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Hausbesitzer trotzte jahrelang dem Bau der Sihltalstrasse

Heute vor 50 Jahren wurde die Sihltalstrasse in Betrieb genommen. Für den Bau dieser Hauptverkehrsachse durch Adliswil mussten Dutzende Einwohner ihre Häuser abtreten. Nur einer wehrte sich: Heinrich Wepfer. Mit Erfolg.

Als das Trassee für die Sihltalstrasse in den 1960er-Jahren im Bau war, hätte das Haus an der Albisstrasse (auf dem Erdwall) längst weg sein sollen. Doch dessen Besitzer Heinrich Wepfer betrieb darin eine Werkstatt und wollte diese erst zügeln, als sein neues Gebäude (im Hintergrund) fertiggestellt war.
Als das Trassee für die Sihltalstrasse in den 1960er-Jahren im Bau war, hätte das Haus an der Albisstrasse (auf dem Erdwall) längst weg sein sollen. Doch dessen Besitzer Heinrich Wepfer betrieb darin eine Werkstatt und wollte diese erst zügeln, als sein neues Gebäude (im Hintergrund) fertiggestellt war.
zvg / Heinrich Wepfer

Umfahrungsstrasse wurde sie ursprünglich genannt und doch führt sie heute mitten durch Adliswil. Ja, zerschneidet die Stadt regelrecht. Gemeint ist die Sihltalstrasse: Die Kantonsstrasse, auf der Tempo 80 gilt und die Leimbach, Adliswil und Langnau verbindet. Am 9. November 1966 fuhren die ersten Autos über den rund drei Kilometer langen Streckenabschnitt. Eröffnet wurde die Sihltalstrasse also im gleichen Jahr wie die Autobahn A3 im Bezirk Horgen. Und wie bei der A3 war auch die Linienführung der Sihltalstrasse umstritten. «Eigentlich wollte die kantonale Baudirektion die Strasse weiter oben am Albis-seitigen Hang bauen», sagt Christian Sieber, Präsident des Geschichtsvereins Adliswil: «Doch die betroffenen Anwohner und mit ihnen der damalige Gemeindepräsident Alois Günthard setzten sich zur Wehr.» Dies, und die Tatsache, dass das Gebiet bereits als Bauzone festgelegt war, führte dazu, dass der Kanton klein beigab und die Linienführung talwärts verschob.

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