Richterswil

Historischer Bahnhof wird zum Tattoo-Studio

Ein Tattoostudio zieht in den leerstehenden Bahnhof Richterswil. Bei der Gemeinde hätte man sich ein anderes Geschäft gewünscht.

Im Sommer zieht im Richterwiler Bahnhofsgebäude (links) ein Tattoostudio samt Coiffeur ein.

Im Sommer zieht im Richterwiler Bahnhofsgebäude (links) ein Tattoostudio samt Coiffeur ein. Bild: Moritz Hager

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer nach einem langen Arbeitstag nachhause pendelt, der kauft sich am Bahnhof vielleicht noch schnell einen Salat für das Abendessen und die Milch für den Kaffee am Morgen. In Richterswil können sich Pendler auf dem Heimweg bald eine Tätowierung stechen lassen. Der seit Ende letzten Jahres leerstehende Billettschalter wird demnächst von einem Tattoostudio bezogen. Dies bestätigt die Eigentümerin SBB auf Nachfrage. Es handelt sich dabei um Kara Tattoo, eine Firma die bereits in Bischofszell und Feldmeilen je eine Filiale hat.

Raphael Bolz, Geschäftsführer von Kara Tattoo erklärt, dass man bewusst ein weiteres Ladenlokal am linken Zürichseeufer gesucht habe. «Es ist ein Glücksfall, dass wir nun dieses mega schöne Ladenlokal beziehen dürfen.»

Strenge Anforderungen

Da der Bahnhof denkmalgeschützt ist, dürfen die neuen Mieter nicht viel verändern. «Wir wollen den alten Bahnhofstil mit modernen Elementen kombinieren.» Aufgrund der Anforderungen der kantonalen Denkmalpflege werde es sich dabei um mobile Objekte handeln.

Der Bahnhof Richterswil wurde 1876 erstellt und ist der älteste erhaltene Bahnhof der linksufrigen Zürichseebahn. Aufgrund der denkmalpflegerischen Einschränkungen, hat SBB auf der Suche nach Mietern daher nicht in erster Linie an Gastrobetriebe gedacht. Die Ladenfläche beträgt 168 Quadratmeter. Im ersten Stock des Gebäudes befindet sich eine Wohnung.

Auch ein Coiffeur

Nebst Tätowierungen wird das neue Geschäft mit dem Namen Raphael 500 auch Coiffeur- und Barberdienste – zum Beispiel Bartpflege – anbieten. Geplant sind sechs Coiffeurplätze, ein Barberplatz sowie die Anstellung von zwei Tätowierern. «Ziel ist aber, das wir beim Personal noch aufstocken können», sagt Bolz.

Der Laden wird sich auf die Pendler ausrichten. Dementsprechend werde man auch die Öffnungszeiten gestalten. «Wir werden nicht frühmorgens aufmachen, aber abends länger offen sein.»

Bolz plant zudem, die Räumlichkeiten auch für Ausstellungen, Events und Workshops im künstlerischen Bereich zu nutzen. Im Moment sei er im Gespräch mit internationalen Künstlern. «Ich kann mir aber auch die Zusammenarbeit mit lokalen Kunstschaffenden vorstellen.»

Etwas mit mehr Frequenz

Bei der Gemeinde Richterswil hält sich die Begeisterung über die Wahl der SBB in Grenzen. «Es ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe», meint Gemeindepräsident Marcel Tanner (FDP). Er hätte sich eine Apotheke oder eine Drogerie gewünscht: «Etwas, das mehr Frequenz bringt». Die Gemeinde habe aber keinerlei Mitspracherecht, daher nehme man den Entscheid der SBB zu Kenntnis.

Zurzeit ist das Baugesuch der SBB für die Umnutzung des Bahnhofsgebäudes noch bei der Gemeinde hängig. Raphael Bolz rechnet damit, sein Geschäft am 1. Juli eröffnen zu können.

Erstellt: 10.05.2019, 17:43 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.