Wädenswil

Gründerorganisation braucht wieder Geld von der Stadt

Der Stadtrat will der Gründerorganisation Wädenswil (Grow) wieder 150'000 Franken für drei Jahre zusprechen. Die Stiftung an Akzeptanz gewonnen zu haben.

Die Stiftung Grow vermietet Jungunternehmern neben der ZHAW auf dem Areal Reidbach Räume.

Die Stiftung Grow vermietet Jungunternehmern neben der ZHAW auf dem Areal Reidbach Räume. Bild: Sabine Rock

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150'000 Franken soll die Gründerorganisation Wädenswil (Grow) zwischen 2016 und 2018 erhalten. So sieht dies der Stadtrat vor, weshalb er die entsprechende Weisung an den Gemeinderat überwiesen hat. Grow hilft Start-ups bei der Gründung, berät und vernetzt sie. Im Jahr 2010 gelangte der Stadtrat erstmals mit dem Antrag an das Parlament, Grow finanziell zu unterstützen. Zu dieser Zeit wurde neu eine Geschäftsführerstelle in einem 20-Prozent-Pensum geschaffen, die in erster Linie mit dem Geld der Stadt finanziert werden sollte. Bereits damals winkte der Gemeinderat den Betrag von 240'000 Franken über drei Jahre nicht ohne Misstöne durch. 80'000 Franken pro Jahr für ein 20-Prozent-Pensum seien zu viel, hiess es.

2013 gelangte die Exekutive wieder mit dem Begehren an das Parlament, der Stiftung Grow für drei Jahre Geld zu sprechen – diesmal 180'000 Franken. Dieser Antrag löste in der Sachkommission heftige Diskussionen aus, wie es in deren Bericht heisst. Das Kreditbegehren drohte in der ersten Verhandlungsrunde zu scheitern. Die Sachkommission sei 2010 aufgrund der Ausführungen des damaligen Stiftungsratspräsidenten davon ausgegangen, dass es sich beim ersten Kredit um ein einmaliges Engagement der Stadt handle. Drei Jahre später zeige sich nun, dass Grow wohl weiterhin auf die Unterstützung der Stadt angewiesen sein werde. Die Sachkommission stellte den Antrag, den Betrag auf 150'000 Franken zu reduzieren, stiess damit jedoch nur bei den Bürgerlichen auf Gehör. Das Parlament bewilligte 180?000 Franken mit 20 zu 12 Stimmen.

Kein Payback-System

Die Sachkommission stellte in ihrem Bericht allerdings Bedingungen, welche die Stiftung erfüllen sollte, wenn sie künftig weiter Geld von der Stadt wolle. Sie forderte ein Konzept, aus dem hervorgeht, nach welchen Kriterien die Jungunternehmen unterstützt werden. Zudem erwartete die Mehrheit der Kommission die Einführung eines Payback-Systems. Dabei hätten erfolgreiche Grow-Firmen die verursachten Kosten zurückzahlen sollen.

Hat Grow diese Vorgaben nun erfüllt? Aus der neusten Weisung geht hervor, dass die Stiftung einen Kriterienkatalog erstellt hat. In erster Linie will Grow Unternehmen unterstützen, die einen fachlichen Austausch und eine aktive Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil suchen. Das Wachstumspotenzial muss überdurchschnittlich sein, die Produkte innovativ. Nicht eingeführt hat Grow jedoch das Payback-System. «Das ist nicht praktikabel. Keine Firma würde das akzeptieren», sagt Grow-Geschäftsführer Dolf van Loon (siehe Nachgefragt). Stattdessen wurde der Verein Grow gegründet. In diesem sollen sich die Grow-Firmen untereinander vernetzen und austauschen. Zudem soll so durch freiwillige Beiträge an den Verein Geld an Grow zurückfliessen.

Zufrieden nach Augenschein

Ob diese Massnahmen den Parlamentariern ausreichen, wird in der Debatte deutlich werden. Sachkommissionspräsidentin Charlotte Baer (SVP) zeigt sich nach einem ersten Augenschein der Weisung zufrieden. Sie betont jedoch, dass die Sachkommission diese noch nicht beraten hat. Die Kommission habe allerdings immer wieder Gespräche mit Grow-Vertretern geführt. «Einige unserer Auflagen wurden umgesetzt», sagt sie. Durch den Kriterienkatalog habe Grow die Transparenz verbessert. Zudem sei die Alternative zum Payback-System – der Verein – prüfenswert.

Ebenfalls zufrieden ist Charlotte Baer damit, dass die Beiträge rückläufig sind. «Zudem haben wir erkannt, dass Grow für die ZHAW wichtig ist und zumindest vorläufig auf private oder öffentliche Geldgeber angewiesen sein wird», sagt sie. Dennoch liesse die Weisung gewisse Fragen offen. Welche, will sie nun noch nicht verraten: «Darüber werden wir in der Kommission sprechen.» ()

Erstellt: 20.07.2015, 16:17 Uhr

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