Thalwil

GLP schnappt sich in Thalwil den frei werdenden SP-Sitz

Die bisherigen Gemeinderäte konnten in Thalwil ihre Sitze problemlos verteidigen. Auch der Dorfverein Gattikon ist wieder im Gremium vertreten. Das Duell zwischen Jürg Stünzi (Grüne) und Hanspeter Giger (GLP) gewinnt Letzterer.

Thalwil hat gewählt, sie haben gewonnen (von links):
Schulpräsident Kurt Vuillemin (SP), Andreas Federer (CVP), Ursula Lombriser (CVP), Richard Gautschi (parteilos), Gemeindepräsident Märk Fankhauser (FDP), David Brüllmann (DVG), Hansruedi Kölliker (FDP), Hanspeter Giger (GLP) und Peter Klöti (FDP)

Thalwil hat gewählt, sie haben gewonnen (von links): Schulpräsident Kurt Vuillemin (SP), Andreas Federer (CVP), Ursula Lombriser (CVP), Richard Gautschi (parteilos), Gemeindepräsident Märk Fankhauser (FDP), David Brüllmann (DVG), Hansruedi Kölliker (FDP), Hanspeter Giger (GLP) und Peter Klöti (FDP) Bild: Moritz Hager

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Es war eng auf dem Balkon des Thalwiler Gemeindehauses. Gemeinderäte und solche, die es noch werden wollten, überbrückten dort am späten Sonntagnachmittag zusammen mit Angehörigen die Wartezeit. Unterbrochen wurde ihr Smalltalk erst um 17.30 Uhr. Gemeindepräsident Märk Fankhauser (FDP) rief die rund 40 Anwesenden ins grosse Sitzungszimmer der Exekutive. Dort verkündete er die Wahlresultate: «Alle bisherigen Gemeinderäte sind wieder gewählt.» Und sogleich ergänzte er, dass von den neuen Kandidaten Hanspeter Giger (GLP) und David Brüllmann vom Dorfverein Gattikon (DVG) die Wahl ebenfalls geschafft hatten.

Das absolute Mehr zwar erreicht, aber als überzählig ausgeschieden sind Jürg Stünzi (Grüne) und Adrian Kübler (parteilos), der auch fürs Gemeindepräsidium kandidiert hatte.

Erfreut und frustriert

Mit Brüllmann ist der Dorfverein Gattikon nun auch künftig wieder im Rat vertreten. Der 40-Jährige folgt auf Ex-DVG-Mitglied Jan Rauch, der seinen Sitz im Gemeinderat Ende Juni abgibt. «Für mich war es überhaupt nicht selbstverständlich, dass ich gewählt werde», sagte der sichtlich erfreute David Brüllmann nach Bekanntgabe des Resultats.

Dennoch: Brüllmanns Wahl wurde von vielen Beobachtern erwartet, vertritt er doch den grossen Ortsteil Gattikon. Mit Spannung erwartet wurde darum vor allem der Ausgang im Kampf zwischen Jürg Stünzi und Hanspeter Giger um den frei werdenden Sitz von SP-Gemeinderätin Catherine Marrel. Mit 158 Stimmen Vorsprung ist er schliesslich an Giger gegangen. «Die breite Unterstützung von links bis rechts war wohl ausschlaggebend», analysierte Giger, der sich über seine Wahl schon im Vorfeld «ziemlich sicher war». Nun wolle er sich im Gemeinderat für «sinnvolle Lösungen» einsetzen, beispielsweise bei der Umgestaltung des Seeufers.

Verlierer Stünzi war am Apéro im Sitzungszimmer derweil die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. «Auch ich rechnete damit, gewählt zu werden», sagte der Umweltfachmann der Grünen. Nach jahrelanger Kommissionsarbeit in Thalwil und vielen guten Rückmeldungen sei die Niederlage nun schon etwas frustrierend. «In vier Jahren werde ich es sicher nicht mehr probieren, die Sache ist gelaufen.»

Erleichtert nach Nicht-Wahl

Gar eine doppelte Niederlage einstecken musste der Parteilose Adrian Kübler: Er verpasste nicht nur die Wahl in den Gemeinderat, sondern blieb auch im Kampf ums Gemeindepräsidium chancenlos. Doch Kübler trug es mit Fassung. Ja mehr noch, er zeigte sich erleichtert. Denn: «Etwas anderes als das Präsidium hätte ich wahrscheinlich sowieso nicht angenommen», sagte der Politneuling. Nur als Präsident hätte er den nötigen Gestaltungsspielraum für seine Ziele gehabt. «Andererseits hätte ich dann Gemeindeversammlungen leiten müssen, was ich gar nicht gern getan hätte.»

Der wiedergewählte Gemeindepräsident Märk Fankhauser hingegen zeigte sich vor allem über das Wahlresultat aller Bisherigen erfreut: «Wir wurden als Team gewählt. Unsere Arbeit wird von den Stimmbürgern honoriert. Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis des heutigen Tages.» Dass er selber mit 2307 Stimmen das beste Wahlresultat erzielte hat, sei eine besondere Genugtuung. «Ein Vorteil für mich ist wohl, dass ich an sehr vielen Veranstaltungen im Dorf präsent bin. Ich mache das einfach schampar gerne», sagte Fankhauser lächelnd. Und nun freue er sich, die Gemeinde weitere vier Jahre repräsentieren zu können.

Die Wahlbeteiligung lag in Thalwil bei 31 Prozent.

Erstellt: 15.04.2018, 22:21 Uhr

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