Oberrieden

Haus bei Grossbrand zerstört

Ein Brand hat in Oberrieden in der Nacht auf Donnerstag in einem alten Reihenhaus gewütet. Verletzt wurde niemand, aber das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Der Sachschaden ist enorm.

Grosseinsatz in Oberrieden: Ein Mehrfamilienhaus in Oberreiden wurde in Folge eines Grossbrandes in der Nacht auf Donnerstag zerstört.

Grosseinsatz in Oberrieden: Ein Mehrfamilienhaus in Oberreiden wurde in Folge eines Grossbrandes in der Nacht auf Donnerstag zerstört. Bild: zvg/Kapo ZH

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Um 23.28 Uhr ging der erste Pager-Alarm ein bei der Feuerwehr Thalwil-Oberrieden. Um 23.29 Uhr war klar, dass es sich um einen Grosseinsatz handeln würde mit Drehleiter, Tanklöschfahrzeug und allem drum und dran. So viele Anrufe von Anwohnern waren eingegangen wegen dem Brand eines Hauses in Oberrieden. Wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt, handelt es sich um ein Reihenhaus am Unteren Stünziweg.

Martin Gerber war als Einsatzleiter der Feuerwehr Thalwil-Oberrieden als erster vor Ort. Er sagt: «Es hat sich sofort bestätigt, dass die Situation ernst war. Die Dachterrasse samt Pergola stand im Vollbrand und das Feuer hatte bereits auf das Dach und den Wohnbereich übergegriffen.»

Die Bewohner hätten das Haus zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen, in den angrenzenden Häuser hätten sich aber noch sieben Personen befunden. «Als erste Massnahme habe ich angeordnet, die beiden Häuser zu evakuieren», sagt Gerber. Die Evakuierten seien vor Ort von Rettungsteams des See-Spitals Horgen betreut worden. Zu Schaden sei niemand gekommen, auch Rauchgasvergiftungen seien keine zu beklagen gewesen. «Alle Evakuierten und die Bewohner konnten bei Verwandten oder Bekannten, zum Teil auch im Hotel untergebracht werden», sagt Gerber.

Die schwierigen Löscharbeiten dauerten bis tief in die Nacht. Bild: zvg/Kapo ZH.

70 Leute im Einsatz

Für die Feuerwehrleute gings danach erst richtig los mit der Arbeit. «Recht schnell war klar, dass wir mit unseren 36 Leuten an die Kapazitätsgrenze kommen», sagt Gerber. «Um 00.15 Uhr habe ich daher Nachbarschaftshilfe angefordert.» Worauf die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon mit 27 Mann samt Tanklöschfahrzeug und Drehleiter ausrückte.

«Den Brand selbst hatten wir nach rund einer Stunde unter Kontrolle», sagt der Thalwiler Einsatzleiter. Das Problem seien danach die zahleichen Mottbrände gewesen. Handelt es sich doch beim Gebäude, welches in Brand stand, um ein Flarzgebäude, das vorwiegend aus Holz besteht. «Das Feuer hat sich in die Zwischenwände- und -böden reingefressen», sagt Gerber. Das Problem: Von aussen kamen die Feuerwehrleute nicht an die Brandherde heran. Aus diesem Grund mussten mit Brechwerkzeug und Rettungssägen diverse Öffnungen gemacht werden. «Weil vom Dach viel Material herunterfiel, mussten meine Leute, die unter Atemschutz ins Haus gingen, für die Nachlöscharbeiten zuerst einmal mächtig schaufeln.»

Diese Arbeiten sind so anstrengend und gefährlich, dass die Feuerwehrleute jeweils nach 20 Minuten ausgetauscht wurden. Hinzu kam, dass bald nicht mehr klar war, ob und wie lange die Holzböden halten würden. «Ich musste einen Baustatiker aufbieten, er sorgte mit Stützmassnahmen dafür, dass die Böden und Wände halten.»

Das Problem Fahrleitungen

Arbeitsintensiv sei ferner gewesen, die Nachbarhäuser vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. «Beim bergseitigen Gebäude ist uns das gelungen, beim seeseitigen Gebäude ist das Dach etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.» Zusätzliche Gefahr drohte, weil die Liegenschaft am Unteren Stünziweg neben einer Bahnlinie liegt. Die Fahrleitungen mussten abgestellt und geerdet werden, was aber keinen Einfluss auf den Betrieb der SBB hatte.

Zudem mussten der Untere Stünziweg und zeitweise die Alte Landstrasse gesperrt werden. «Am Morgen konnten wir die Einsatzwagen dann so platzieren, dass wir die Strasse für den Morgenverkehr wieder freigeben konnten», sagt Gerber.

Keine Gasflaschen gesehen

Denn während die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon ihren Einsatz um 3.30 Uhr beenden konnte, blieb jene von Thalwil-Oberrieden bis 8.30 Uhr vor Ort. Zurück blieb ein Bild des Schreckens. Das Haus ist so stark beschädigt und einsturzgefährdet– es ist nicht mehr bewohnbar. Der Sachschaden dürfte gemäss Kantonspolizei mehrere hunderttausend Franken betragen.

Für Martin Gerber war nicht erkennbar, was die Brandursache war. Es ist nun Aufgabe der Brandermittler der Kantonspolizei Zürich, diese zur ermitteln. Sicher ist für Martin Gerber nur etwas: Gasflaschen, wie sie für Gasgrills verwendet werden, hat er keine gesehen auf dem Balkon. «Sonst hätte ich meine Männer da nicht reingeschickt.» (zsz.ch)

Erstellt: 19.04.2018, 16:55 Uhr

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