wädenswil leistete als Landbesitzerin auf diesem Weg Widerstand und unterstützte die juristische Arbeit der IG mit 2000 Franken.

Für die IG der Entscheid der Axpo aber erst ein Etappensieg. Jetzt gelte es abzuwarten, sagt Kramer. «Wir rechnen damit, dass es allermindestens ein Jahr dauert bis ein konkretes Projekt vorliegt.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.06.2018, 17:01 Uhr

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