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Gründungsmitglied des VPM spricht vor Fusionsgegnern

Drei Redner sprechen heute an der Veranstaltung der Gegner einer Fusion von Schönenberg, Hütten und Wädenswil. Einer davon steht zu seiner Vergangenheit in einem umstrittenen Verein. Er war schon einmal in Schönenberg

Archiv Sabine Rock

Das Forum Pro Schönenberg hat ein Händchen für illustre Gastredner. Heute Abend treten an der Veranstaltung «Schönenberg ohne Selbstbestimmung?» ein emeritierter Rechtsprofessor, ein langjähriger Gemeindepräsident und ein Historiker auf. Rainer J. Schweizer ist in der Region spätestens seit seiner überraschenden Unterstützung der IG, die sich gegen die Fusion Hirzel-Horgen gewehrt hat, bekannt. Peter Forster war 32 Jahre lang Gemeindepräsident von Salenstein in Thurgau, einer Gemeinde mit rund 1000 Einwohnern.

René Roca schliesslich ist Historiker, Gymnasiallehrer und Gemeinderat von Oberrohrdorf im Aargau. Er betreibt das Forschungsinstitut für direkte Demokratie. Und bezeichnet sich selbst als Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM). Mit der Einladung von Roca begeben sich die Fusionsgegner auf rutschiges Terrain. Experten kritisieren den VPM als autoritär und sektenähnlich. Politisch soll der Verein, der in den 1980er- und 1990er-Jahren aktiv war, rechtsaussen stehen.

Intolerantes Auftreten

Problematisch war vor allem, dass viele Lehrer Mitglieder waren. Diese zeichneten sich laut Experten durch intolerantes Auftreten und radikale pädagogische Forderungen aus. Der ehemalige Zürcher Erziehungsdirektor Alfred Gilgen war offenbar so besorgt, dass er Akten über 1500 VPM-Mitglieder anlegen liess. Offiziell wurde der VPM 2002 aufgelöst. Bei Abstimmungen und Referenden wie zu den Bilateralen oder dem Zürcher Volksschulgesetz hätten aber VPM-Mitglieder die Fäden gezogen, wie Szenekenner berichteten.

Dass Roca so offen zum Verein steht, überrascht. Als Forscher hat er sich vor allem mit der direkten Demokratie befasst. Seine Publikationen zeigen seine Ansichten auf. So hat er in der «Weltwoche» einen Artikel verfasst, in dem er die Katholisch-Konservativen als Vertreter der direkten Demokratie bezeichnet hat. Die Liberalen als Gründer des modernen Bundestaats seien hingegen für eine repräsentative Demokratie eingestanden, die dem Volk ausser Wahlen kein Mitspracherecht garantiert hätte.

Broschüren für die AUNS

Für die EU-Gegner der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) hat Roca zwei Broschüren verantwortet. Nicht zuletzt hat der Aargauer Roca auch für die Zeitschrift «Zeit-Fragen», die als VPM-Sprachrohr gilt, Artikel geschrieben. Auf Anfrage äussert sich René Roca nicht zum VPM. Er sei aber bereits 2014 vom Schönenberger Gemeinderat «aufgrund meines Forschungsinstituts» an eine Klausur zum Thema Gemeindefusionen eingeladen worden.

Die ZSZ hat nachgefragt, ob klar war, wer da eingeladen wurde. Karl Götschi vom Forum hat seine am Telefon getätigten Aussagen aber aus zeitlichen Gründen zurückgezogen.

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