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Gutachten zum Problem-Hallenbad fallen zu Gunsten der Gemeinde aus

Seit das Kilchberger Hallenbad Hochweid saniert wurde, ist der Wurm drin: das Dach und das Nichtschwimmerbecken sind undicht, die Solarpanels funktionieren nicht. Nun ist im Fall von zweien der drei Mängel ist klar, wer dafür bezahlt.

Seit der Sanierung sind das Dach und das Nichtschwimmerbecken des Kilchberger Hallenbads Hochweid undicht, auch die Solarpanels auf dem Dach funktionieren nicht. Offen ist es trotzdem.
Seit der Sanierung sind das Dach und das Nichtschwimmerbecken des Kilchberger Hallenbads Hochweid undicht, auch die Solarpanels auf dem Dach funktionieren nicht. Offen ist es trotzdem.
Sabine Rock

Das Kilchberger Hallenbad Hochweid hat das Zeug zum Fass ohne Boden. Für gesamthaft mehr als 18 Millionen Franken liess die Gemeinde Kilchberg das Bad 2009 bis 2010 sanieren. Kurz nach der Wiedereröffnung tauchten jedoch zahlreiche Probleme auf: undichte Stellen im Nichtschwimmerbecken, ein undichtes Dach, nicht funktionierende Solarpanels. Mit verschiedenen punktuellen Massnahmen wurden die drängendsten Probleme ausgebessert, damit das Bad geöffnet bleiben konnte. Im Hintergrund liefen derweil die Verhandlungen der Gemeinde mit dem Generalunternehmer und dem Generalplaner. Nun endlich, fünfeinhalb Jahre später, vermeldet der Gemeinderat Kilchberg Positives: In zwei von drei Fällen – dem Nichtschwimmerbecken und den Solarpanels – seien mit dem damals zuständigen Generalunternehmer und Generalplaner je ein Vergleich geschlossen worden.

Zu Gunsten der Gemeinde

Zahlen nennt die zuständige Gemeinderätin, Gesundheitsvorsteherin Barbara Baruffol (FDP), keine. Sie sagt nur: «Dazu haben wir Stillschweigen vereinbart.» Das Verfahren bis zu den Vergleichen war langwierig. Im Einvernehmen mit dem Generalunternehmer und dem Generalplaner wurden Gutachter beauftragt. Dennoch sind die Gutachten praktisch vollumfänglich zu Gunsten der Gemeinde ausgefallen.

Im Fall des Nichtschwimmerbeckens sei der Aufbau nicht richtig ausgeführt , zum Teil falsches Material verwendet worden. Während in den letzten Jahren wiederholt oberflächlich geflickt wurde – wegen der zehnjährigen Garantie war der Generalunternehmer am Zug –, wird nun der ganze Aufbau bis auf den Beton abgetragen. Die Arbeiten wird laut Barbara Baruffol nicht mehr der Generalunternehmer ausführen, sondern die Gemeinde in Eigenregie. Mit dem Abschluss des Vergleichs hätten die Generalunternehmer und der Generalplaner das Geld dafür an die Gemeinde überwiesen.

Die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens nimmt acht Wochen in Anspruch und dauert damit länger als die alljährliche Revision. Nämlich von Mitte Juli bis Anfang September. Während der dreiwöchigen Revision ist das gesamte Hallenbad geschlossen, in den folgenden fünf Wochen nur noch das Nichtschwimmer- und das Planschbecken.

Statik ist kein Problem

Auch im Fall der Solaranlage sei das Urteil der Gutachter für den Generalunternehmer vernichtend. Diese sollte das Wasser der Duschen aufwärmen, hat aber gar nie funktioniert. Unter anderem weil gewisse Elemente nie eingebaut wurden. Ein Teil der Panels muss ersetzt, ferner müssen die Expansionsanlage erweitert und die Steuerungs- und Regeltechnik angepasst werden. Diese Arbeiten werden in den kommenden Wochen ausgeführt und tangieren den Badebetrieb nicht.

Zum grössten Posten, dem undichten Dach, steht ein Konsens noch aus. Die Verhandlungen sind laut Barbara Baruffol noch im Gang. Zurzeit sorgen Pumpen auf dem Dach dafür, dass das Wasser nicht ins Innere des Hallenbads – in den Bereich des Eingangs und der Cafeteria – läuft. Die Gesundheitsvorsteherin versichert: «Die Sicherheit des Gebäudes konnte und kann jederzeit gewährleistet werden. Aber wir hoffen, dass wir die Sanierung noch dieses Jahr abschliessen können.»

Die Barbara Baruffol schliesst nicht aus, dass der Gemeinderat hierbei den Weg der Ersatzvornahme einschlagen wird. Das heisst: Die Sanierung des Daches vornehmen zu lassen und die Kosten dafür auf dem Rechtsweg einzufordern. Die externen Gutachter sprechen sich offenbar auch im Fall des Dachs zu Gunsten der Gemeinde aus.

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