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Hochhäuser zu umstritten ­– Stadtrat beugt sich dem Druck

Die Bevölkerung wehrte sich gegen die drei geplanten Eignungsgebiete für Hochhäuser. Der Stadtrat hat die Hochhauszonen nun aus dem revidierten kommunalen Richtplan entfernt und kehrt zum Status Quo zurück. Gemäss diesem sind Hochhäuser in Teilen des Siedlungsgebietes zulässig.

Auf diesem Gebiet hätten sie stehen sollen, die 40 Meter hohen Hochhäuser. Nun krebst der Wädenswiler Stadtrat zurück: Nachdem der revidierte kommunale Richtplan auf Protest gestossen ist, verzichtet die Stadt auf die Zonen für die drei Hochhäuser in der Au.
Auf diesem Gebiet hätten sie stehen sollen, die 40 Meter hohen Hochhäuser. Nun krebst der Wädenswiler Stadtrat zurück: Nachdem der revidierte kommunale Richtplan auf Protest gestossen ist, verzichtet die Stadt auf die Zonen für die drei Hochhäuser in der Au.
Manuela Matt

Die Geschichte um den revidierten kommunalen Richtplan der Stadt Wädenswil ist seit gestern um ein Kapitel reicher, der Richtplan selber aber um ein Kapitel ärmer. Wie der Stadtrat gestern mitteilte, hat er die drei Hochhauszonen aus dem revidierten kommunalen Richtplan entfernt.

«Wir erhielten eine grosse Flut von Einwendungen, aus denen deutlich wurde, dass die Leute die Hochhauszonen nicht wollen», sagt Heini Hauser (SVP), Stadtrat für Planen und Bauen. Aus den Einwendungen sei hervorgegangen, dass viele Bewohner geglaubt hätten, dass die Stadt in den Eignungsgebieten bewusst Hochhäuser habe forcieren wollen oder dass gar die Interessen von Grundeigentümern dahintersteckten. «Dem ist nicht so. Wir wollten mit den Eignungszonen lediglich Hochhausbauten geografisch definieren», sagt Hauser.

Zurück zum Status Quo

Mit dem Entfernen der Hochhauszonen aus dem kommunalen Richtplan kehrt die Stadt zum Status Quo zurück. So seien gemäss heute gültiger Bau- und Zonenordnung Hochäuser bis zu 40 Metern Höhe theoretisch in Teilen des Wädenswiler Siedlungsgebietes nicht ausgeschlossen. Voraussetzung dazu sei jedoch die Ausarbeitung eines Gestaltungsplanes, der vom Parlament genehmigt werden müsse und der dem fakultativen Referendum unterstehe.

Heini Hauser unterstreicht zugleich, dass bereits bestehende rechtskräftige Gestaltungspläne wie beispielsweise jener im Reidbach, welcher keine 40 Meter hohe Gebäude zulässt, unverändert ihre Gültigkeit behalten werden.

Die SP Wädenswil ist zwar erfreut darüber, dass die drei Eignungszonen vom Tisch sind, sie kann das Vorgehen des Stadtrates aber nicht nachvollziehen. «Wir haben eine Alternative wie beispielsweise eine Hochhauszone in Zentrumsnähe oder die generelle Begrenzung der Gebäudehöhe erwartet», sagt Beatrice Gmür, Präsidentin der SP Wädenswil. Ein Grossteil der Leute habe landschaftsschützerische Bedenken geäussert. Indem der Stadtrat zur bestehenden Regelung zurückkehre, nehme er diese Leute nicht ernst.

Erfreute Anwohner

Ebenfalls erfreut über den Entscheid des Stadtrates ist Peter Meier aus der Au. Er wehrte sich mit 67 anderen Bewohnern gegen die Hochhauszone vor seiner Haustür. «Wir hätten uns politisch und juristisch mit allen Mitteln gewehrt.» Mahnend fügt Meier an, dass die Bevölkerung der Au jegliche Hochhauspläne in Zukunft kritisch begleiten werde.

Im revidierten kommunalen Richtplan, der bis zum 24. Juli öffentlich auflag, waren im Neubüel, im Reidbach sowie in der Au drei Hochhauszonen vorgesehen. Auf diesen hätten — nach Ausarbeitung eines Gestaltungs- und Anpassung des Zonenplanes — bis zu 40 Meter hohe Gebäude erstellt werden dürfen.

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