Horgen / Wädenswil

Gymischüler statt Stärkefabrik

Das Gymnasium Zimmerberg wird in Horgen oder Wädenswil gebaut. Drei Industrie-Areale und eine grüne Wiese stehen zur Diskussion. Dass auch das Blattmann-Areal eingangs Wädenswil als Standort geprüft wird, ist neu und überraschend.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Für den Bau einer Mittelschule am linken Ufer prüft der Kanton Zürich vier Standorte vertieft: in Horgen das Grob-Areal beim Bahnhof sowie sein eigenes Grundstück in der Allmend; in Wädenswil den Au-Parc beim Bahnhof Au sowie das Blattmann-Areal mit dem stillgelegten Hochkamin an der Seestrasse.

Das Blattmann-Areal wird seit über 150 Jahren industriell genutzt. Die Eigentümerin des Grundstücks ist die Hiag Immo­bilien AG. Sie wollte vor ein paar Jahren die Fabrikgebäude abreissen und das Gelände mit Wohnungen und Gewerberäumen überbauen. Die geplanten Luxuswohnungen wurden allerdings kritisiert, und das Stimmvolk lehnte im Jahr 2009 die Umnutzung des Areals an der Urne ab. Die Blattmann Schweiz AG konnte bleiben und produziert weiterhin Stärke, Gluten und Glukose für die Lebensmittelindustrie.

Mietvertrag bis 2029

Dass das Areal nun als Standort für ein Gymnasium geprüft wird, überrascht. Denn erst letztes Jahr hat die Hiag Immobilien AG mit Blattmann Schweiz AG den ­Mietvertrag bis 2029 verlängert. «An diesem halten wir fest», teilt der Hiag-Medienverantwortliche Frank Butz mit. Die Absicht, das Areal langfristig industriell zu nutzen, werde bekräftigt durch Investitionen in den Standort.

Der Mediensprecher schildert das Zustandekommen der Verhandlungen bezüglich Mittelschule wie folgt: Der Kanton sei an Hiag Immobilien herangetreten. Das Unternehmen sei in der Arealentwicklung tätig und prüfe deshalb laufend langfristige Optionen für seine Immobilien. «In diesem Sinne haben wir einer Eignungsprüfung des Areals zugestimmt», schreibt Butz.

Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) sagt, er sei informiert worden, dass der Kanton in Wädens­wil das Blattmann-Areal näher anschaue. Dieser Standort sei zweifellos eine prüfenswerte Variante. Er habe zu diesem Vorschlag aber noch keine detaillierten Informationen.

Flexibel überbauen

Die Stadt Wädenswil hatte schon früh den Au-Parc in Gehdistanz zum Bahnhof Au ins Spiel gebracht. «Dass dieses Areal in der engeren Auswahl ist, finde ich sehr gut», hält Kutter fest, es sei nahezu optimal. Man könne das Areal flexibel überbauen und auf die Bedürfnisse einer Mittelschule eingehen, und es gebe Chancen für Syner­gie­n mit der Stadt. Es seien Platzreserven vorhanden. Zudem sei es mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erreichbar und liege direkt an der Seelinie der S-Bahn. Der Eigentümer, die Intershop Holding, plant eine Neuüberbauung des Areals mit Wohnungen und Gewerbe und ist offen für eine Mittelschule.

Eigentlich hätte der Kanton mit der Allmend in Horgen ­bereits ein Grundstück für die Mittelschule. Er sicherte sich die Wiese vor rund 20 Jahren. Im Richtplan ist sie als Mittelschulstandort bezeichnet. Dass der Kanton dort nicht gleich zu bauen beginnt, hat wohl mit der Lage zu tun. Die Allmend befindet sich zwischen den Bahnhöfen am See und im Oberdorf und ist nur mit dem Bus erreichbar. Mit einer solchen Anreise wäre das Gymi für Schüler von ausserhalb Horgens nicht attraktiv.

Rascher Entscheid gewünscht

Eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr hätte hingegen das Grob-Areal direkt beim Bahnhof Horgen. Mobimo, die Besitzerin, gab bekannt, sie wolle das Gebäude umbauen und an Gewerbebetriebe vermieten. Ein Gymnasium sei eine Option, habe aber nicht Priorität. Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) sagt, es sei gut, dass die Standorte, welche der Kanton noch prüfe, südlich von Thalwil lägen. Er hoffe nun, dass der Standortentscheid und die Realisierung rasch erfolgten.

Ein neues Gymnasium plant der Kanton Zürich auch am rechten Seeufer. Dort ist er schon ein Jahr länger am Evaluieren als am linken Ufer, hat sich aber ebenfalls noch nicht festgelegt. Zwei Standorte kommen noch infrage: Meilen und Uetikon. Die Chemie Uetikon scheint die Nase vorne zu haben. Altlasten im Boden erschweren aber die Verhandlungen. In Meilen steht das Areal Beugen der Firma Schneider ­Umweltservice zur Diskussion.

Erstellt: 21.12.2015, 10:45 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.