Horgen

Häftling flüchtet aus Horgner Gefängnis – und wird im Sihlwald gefasst

In der Nacht auf Sonntag entwich ein Häftling aus dem Gefängnis Horgen. Der 40-jährige Tscheche verletzte sich dabei schwer und konnte noch am Sonntag im Sihlwald festgenommen werden.

Dem 40-jährigen Häftling gelang die Flucht aus dem Horgner Gefängnis. Jedoch verletzte sich der Mann beim Überspringen eines Nato-Drahtes schwer.

Dem 40-jährigen Häftling gelang die Flucht aus dem Horgner Gefängnis. Jedoch verletzte sich der Mann beim Überspringen eines Nato-Drahtes schwer. Bild: Archiv Sabine Rock

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Mit Hilfsmitteln schaffte es ein Häftling des Horgner Gefängnisses, sein Zellenfenster zu öffnen und aus diesem zu entweichen. «Um aus dem Gefängnis zu fliehen, musste der 40-jährige Häftling weitere Hindernisse, wie einen Nato-Draht mit rasiermesserscharfen Klingen, überwinden und aus grosser Höhe in die Tiefe springen», sagt Rebecca de Silva vom Amt für Justizvollzug auf Anfrage.

Dabei zog er sich erhebliche Verletzungen zu.Als am Sonntagmorgen die Zellen aufgeschlossen wurden, stellten die Gefängniswärter das Fehlen des aus Tschechien stammenden Häftlings fest. Er sei sofort zur Fahndung ausgeschrieben worden. Am Sonntagnachmittag wurden Spaziergänger im Sihlwald auf den verletzten Mann aufmerksam und riefen die Polizei an. Diese konnte daraufhin den Mann festnehmen. Aufgrund seiner schweren Verletzungen befindet er sich noch immer in medizinischer Behandlung.

Keine höhere Strafe

Seit letztem August war der wegen Diebstahl beschuldigte Häftling im Gefängnis in Horgen inhaftiert. Er befand sich im vorzeitigen Strafvollzug und war somit noch nicht rechtskräftig verurteilt. Seine Flucht werde zwar in irgendeiner Form sanktioniert, sagt de Silva, doch da Flucht generell unter Selbstbegünstigung falle, was in der Schweiz nicht bestraft werde, habe er keine höhere Strafe zu erwarten.

Interne Untersuchungen

«Interne Untersuchungen auf allfällige Sicherheitslücken sind bereits im Gang», sagt de Silva. Diese würden zeigen, ob zusätz­liche Hürden eingebaut werden müssen, damit ein solcher Vorfall nicht mehr möglich ist.

Zuletzt konnte im Jahr 2010 ein Häftling, der wegen rechtswidriger Einreise in die Schweiz in Haft sass, aus dem Horgner Gefängnis fliehen. Mit Gurt und Schuhbändeln seilte sich der 25-Jährige damals über eine sieben Meter hohe Mauer aus dem Gefängnis ab. Nach einem Monat wurde er gefasst. Das Gefängnis wurde dar­aufhin mit Stacheldraht nach­gerüstet.

Erstellt: 04.06.2018, 15:51 Uhr

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