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Heitere Klänge für heisse Tage

Am Wochenende findet das Sommerkonzert des Kammerorchesters Wädenswil statt. An der Probe am Mittwochabend mussten sich die Musiker nicht nur schwierigen Stücken, sondern auch Temperaturen von über 30 Grad stellen.

Das Kammerorchester Wädenswil meistert schwierige Stücke mit Bravour. Die Streicher sind trotz über 30 Grad konzentriert bei der Sache.
Das Kammerorchester Wädenswil meistert schwierige Stücke mit Bravour. Die Streicher sind trotz über 30 Grad konzentriert bei der Sache.
Moritz Hager

Es ist sieben Uhr abends am längsten Tag im Jahr und die Hitze will sich nicht legen. Im grossen Saal des Kirchgemeindehauses Wädenswil stehen alle Fenster und Türen weit offen, dennoch bewegt kein Luftzug die Partituren auf den Notenständern.

Am kommenden Samstag und Sonntag spielt das Kammerorchester Wädenswil sein jährliches Sommerkonzert im Schloss Au in Wädenswil. Für die vorletzte Probe haben sich die 25 Laienmusiker an diesem Abend im reformierten Kirchgemeindehaus in Wädenswil versammelt.

Konzentrierte Streicher

«Ich bin froh, ist das Wetter schon heute so, das gibt uns Gelegenheit für den Auftritt am Wochenende zu üben», sagt Dirigent Felix Schudel zum Orchester. Die Musiker sitzen im Halbkreis angeordnet da. Links die ersten Geigen, dann kommen die Cellos und Bratschen, rechts Stimmen der zweiten Geigen und in der dritten Reihe zwei Kontrabassspieler. Die Gespräche, die zuvor noch stattfanden, verstummen augenblicklich, sobald der Dirigent zu sprechen beginnt. Felix Schudel hebt seinen Dirigentenstab und die 25 Bögen werden synchron auf die Saiten der Streichinstrumente gelegt. Vergessen ist die Hitze, tänzerisch leicht kommen die ersten Takte des Trompetenkonzerts in Es-Dur von Johann B. G. Neruda daher.

«Der Sommer ist nicht die richtige Zeit, um ernste Musik zu spielen.»

Dirigent Felix Schudel

Felix Schudel, seit 41 Jahren Dirigent des Kammerorchesters Wädenswil, hatte eine klare Vision für das musikalische Programm: «Die Musik soll heiter und fröhlich sein. Der Sommer ist nicht die richtige Zeit, um ernste Musik zu spielen.» Dazu wurden vier Komponisten aus vergangenen Jahrhunderten ausgewählt: Stücke von Antonio Vivaldi, Jean Balissat, Peter Iljitsch Tschaikowsky und Johann B. G. Neruda werden an diesem Wochenende im Tagungszentrum des Schlosses Au ertönen. Wie jedes Jahr hat der Dirigent auch für dieses Konzert zwei professionelle Musiker engagiert. Der Konzertmusiker Basil Hubatka aus Männedorf spielt bei zwei Stücken ein Trompetensolo. Die beiden barocken Stücke von Neruda und Vivaldi werden von Verena Liechti am Cembalo begleitet.

Schwere Stücke meistern

Obschon die Musik sehr leicht daherkommt, ist sie technisch für die Musiker alles andere als einfach. «Die vier ausgewählten Stücke sind sicher an der Grenze dessen, was man einem Laien­orchester zumuten kann», sagt Schudel.

Seit Anfang März trifft sich das Laienorchester wöchentlich zur Probe. Doch die Arbeit macht sich bezahlt. Nur selten unterbricht Schudel die Musiker beim Spielen. Er wird nicht laut, wenn ihm etwas nicht passt, sondern spricht die ganze Zeit über mit ruhiger Stimme: «Diese Passage etwas leiser», «Die Bässe bitte noch einmal, aber etwas leichter», «Sehr gut und nun alle gemeinsam». Auch der Solist Basil Hubatka zeigt sich zufrieden mit der Leistung des Orchesters: «Das ist unsere zweite gemeinsame Probe und die Musiker machen es sehr gut.»

Nach einer Stunde ist es Zeit für eine wohlverdiente Pause. Die meisten der Musiker zieht es auf den Balkon. Einige sitzen zu dritt an einen Tisch und nehmen die Noten nochmals hervor. Einzelne Passagen werden durchgegangen, mit dem Bleistift kleine Notizen gemacht. «Es ist ein strenges und sehr anspruchsvolles Programm», sagt die Konzertmeisterin und erste Geigerin Susanne Bärtschi, «doch das Orchester freut sich auf den Auftritt am Wochenende.»

Samstag, 24. Juni, 19.30 Uhr, Sonntag, 25. Juni, 17 Uhr, Schloss Au, Wädenswil.

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