Adliswil

Neue Planung für Stadthausareal kann beginnen

Das Parlament debattierte am Mittwochabend über das Stadthausareal. Nun ist dessen Neuentwicklung möglich.

Steht seit der Abstimmung im Mai wieder vor einer ungewissen Zukunft: Das 6000 Quadratmeter grosse Stadthausareal direkt neben der Sihl.

Steht seit der Abstimmung im Mai wieder vor einer ungewissen Zukunft: Das 6000 Quadratmeter grosse Stadthausareal direkt neben der Sihl. Bild: Archiv Michael Trost

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Was nun? Diese Frage stellen sich die Adliswiler seit dem 19. Mai 2019, als die Stimmbevölkerung die vorgesehene Überbauung des Stadthausareals an der Urne verhindert hat. Eine Arbeitsgruppe des Stadtrats hat sich seither mit der Frage befasst. Sie kam zum Schluss, dass für einen planerischen Neuanfang zur Arealentwicklung nun erst einmal eine bereinigte Ausgangslage geschaffen werden muss.

Dazu hat der Stadtrat am Mittwochabend dem Grossen Gemeinderat den Antrag gestellt, den einst beschlossenen Gestaltungsplan für die Überbauung wieder rückgängig zu machen. «Halten wir am Gestaltungsplan fest, verhindert dies ein neues Projekt», sagte die zuständige Stadträtin Karin Fein (Freie Wähler) an der Ratssitzung. Denn der Gestaltungsplan sei mit dem gescheiterten Projekt vertraglich verbunden.

«Volkswille würde missachtet»

Unterstützung erhielt der Stadtrat nicht nur von der Mehrheit der gemeinderätlichen Sachkommission, sondern auch von den meisten Gemeinderäten: Mit 25 zu 7 Stimmen, bei null Enthaltungen, genehmigte das Parlament den Antrag der Adliswiler Exekutive.

Dem Beschluss ging an der Ratssitzung allerdings eine längere Debatte voraus. Ausgelöst wurde sie von Vera Bach und Reto Buchmann (beide FDP). Sie forderten mit einem Minderheitsantrag, den Gestaltungsplan zu erhalten. Bach argumentierte, die Adliswiler hätten im Mai nicht Nein zum Gestaltungsplan gesagt, sondern zum Landverkauf. Zudem würde ein neuer Plan nicht viel anders aussehen. «Es gibt schliesslich nicht zig Varianten, wie das Areal bebaut werden kann.»

Ganz anders sahen dies die Mitglieder jener Parteien, die im Abstimmungskampf letzten Mai für ein Nein kämpften. So sprach Wolfgang Liedtke (SP) von «grober Missachtung des Volkswillens», sollte die Arealentwicklung nicht komplett neu angegangen werden. Angela Broggini (Grüne) betonte, es brauche von Grund auf eine neue Planung.

«Demokratiepolitisch fragwürdig»

Auch die Freien Wähler äusserten Kritik an der Forderung der beiden Vertreter der FDP/EVP-Fraktion. Sie sei eine «Trotzreaktion» auf die Abstimmungsniederlage, meinte Heinz Melliger. Ähnlich sprach Davide Loss (SP), der den Antrag als «demokratiepolitisch fragwürdig» bezeichnete. SVP-Gemeinderat Keith Wyss appellierte an die Vernunft, «statt nun Grabenkämpfe auszutragen». Auch seine Partei befürwortete die Aufhebung des Gestaltungsplans. Und so hatte der Minderheitsantrag schliesslich keine Chance.

Weniger zu reden gab das Traktandum für einen Kindergartenneubau auf der Schulanlage Werd. Den Kredit von 2,7 Millionen Franken genehmigten die Gemeinderäte einstimmig.





Erstellt: 06.11.2019, 23:37 Uhr

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